Das Thema hatten wir ja letztens schon einmal (bin jetzt zu faul, die URLs rauszusuchen) …
DonAlphonso setzt sich kritisch mit dem tagging auseinander und vergleicht es mit der Schlagwortvergabe, welche nach Regeln und mit Hilfe von Thesauri geschieht.
Soweit nichts Neues.
Allerdings finde ich es ein wenig kurz gegriffen, wenn DonAlphonso nur auf die groÃ?e Masse zielt. Damit meine ich die groÃ?en, aufgeblähten tag clouds und das Mittelmass, welches dadurch möglicherweise entsteht. Dabei übersieht er aber, dass es sich bei del.icio.us usw. nicht (nur) um so eine Art Katalog des Web mit googleartigem Absolutheitsanspruch handelt, sondern mehr die Sammlung von vielen, vielen privaten Bookmarksammlungen.
Das Schöne an del.icio.us ist doch u.a., dass man relativ schnell Leute mit gleichen oder wenigstens ähnlichen Interessen findet und sich so neu Quellen erschlieÃ?t. Vor allen Dingen bei Nischenthemen. Tags zu Mainstreamthemen zu abonnieren, ist doch eh so sinnvoll wie ein Profildienst bei Google News zum Thema “Politik” …
Ich gestehe: Ich tagge in erster Linie für mich selber. Denn nur ich kann am meisten mit meinen tags etwas anfangen – und Schlagwortketten muss ich ja schon auf der Arbeit genug vergeben. Wenn jemand mit meinen del.icio.us- oder Scuttle-Einträgen etwas anfangen kann – prima! Wenn nicht, dann ist es auch nicht so schlimm.
Bin ich Web 1.0?
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20.12.2005 um 12:58 Uhr
Leider unterscheidet Don nicht zwischen del.icio.us und all den anderen Tagging Möglichkeiten, was aber wohl auch seine Intention war.
Damit spricht er einen Punkt, der sicherlich nicht ganz unrichtig ist, nämlich dass für den Normaluser der Unterschied zwischen Tagging und Tagging nicht sichtbar ist.
Del.icio.us hat dagegen die oben beschriebenen Vorteile, da stimm ich ganz überein.
Einen kurzen Beitrag hab ich dazu auch hier http://www.webcultureblog.de/2005/12/tagging_aus_ben.html geschrieben.
20.12.2005 um 16:44 Uhr
Wenn du es dir 1-fach machst: Klar, dann bist du Web 1.0. Magst du es lieber doppelt so umständlich wie zuvor: dann Web 2.0
20.12.2005 um 17:08 Uhr
@Markus: zunaechst bist Du mal Deutschland und Papst!
Ich erinnere mich noch gut an meine erste Recherche im NMN, die Ausgabe erfolgte auf Endlospapier und war sehr lang….
Im Artikel von Don Alphonso fand ich sehr schön beschrieben, wie man “damals” Literatur suchte
21.12.2005 um 12:40 Uhr
Nein, du bist Web2.0 wie nur irgendwas!
Ich verstehe nicht, wieso diesem Alphonso überhaupt jemand zuhört. Es gibt soviele Vorteile, die einem Tagging bringen kann.
Z.B. eigenen Content durch andere verschlagworten zu lassen und damit in einen neuen Zusammenhang zu setzen. Bei Web1.0war nur der Content und die darin enthaltenen Links selber für die Einordnung bei den Suchmaschinen entscheidend. Mit Tagging können (u.U. Jahre später) durch neue Tags Inhalte neu auf der “Bildfläche” erscheinen.
Und das ist jetzt nur *ein* Beispiel.
Natürlich gibt es bei dem Mem Web2.0 noch jede Menge offene Fragen, aber das Spannende ist momentan doch, diese Fragen zusammen aufzudecken und zu lösen.
Wenn der Don es heute nicht versteht, dann vielleicht irgendwann einmal. Sein herablassender Stil motiviert mich nicht gerade, einen Kommentar zu seinem Geschreibsel zu schreiben. Der lässt sich gerne die Welt erklären. Aber nicht von mir.