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Warum Disney auf ein anderes Wiki umsteigt

18. Januar 2005 von Lambert Heller

Matt Marshall berichtet in den Mercury News darüber, dass JotSpot, das im letzten Jahr gegründete Unternehmen des Excite-Mitgründers Joe Kraus, einen ersten groÃ?en Kunden hat: Es betreibt jetzt die Wikis für Disney. Der Kunde Disney wurde von Ross Mayfields wenige Jahre älterer Firma Socialtext abgeworben. Und was heiÃ?t das nun?

Sowohl über Socialtext als auch über JotSpot war hier ja schon mehrfach die Rede. Beides sind kleine Firmen, die von Krediten sogenannter Wagniskapital-Investoren angetrieben werden, sie sitzen beide in Palo Alto und versuchen beide - allerdings mit unterschiedlichen Strategien - kommerzielle Wiki-Diensleistungen an den Mann zu bringen.
Während Socialtext die enge Ko-Existenz mit dem Open-Source-Produkt Kwiki betont, seine Mitarbeiter in zahlreichen Weblogs mit der Wiki-interessierten Ã?ffentlichkeit diskutieren läÃ?t und mit Sunir Shah beispielsweise den herausragenden Kopf von Meatball, einer der ältesten Wiki-Communities, eingestellt hat (Besucher der Wizards of OS III-Konferenz letzten Sommer in Berlin erinnern sich vielleicht noch an seine interessante Präsentation), erinnert JotSpots Auftreten in der Ã?ffentlichkeit ein wenig an die Zeit vor dem groÃ?en Dot-Com-Crash 2000: Hier ist alles aufpoliert, leistungsorientiert, technikeuphorisch und überhaupt verleihen JotSpot-Wikis Superkräfte.
Letztlich spielt es natürlich keine Rolle, von wem sich der Disney-Konzern seine Unternehmenswikis einrichten läÃ?t, aber das offensive Abwerben durch den Branchenneuling JotSpot ist ein Indiz dafür, wie stark Wiki-Anwendungen heute bereits mit ökonomischen Erfolgserwartungen verknüpft sind.

Nachtrag: Die kurz nach dem Erscheinen des Mercury-Artikels pflichtgemäÃ? eintrudelnden Reaktionen in den Weblogs von JotSpot und Socialtext-Gründer Ross Mayfield veranschaulichen noch einmal den in meinem Beitrag angesprochenen Unterschied der Strategien und des Tonfalls. Die einzige andere nennenswerte Reaktion, die mir jenseits dessen heute noch aufgefallen ist: Der konstruktiv-sarkastische Hinweis des Webmagazins Techdirt, daÃ? das ja ein ganz schön kleiner Markt für Unternehmenswikis sein muÃ?, wenn man seinen ersten Kunden von der Konkurrenz abwirbt. :mrgreen:

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