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Haus Ã?ttingen-Wallerstein verscherbelt Kunstschätze

Glimpflich ging ein Verfahren vor dem AG Nördlingen wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung (§ 304 StGB) für Fürst Eugen Moritz von Oettingen-Wallerstein aus, da dieser den Vorwurf, er habe denkmalgeschütztes Kircheninventar der Kirche des an eine Sekte verkauften ehemaligen Klosters Zimmern entfernt, eingeräumt hatte. Das Verfahren wurde gegen eine GeldbuÃ?e von 20.000 Euro eingestellt, meldet die SZ (Danke an St. Marra!) und berichtet zugleich von heimlichen Kulturgutverkäufen (der Vorfahr Fürst-Proletarier würd‘ sich schämen!): Mit der gerichtlichen Einstellung ist der Konflikt freilich noch nicht beigelegt. Denn die Glaubensgemeinschaft „Zwölf Stämme“ will das Inventar nicht mehr in ihre Kirche aufnehmen. Zwar hat das Landratsamt schon im Vorfeld des Prozesses eine so genannte Duldungsanordnung erlassen, doch dagegen haben die neuen Besitzer bei Gericht Widerspruch eingelegt. Und zu allem Unglück scheinen vier Epitaphe, die als Grabplatten im Kircheninneren eingemauert waren, auf Dauer verschwunden. Die beiden Anwälte des Fürsten gaben bekannt, sie seien verkauft worden und nicht mehr beizubringen. Wie am Rande des Prozesses bekannt wurde, hat das Fürstenhaus in den zurückliegenden Jahren auch einige Kunstschätze aus der Harburg verkauft, ohne das dies für Schlagzeilen sorgte. So kaufte das Bistum Eichstätt einen gewebten Bilderteppich aus der Karolingerzeit ab. Ein Elfenbeinkreuz ging an das Bistum Köln.

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