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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

NZZ Online-Archiv nicht mehr frei verfügbar

Symlink.ch meldet:

Wie auf medienspiegel.ch berichtet wird, hat die Neue Zürcher Zeitung NZZ ihr Online-Archiv eingestellt. Alle Verweise auf Artikel, die bis Mitte Januar 2005 erschienen sind, sind nicht mehr gültig und zeigen stattdessen auf einen Hinweis auf das kostenpflichtige Archiv der NZZ bei GBI. Wie die NZZ mitteilen lässt, werden die von der Online-Redaktion verfassten Artikel weiterhin frei zugänglich sein. Die Artikel der Printausgaben von NZZ und NZZ am Sonntag werden jeweils nur am Tag der Publikation verfügbar sein.
Der Tages-Anzeiger und auch andere Schweizer Tages- und Wochenzeitungen hatten ihr kostenloses Online-Archiv bereits früher schon aufgelöst. Bleibt nur noch der Verweis auf den Hypertext Style Guide des W3C: „Cool URIs don’t change“.

Update: Das Weblog Dienstraum weist auf Konsequenzen dieser Archiv-SchlieÃ?ung hin: Links auf NZZ-Artikel, zum Beispiel in Weblog-Beiträgen, werden einfach nicht mehr funktionieren.

Autor: Lambert Heller

Librarian 2.0, interested in knowledge management, publishing and communities on the web. Likes Open Access / Open Data. Hannover, Germany.

Ein Kommentar

  1. Psst manche Artikel gibts noch bei web.archive.org, zB:

    Ein Akt der grossen Kulturbarbarei
    Die systematische Zerschlagung historischer Buchbestände in der DDR

    Systematisch sind in der DDR, vor allem im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform von 1952/53, fast alle kleineren und mittleren historischen Bibliotheken liquidiert worden. Ihre Bestände gelangten über die 1953 gegründete Zentralstelle für wissenschaftliche Altbestände teils in andere Bibliotheken, teils wurden sie zu Altpapier eingestampft, zur Hauptsache aber wurden die oft bedeutenden Sammlungen zur Devisenbeschaffung an Antiquariate in die Bundesrepublik verschachert.

    Von Dirk Sangmeister [NZZ 2002]

    (…)
    Dennoch bemüht man sich mancherorts, die Fehler der Vergangenheit wenigstens teilweise wieder gutzumachen. So hat die Sächsische Landesbibliothek in Dresden kürzlich 2100 alte Drucke an die Christian-Weise-Bibliothek in Zittau, die um 1980 herum rund 20 000 Bände hatte abgeben müssen, retourniert. Die Anhaltische Landesbibliothek in Dessau hat einen Teil ihrer historischen Bestände aus Halle zurückerhalten, und die Universitätsbibliothek Jena hat schon vor der Wende 184 Stahlblechkisten voller Bücher wieder nach Rudolstadt bringen lassen, 1992 dann auch den verbliebenen Rest, eine aparte Sammlung kleinformatiger Erotika.

    Die über das Zentralantiquariat in alle Welt verkauften Bücher jedoch sind für immer verloren. Dass der Antiquar Franz-Ulrich Jestädt, der nach der Wende sein Geschäft von Fulda nach Erfurt verlegt hat, kürzlich zwei rare Oktavbändchen aus dem späten 18. Jahrhundert, die er einst für teures Geld bei westdeutschen Kollegen gekauft hatte, von denen er nun aber erfahren hat, dass sie aus Rudolstadt stammen, der Bibliothek geschenkt hat, fällt zahlenmässig nicht ins Gewicht, ist aber eine Geste, die Schütterle und seinen Mitarbeiter Frank-Joachim Stewing in ihren Bemühungen, die alte Bibliothek neu zu beleben, ermutigt.

    Unterstützt werden sie dabei von der 1995 gegründeten Gesellschaft für Buchkultur und Geschichte, der unter anderen Frank Schiefeldecker, ein Restaurator im benachbarten Saalfeld, und der aus Zürich gebürtige Felix Weigner angehören, in dessen Hain-Verlag viele der Kataloge und Schriften, die Schütterle und Stewing in den vergangenen Jahren erarbeitet haben, erschienen sind. Wenn im Sommer der Umzug abgeschlossen und die Bibliothek offiziell wiedereröffnet ist, kann Schütterle fortfahren, den im alten Katalog verzeichneten Bestand systematisch mit dem gegenwärtig noch vorhandenen abzugleichen, denn die Kenntnis der in der Vergangenheit erlittenen Verluste ist wesentlich für die Zukunft der historischen Bibliothek Rudolstadt.