Ich würde die Marienburg als das verkaufen, was sie ist. Sie ist einmalig in Deutschland. Wir haben vergleichbares nur noch in England. Und da wird es auf Händen getragen, liebevoll restauriert. Es gibt die Verbindung nach England über die Prinzen, und eigentlich müsste da das Bewusstsein da sein für diese Besonderheiten. Es geht ja darum, dass mehr Besucher kommen, die Marienburg berühmter wird und mehr Einnahmen da sind, um sie zu restaurieren, darum geht es. Und da müsste man einfach mehr diesen Wert in die Marienburg, so wie die Ausstattung heute dasteht, es sind unendliche Gelder in der Bauzeit geflossen, wir müssen uns das vergleichsweise mit Neuschwanstein vorstellen. Nur man sieht es nicht so, weil das sind die Details. Es wurden, wie sie sagten, die mittelalterlichen Bierkrüge, es wurden Kannen, es wurde Glas, es wurde überall angekauft, angesammelt. Es ist fast wie so ein Wohnmuseum, ein Schloss, die ganzen Vitrinen und Vertäfelungen. Alles war für die Präsentation von diesen prächtigen mittelalterlichen Stücken ausgelegt. Und dadurch, dass diese Stücke jetzt verschwinden, versteht niemand, dass die Räume für diese Präsentation gebaut wurden. Wir müssen uns vorstellen, die Decken sind farblich abgestimmt, die Sofabezuge sind farblich abgestimmt, alles auf das, was aufgestellt wurde. Das ist also eine groÃ?e Einheit, und das ist jetzt verloren durch diese Verkäufe. Das ist so, als ob man aus dem Porzellankabinett das Porzellan verkauft. Und dann sieht man halt nur noch die goldenen Holzkonsolen. Sagt die Berliner Kunsthistorikerin Isabel Arends im NDR-Interview.
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