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Etwas über Schurzfleisch

Der Historiker u.
Polyhistor Conrad Samuel Schurzfleisch ( 1641 – 1708 ) erhielt seine Ausbildung zunächst im wissenschaftlich anregenden Elternhaus,
dann in der Schule, deren Konrektor sein Vater Johann Schurzfleisch war, und studierte die Artes, Theologie und Medizin in GieÃ?en,
seit 1662 in Wittenberg, wo er im Herbst desselben Jahres den Grad eines Magisters der Philosophie erwarb. Er lehrte zunächst dort an
der Univ., hatte 1665/66 kurzzeitig das Rektorat an der Korbacher Schule inne, und kam 1667 als Hofmeister nach Leipzig, wo er Jacob
Thomasius kennenlernte. Nach Wittenberg zurückgekehrt, veröffentlichte er 1669 pseudonym die satirische Schrift „Judicia de
novissimis prudentiae civilis scriptoribus ex parnasso“. Das Werk löste mit seiner Kritik an den Autoren der Reichspublizistik nach
Samuel von Pufendorf Entrüstung aus. 1674 wurde S. o.Prof. der Poesie, 1678 der Geschichte und übernahm 1700 zusätzlich die
Professur für Eloquenz an der Univ. Wittenberg, deren Rektor er zweimal war. 1702 machte er die historische Professur für seinen
Bruder Heinrich Leonhard S. frei. Einen Ruf nach Helmstedt auf die Nachfolge Hermann Conrings lehnte er ab. S. publizierte vor allem
zu Staatsrecht, Geschichte und Geographie. 1705 wurde er Direktor der Weimarer Bibliothek von Herzog Wilhelm Ernst.
Bibliotheksreisen führten ihn in die Niederlande, nach England, Italien und Wien. S. hinterlieÃ? eine umfangreiche Korrespondenz sowie
eine reiche Bibliothek, die an die von seinem Bruder geleitete fürstliche Bibliothek in Weimar kam.
Das ZVAB und im konkreten Fall das Grazer Antiquariat Friebes, das die Biographie des Gelehrten (Porträt) von 1710 für 250 Euro anbietet, trägt sehr zur Bildung bei (man suche beispielsweise nach „Bibliothekar“).

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