In der aktuellen Ausgabe seines Newsletters Journal of the Hyperlinked Organization klärt David Weinberger darüber auf, warum traditionelle Medien die Wikipedia nicht verstehen können.
Nur an einer Stelle verstehe ich den guten Weinberger nicht so ganz: Er unterstreicht, daÃ? selbst Jimmy Wales immer wieder daran erinnere, daÃ? Lernende die Wikipedia nicht zitieren sollten. Wohl wahr, doch das gilt für jede Enzyklopädie, und gerade nicht speziell für die Wikipedia! Enzyklopädien sollen den bereits öffentlichen Wissensstand zusammenfassen, sie sind quasi virtuelles Allgemeinwissen. Deshalb steht das Nachschlagen im Lexikon ja auch am Anfang und nicht am Ende der Auseinandersetzung mit einem Thema. (Die Wikipedia ist allerdings das einzige Lexikon, das von seinen Benutzern nach ausführlicherer Beschäftigung mit der Sache korrigiert oder ergänzt werden kann.)
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4.1.2006 um 22:52 Uhr
JW ist nicht Gott und ich denke, wer sich z.B. meinen Artikel Ritter Toggenburg anschaut, sieht zwar eine Kompilation auf dem Weg zu einem ordentlichen Artikel, aber nicht etwa den öffentlichen Wissensstand. Es gibt also sehr wohl Artikel, die weiterführende oder entlegene Hinweise enthalten, die zitierfähig sind, ohne perhorreszierte “Theoriebildung” zu sein.
5.1.2006 um 01:10 Uhr
Solange das “Zitieren” dergestalt institutionalisiert ist, dass man sich mit “Wissen” einen “Namen” macht, wird das detektivische Kratzen in der Erde nach den Fragmenten nebst der Logistik für eine Rekonstruktion verdächtig bleiben.
Die Stärke der Wikipedia ist ihr Verweissystem. Wie in jedem guten Lexikon und jeder mittelmäßigen Enzyklopädie macht man dabei überraschende Funde oder stößt auf Unerhebliches, sofern man sich nicht zu fein ist herumzuscharren. Das Zitieren einer Autorität hingegen ist wie das Zusammenlegen eines vom Personal gebügelten Taschentuchs, mit der gestickten Signatur nach oben.
Ohne den Toggenburg-Artikel in der Wikipedia hätte ich nie die dort verlinkte [als Digitalisat ins Netz gestellte] etwas schrille Geschichte eines Herrn Pfeffel von ca. 1800 gelesen. Und jetzt möchte ich von kg endlich wissen, woher Schiller seinen “Ritter Toggenburg” denn nun eigentlich hatte …