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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

SuKuLTur

„Die Zerstörung der Leipziger Stadtbibliothek im Jahr 2003“ – bei einem solchen Titel schlägt der bibliothekarische Reflex zu und man opfert doch gern einen Euro um zu erfahren, was das für ein Titel ist. Das Gelb erinnert an Reclam, der Preis erinnert an Reclam, das verwendete Papier erinnert an Reclam, aber hinter diesen gelben Leseheften steckt der Verlag satt, der diese Hefte der Sukultur-Reihe per Automaten an die Leser bringt. Die Reihe gibts offenbar schon seit 2003, gelesen habe ich davon auch schon mal im Bookcrosser-Forum, aber bisher war der Kaufreiz noch nicht da.
Jedenfalls habe ich beim Aufschlagen des Fischer-Heftchens erstmal gestutzt, dann noch einmal gelesen und tatsächlich: Der Text steht unter einer Creative-Commons-Lizenz. Abgesehen mal davon, dass mir der Text selbst gut gefallen hat, kann man auch per PDF-Formular bestellen wenn man keinen Automaten in der Nähe hat, machte mir das den Autor auf Anhieb sympathisch. Na, dann weiÃ? ich ja, was ich demnächst im Podcast lesen kann. 🙂

6 Kommentare

  1. Worum geht es denn so grob?

  2. Um Buchvandalismus – mehr oder weniger. Der Text gibt sich als Zeitungsartikel aus, der den Machenschaften eines Studenten in der Stadtbibliothek Leipzig nachgeht.

  3. Und das Ganze habe ich jetzt endlich auch als Podcast hörbar gemacht, wer mag klicke sich einfach mal auf meine Podcast-Seite: http://podcast.christianspliess.de/. Dauert knapp eine halbe Stunde, zuvor gibts einen Song von Zearle.
    Und wie ich gesehen habe, hat die offizielle Homepage das Posting hier verlinkt. 🙂

  4. Endlich mal ein guter Sukulturtext. Wie oft habe ich mich zwischen Twix und Heft am Automaten entscheiden müssen und war dann entweder völlig gelangweilt (diese Vogelgeschichte) oder noch mehr gelangweilt von so intensiöser Effekthascherei wie in der Pornoproduzentgeschichte und der Kannibalismus-Restaurant-Story. Auch bei Marion Pfaus „Unverblümt“ wurde es mir auf der ersten Seite schon mulmig, ob es nicht doch wieder um pubertären Dillentantismus geht, war dann aber überrascht, wie gut sie schreibt. Nach Frank Fischer und Pfaus werde ich jetzt doch wieder „Sukultur“ kaufen.

  5. Das nette Heftchen findet sich übrigens rezensiert in der aktuellen Ausgabe von LIBREAS: Im Fadenkreuz des Schmierers

  6. Schöne Rezension – aber da fehlt der Hinweis auf die CC-Lizenz… 😉