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Welfen-Auktion schädigt neugotisches Gesamtkunstwerk der Marienburg

Ein Teil des Erlöses – Kenner rechnen mit mindestens 30 Millionen Euro – soll in eine Stiftung zur Instandhaltung des Schlosses und anderer Kulturgüter im Welfenbesitz flieÃ?en. Daher legte Sotheby’s stets groÃ?en Wert darauf, dass die neogotischen Inventarstücke der Marienburg nicht zum Verkauf stünden. Doch hätte sich das Auktionshaus besser den Rat der beiden besten Experten der hannoverschen Neogotik geholt. Denn unter den angebotenen Objekten finden sich doch eine ganze Reihe von Stücken, die zum Bestand des Schlosses gehörten. Das stellte die Berliner Kunsthistorikerin Isabel Arends zu ihrem Erschrecken fest, als sie am Montag die Objekte bei der Vorbesichtigung begutachtete, lesen wir in der BZ. Die Saarbrücker Zeitung greift das Thema ebenfalls auf: Der hannoversche Bauhistoriker Günther Kokkelink, ein inzwischen emeritierter Professor, beklagte, die Kunstschätze von landesgeschichtlicher Bedeutung dürften nicht in alle Welt verkauft werden. «Niedersächsische Geschichte wird einfach verscherbelt», sagte Kokkelink, der als Kenner der Architekten der Marienburg, Conrad Wilhelm Hase und Edwin Oppler gilt. Graf Douglas weist die Kritik zurück – wie immer die Bedenken von Wissenschaftlern vom Tisch gewischt wurden, wenn es um die von ihm sorgsam (und für ihn höchst lukrativ) eingefädelten Verscherbelungen geschlossener adeliger Ensembles ging.

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