Museumsverkäufe im Zweiten Weltkrieg
Gemälde des 19. Jahrhunderts aus dem Besitz eines westdeutschen Museums< zum Verkauf angeboten. Es handelte sich dabei um Werke des Wallraf-Richartz-Museums, die aus den Magazinbeständen und den Ausleihen in öffentlichen Räumen stammten. Diese Auktion war damit eine weitere Möglichkeit für das Museum, während des Krieges an finanzielle Mittel für Neuerwerbungen zu gelangen. Die vom >Kriegsschädenamt< überwiesenen Schadensersatzzahlungen für zerstörte Gemälde standen ebenfalls für Neuankäufe zur Verfügung. Weiterhin wurde von 1941 bis 1944 eine grössere Anzahl von Gemälden aus dem Besitz des Wallraf-Richartz-Museums an Heinz Kisters verkauft. Laut einer am 21. Juli 1944 erstellten Liste handelte es sich dabei um insgesamt 105 Gemälde, die abgegeben oder auch eingetauscht wurden. Darunter befinden sich überwiegend Werke des 16. und 17. Jahrhunderts. Weitere Gemälde verkaufte das Wallraf-Richartz-Museum 1944 an den Kölnischen Kunstverein. Eine quittung belegt den Verkauf von insgesamt sieben Werken (jeweils ein Bild von Franz Erven, Michael Brunthaler, Johann Hartmann, Anton Räderscheid und drei von Max Dunken). Eine weitere Möglichkeit, die Galeriebestände auszubauen, stellten Tauschgeschäfte dar, die im gesamten Zeitraum von 1933 bis 1945 stattfanden. Mit knapp 30 derartigen Geschäften fallen besonders viele in den Zeitraum von 1934 bis 1937. In den Jahren 1934 bis 1936 zählen dazu aber auch solche Bilder, die von dem jeweiligen Künstler durch andere ersetzt wurden. So beispielsweise je ein Werk von Heinrich Nauen, Walter Lindgens und Friedrich Ahlers-Hestermann. Alle diese neu erworbene Bilder sind dann 1937 bei der Aktion >Entartete Kunst< im Wallraf-Richartz-Museums beschlagnahmt worden. Viele der Tauschgeschäfte liefen über nationale und internationale Galerien, darunter Kunsthändler in Köln, Haarlem, Den Haag oder Amsterdam stellte Katja Terlau im Wallraf-Richartz-Jahrbuch 62 (2001) 277ff. fest.

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