Die Crux von Prüfungsarbeiten auf den Servern scheint die Angst der Betreiber zu sein, dass sie Qualitätskriterien nicht genügen könnten. Andere befürchten, dass wertvoll erarbeitetes Wissen verloren geht, wenn die Prüfungsarbeiten unzugänglich als Prüfungsunterlagen aufbewahrt werden. In der Neuen Osnabrücker Zeitung finden sich ein paar Argumente zu dieser Diskussion, die noch lange nicht abgeschlossen sein wird.
Wie wär’s mit einer Klassifikation von Textservern? Premium Text Server für habilitierte Kräfte, Medium Size Text Server für Postgraduates und Trash Text Server für die Prüfungsarbeiten?
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29.11.2002 um 02:20 Uhr
Zitat:
\”Damit widerlegt Cordes die Sprecherin der Hamburger Staats- und
Universitätsbibliothek, Marlene Grau, die behauptete, dass
Diplomarbeiten nicht archiviert und „ihres Wissens“ auch an keiner
Universität elektronisch erfasst würden. Grau begründet das damit,
dass diese Arbeiten zum großen Teil „keine neuen wissenschaftlichen
Erkenntnisse“ böten.
Cordes schätzt das etwas anders ein. Natürlich seien in
Diplomarbeiten nichts bahnbrechend Neues zu erwarten. Das sei auch
nicht ihr Zweck – das müssten, so Cordes, Promotionsarbeiten
leisten. Mit der Diplomarbeit zeigt der Studierende, „dass er ein
Thema bearbeiten kann und akademische Methoden beherrscht.“
Wenn sich darüber hinaus trotzdem das ein oder andere Körnchen
wissenschaftlicher Erkenntnis daraus ziehen lässt – umso besser. Auf
jeden Fall kann der Wissensdurstige es in der Osnabrücker
Universitätsbibliothek auch finden. Wer anhand von Stichwörtern den
Katalog der UB durchforstet, stößt durchaus auf die eine oder andere
Abschlussarbeit. Und selbst wer nicht an der Uni Osnabrück studiert
hat, kann seine wissenschaftlichen Erkenntnisse der UB zur Verfügung
stellen – als Geschenk. Entspricht es den Qualitätskriterien der
Bücherei, taucht es auch im Katalog auf.\”\”
Diploma- oder Magisterarbeiten bieten sehr oft neues, wenn sie nämlich Themen behandeln, die noch nicht behandelt wurden: seltene altgermanistische Texte, nachrangige Kunstwerke in Dorfkirchen, kaum gelesene archivalische Quellen.
Im übrigen sei verwiesen auf:
http://log.netbib.de/archives/m/200210#78592464
http://log.netbib.de/archives/m/200210#78592440
http://log.netbib.de/archives/m/200111#7468203