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Ungarn restituiert Adelsbibliothek

Bei einem Festakt gab Ungarn Bücher an die Familie Esterhazy zurück, meldet der Standard. Die Fürstin
bedankte sich für die „edle Geste“ […] Weiters versprach sie, die
wertvollen Bücher nicht nur als wichtigen
Familien-, sondern als nationalen Schatz zu
hüten. […] Die „Bibilotheca Esterhazyana“ wurde ab
1620 des Palatins Nikolaus angelegt und von
seinem Sohn Paul I. Fürst Esterhazy
erweitert. Sie befand sich im 17. Jahrhundert
auf der Burg Forchtenstein und gelangte
Mitte des 18. Jahrhunderts in das
Franziskanerkloster nach Eisenstadt. 1936
verfügte Fürst Paul VI. die
Zusammenführung aller Bibliotheksbestände
im Schloss Esterhazy. Aus dem Kloster
wurden etwa 1900 Bücher in Kisten in das
Schloss transportiert. Noch in diesen Kisten
verpackt brachten sowjetische Militärs die
wertvollen Bücher in die Sowjetunion.
Jahrzehnte lang galten diese Bücher als
verschollen. Im Sommer 2002 teilte das
ungarische Kulturministerium mit, dass sich
ein Teil dieser verschollenen „Bibliotheca
Esterhazyana“ in der Helikon-Bibliothek in
Keszthely befindet. Der spätere
DDR-Staatschef Erich Honecker hatte sie
1962 dem damaligen Beherrscher des
Kulturlebens in Ungarn, dem
stellvertretenden Kulturminister György
Aczel, überreicht.

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