netbib weblog

Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Preussische Tafelkultur bei Christie’s

Tafelgeschirr aus Schlössern in Berlin und Potsdam kommt am 31.
Oktober/1. November bei Christie’s (ausführliche Pressemitteilung) in London unter den Hammer. Die
Gegenstände – 12000 Silberobjekte, 2500 zumeist aus der Berliner
Königlichen Porzellanmanufaktur stammende Teile von Geschirr, 1200
Gläser – lagerten bislang auf Burg Hohenzollern und wurden vom
Haupterben des ehemaligen Hauses Hohenzollern, Georg Friedrich von
Preussen zur Auktion freigegeben. Der Kunstberater der Familie Thomas
Kemper versichert zwar, es könne keine Rede von einem „Ausverkauf“
sein, aber die Tatsache, dass Experten zufolge (laut Claudia Herstatt, PreuÃ?en-Nippes, DIE ZEIT 25.7.2002 Nr. 31, S. 28 ) immerhin etwa
zehn Prozent des Preussen-Hausstandes für Museen interessant sein
könnten, wirft einmal mehr die Frage auf, in welchem Umfang die nun
veräusserten Kulturgüter als Ensemble schützenswert gewesen wären.
So befinden sich unter den Objekten 33 Silberteller für Friedrich den
Grossen aus der Werkstatt des berühmten Berliner Goldschmieds Christian Lieberkühn (um 1750). Von ihm heisst es in einem Artikel, nur wenige von ihm geschaffene Kostbarkeiten seien erhalten geblieben.

Kommentare sind geschlossen.