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Zitatrecht

Der sachliche Umfang des Kleinzitats wird durch den konkreten Zitatzweck im Rahmen des zitierenden Werks, seiner Art, seines Inhalts und Zwecks begrenzt. Die Zitierfreiheit soll der Freiheit der geistigen Auseinandersetzung dienen und auch in der Form stattfinden
können, dass politische, wissenschaftliche oder geistige Strömungen durch die wörtliche Wiedergabe einzelner Stellen aus den geschützten Werken verschiedener Autoren deutlich
gemacht werden. Dabei ist eine Abwägung der beteiligten Interessen vorzunehmen. Ein Werk darf nicht um seiner selbst willen zur Kenntnis der Allgemeinheit gebracht werden; andere sollen durch die Zitierfreiheit lediglich in die Lage versetzt werden, Entlehnungen als Hilfsmittel der eigenen Darstellung zu benutzen. Ein Zitat ist deshalb grundsätzlich nur zulässig, wenn es als Beleg für eigene Erörterungen des Zitierenden erscheint. Das Anleihen bei dem Original darf schriftlich nicht in einem solchen Umfang Kenntnis vom Original oder dessen Kernstücken verschaffen, dass hierdurch ein gewisser Ersatz für den Erwerb des Exemplars des vollständigen Werks geboten und damit die dem Schöpfer dieses Werks zustehenden Verwertungsmöglichkeiten geschmälert werden
Ein recht fragwürdiges Urteil des Kammergerichts KG (AZ: 5 U 191/01 – GRUR-RR 2002, 313). hält sich strikt an die herrschende Lehre. Wikiquote ist daher für Autoren, die noch nicht 70 Jahre tot sind, problematisch.

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