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Abstracts und Urheberrecht

In INETBIB macht Herr Steinhauer auf ein neues Urteil aufmerksam (ein älteres zeigten wir letztes Jahr an): l. Die Zusammenfassung eines wissenschaftlichen Werks auf wenigen Seiten stellt dann keine Urheberrechtsverletzung dar, wenn die Zusammenfassung die Lektüre des Originaltextes nicht ganz oder teilweise zu ersetzen vermag. 2. Dies gilt auch dann, wenn die Zusammenfassung einen näheren Einblick in das,,beschriebene“ wissenschaftliche Werk gibt und dessen Kerngedanken referiert. Landgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 6. April 2005 – 2/6 O 13105. Auszug: Dabei ist nicht darauf abzustellen, ob bestimmte Lesertypen oder Abnehmerkreise existieren, die durch die Zusammenfassung vom Erwerb des Buchs abgehalten werden. Anhand eines objektiven BeurteilungsmaÃ?stabs ist vielmehr festzustellen, ob die angegriffene Zusammenfassung so vollständig ist, dass sie die Lektüre des 0riginaltextes ganz oder teilweise zu ersetzen vermag oder ob der Inhalt des Buchs mit eigenen Worten und in kurzer Form so wiedergegeben wird, dass eine Urheberrechtsverletzung ausscheidet. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Bereich der wissenschaftlichen Information wissenschaftliche Erkenntnisse, Ideen, Theorien und Lehren als solche urheberrechtlich nicht geschützt sind. Fundstelle: AfP 2005, Heft 4, S. 402. Besprechung von Kröner/Schimpf: ebendort, S. 333-335.

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