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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

The European Library

Dieses Portal www.theeuropeanlibrary.org war bereits Gegenstand kritischer Bemerkungen hier. Nachdem sich soeben beim simplen Klick auf „Collections“ zwei Browser (Mozilla und IE) aufhängten und der dritte Opera erst gar nicht unterstützt wurde, stellt sich einmal mehr die Frage, ob denn die künftige Massen-Digitalisierung genauso „benutzerfreundlich“ sein wird. Vermutlich wird sie in genau dem gleichen MaÃ?e wie bei allen EU-Projekten dazu dienen, korrupte Bibliotheksdirektoren, die sich auf Konferenzen eitel feiern lassen, und die ihnen zugewandten Webdesigner, die für ein MindestmaÃ? an Leistung ein Maximum an Knete einstreichen, zu beschäftigen. Wer eine völlig vermurkste Website ansehen möchte, dem kann theeuropeanlibrary.org nur empfohlen werden. Nie war es so schön, Steuergelder im Orkus eines durch und durch verrotteten Systems untergehen zu sehen.

9 Kommentare

  1. Also bei mir funktioniert’s. Warum’s das braucht, ist mir zwar nicht klar (der KVK ist – sicherlich mit einem Bruchteil an Kostenaufwand betrieben – viel besser), aber die „Treasures“ sind wenigstens ganz nett.

  2. bei mir funktioniert es mit Firefox1.5

  3. >korrupte Bibliotheksdirektoren, die sich auf Konferenzen eitel feiern lassen

    da hätte ich doch gerne mal ein Beispiel genannt bekommen, mit dieser pauschalen Aussage kann ich so wenig anfangen wie etwa mit „besserwisserische Archivare, die sich in bibliothekarischen Mailinglisten auskotzen dürfen“.

  4. Tja, der mangelnde Browser-Support ist schon ein starkes Stück. Im Firefox (1.0.7) läuft es zwar, aber sehr hakelig. Kein Wunder, bei mehrfach ineinander verschachtelten Framesets und Scripts ohne Ende – da versagt sogar das Scrollrad an meiner Maus. Mein IE (6.0) zeigt fast nix an. Alle anderen Browser zeigen nur den netten Hinweis, das man gefälligst einen anderen Browser benutzen soll.

    Die Aussage „Please contact the vendor to encourage them to support this technology.“ ist natürlich eine bodenlose Frechheit. Motto: Unsere Seiten sind nicht in Google, weil alles voll mit falsch programmierten Scripts ist? Dann muss Google wohl mal gefälligst sein Indexierungssystem ändern! Wär ja noch schöner, wir sind schließlich ein EU-Projekt.

    „theeuropeanlibrary.org“ ist natürlich ein krasses Negativ-Beispiel. Deine übliche Pauschalverurteilung zu Bibliotheksdirektoren und Webdesignern finde ich aber auch daneben. Wäre schon, wenn du auch hier mal konkrete Beispiel bringen würdest.

  5. Bei mir funktioniert es mit Mozilla Firefox. Aber ich kann Andreas nur zustimmen. Da man die verschiedenen Bibliotheken oder Verbünde einzeln abrufen muss, suche ich doch lieber im KVK.

  6. Zur meinungsfreiheit gehört auch die freiheit zu provozieren. wenn sich ein bibliotheksdirektor persönlich angesprochen fühlt, soll er mich verklagen. mich würde im gegenzug interessieren, ob ein eu-projekt im bibliotheksbereich, an dem sich mehrere bibliotheken beteiligen, bekannt ist, das als leuchtendes positives gegenbeispiel gelten kann. die rein technische betrachtungsweise greift zu kurz. hier geht es nicht nur um browser, sondern darum, dass womöglich sehr viel steuergeld in dieses webdesign geflossen ist und dass eine angemessene erfolgskontrolle nicht erfolgt ist. ich wäre dafür, so etwas dem staatsanwalt zu übergeben. schliesslich hat dr. harald müller (mpi heidelberg) schon mehrfach in INETBIB dazu aufgerufen, mich der strafverfolgung zu überantworten.

  7. Wenn kg in Isoationshaft kommt, dann bitte mit Internetanschluss. Er hat dann viel Zeit, das verrottete Bibliothekswesen zu provozieren. Und darauf sollte er sich mit seinen Rundumschlägen konzentrieren, weil das einfach nötig und bei ihm in der Sache fundiert ist. Nichtsdestotrotz werde ich natürlich eine Kampagne: Freiheit für kg starten.

  8. KVK ist ganz zweifellos praktischer. Bei der Suche nach einer Inkunabel in der European Library stellt man fest, dass man dort noch nicht mitbekommen hat, dass der ISTC der BL unterdessen frei zugänglich ist (wenn auch zur Zeit wg. „technical problems“ out of order). Die „Treasures“ sind aufgemacht wie die Seiten eines Antiquars, nur dass ich, wenn ich mehr wissen will, die Titelaufnahme noch dazu bekomme. Beim Versuch, die Briefmarke zu vergrößern, stürzt mein Programm ab, und zwar bis in den Keller. Ich halte das auch nach wie vor für ein teuerst in die Welt gesetztes Vorzeigeobjekt, mehr nicht. kg hat mit seiner Einschätzung vielleicht gar nicht unrecht; nur würde ich diese nicht so dröhnen, könnte zu teuer werden …

  9. Ich habe bereits mehrfach via Mail die Verantwortlichen in der Schweiz und die Projektverantwortlichen (http://libraries.theeuropeanlibrary.org/contactus_en.html) kontaktiert. Leider – ausser netten Antworten und Beteuerungen – ohne Erfolg. Mit den hirnlosen Rundumschlägen die der geifernde Graf hier verteilt, kann ich nichts anfangen. Das TEL Projekt ist aber meiner Meinung nach wirklich ein schlimmes Beispiel für die Vernichtung von Geldern und für ein ausser Kontrolle geratenes Projekt, bei dem weder Zielsetzung noch Nutzen wirklich klar sind.
    Zur Zeit läuft eine – technisch auch nicht sehr gelungene – Umfrage, die wiederum programmiertechnisch bedingt kaum auffindbar ist. Hier deshalb der direkte Link: http://www.irn-research.com/EuroLib/europeanlibrary2_german.htm. Ich empfehle, diese auszufüllen und dem Aerger dort Luft zu machen.
    p.s.: Es wäre toll, wenn umsichtere Leute als der Blogeintrag-Initiator dieses Thema aufgreifen würden! Denn seine Art verhindern wohl, dass die Betroffenen sich ernsthaft mit der berechtigten Kritik auseinandersetzen…
    Und sicher gibt es hier Lesende, die direkte Kontakte zu Entscheidungsträgern haben und diese auf dieses desaströse Projekt ansprechen können.
    (Thomas Kiser aus der Schweiz)