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Produktinformationen, Wikipedia und RSS-Aggregation

8. Januar 2005 von Lambert Heller

Jon Udell erzählt eine Geschichte, die so oder ähnlich viel kennen werden: Das neue Hi-Tech-Gerät tut nicht, was es tun soll, und es beginnt die Recherche-Jagd auf einschlägige Hinweise in Benutzerforen. Beiläufig schaut man auch auf der Website des Herstellers selbst vorbei, vorausahnend, daÃ? hier die entscheidenden Informationen ohnehin nicht zu finden sein werden. Unternehmen schaffen es in aller Regel nicht, auf ihren Websites nützliche Informationen über ihre eigenen Produkte zu sammeln, jeder weiÃ? das. Ein ganz klarer Fall für eine Produkt-Wikiseite, meint Udell. Aber

da die bemerkenswerteste Konzentration von Wiki-Aktivitäten heute bei der Wikipedia liege, brauchen Unternehmen seines Erachtens gar nicht erst mühevoll ein eigenes Wiki einzurichten, sondern sollten statt dessen nützliche Produktinformationen aller Art auf passenden Wikipedia-Seiten zur Verfügung stellen.
Was Udell da vorschlägt hat es in sich! Wer Informationen über seine Ware in ein öffentliches Wiki einbringt, gibt damit auch die Kontrolle darüber auf, ob das, was dort steht, dem üblichen Werbejargon für sein Produkt entsprechen wird. Diese Entscheidung verlangt der Marketingpolitik von Unternehmen also einiges ab, einen regelrechten kulturellen Sprung, quasi. Wenn sich das Unternehmen sicher ist, mit seinem Produkt einen tatsächlich nützlichen Gebrauchswert zu liefern wird es vielleicht jedoch klug und mutig genug für diesen Schritt sein.
Weblog-Autor Danny Ayers liefert eine intelligente Ergänzung zu den Ã?berlegungen Udells. Die übliche Benutzerforen-Recherchejagd ist für ihn ein Hinweis darauf, daÃ? Kunden heutzutage nicht groÃ?artig dazu motiviert zu werden brauchen, ihre Erfahrungen über ein Produkt mitzuteilen. Sein konstruktiver Vorschlag an Unternehmen lautet, minimalistisch vorzugehen und das Potential von Content-Aggregation zu nutzen. Ein paar Recherche-Feeds von Technorati oder PubSub, Recent-Changes-Feeds einschlägiger Wiki-Seiten plus in RSS umgewandelte Informationen aus bestehenden Mailing Lists und Foren des Unternehmens, und fertig ist die Laube: Einerseits ein Feed bzw. eine Seite, die sich beliebig abonnieren, archivieren und durchsuchen läÃ?t; andererseits zahlreiche Quellen, zu denen die Benutzer in verschiedenster Form beitragen können.
Beinahe überflüssig zu erwähnen, daÃ? sich diese Ideen nicht nur auf Hardware (Udell) bzw. Open-Source-Software (Ayers) anwenden läÃ?t, sondern auf alles was geht und steht, Bibliotheksdienste eingeschlossen. :cool:

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  1. Jakob
    10. Januar 2005, 10:37 | #1

    Aber bitte nicht die gerade die Wikipedia damit zumüllen.

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