Ich habe dazu bisher weder eine offizielle Presserklärung noch einen Weblog-Beitrag o.ä. gefunden, aber beim Herumstochern in den Connotea-Bookmarks fällt rasch auf, daß zwischen 10. und 21. April unter dem Benutzernamen ubm ein sehr großer Teil der Publikationen vom digitalen Hochschulschriftenserver der LMU dort gebookmarkt worden sind. Enthalten sind neben URL, Autorennamen, Titel und ggf. Reihenname und -nummer auch englischsprachige Schlagwörter, selbstverständlich in Form von Tags. Ein Tag “LMU” ist immer enthalten, das hatte mich aufmerksam gemacht. Die LMU hat auf ihrem Eprints-Server also nicht nur das Connotea-Tool installiert, sondern kümmert sich auch selbst um das Einspeisen der Dokumente. weiter…
Vielleicht erinnern sich manche daran, daß die englischsprachige Wikipedia vor ein paar Monaten kurzzeitig die Editierbarkeit von Computern des US-Kongresses aus abschalten mußte, weil mehrere Parlamentarier die Informationen über sie verschönern lassen wollten. Ein beinahe lustiger, jedenfalls halbwegs durchschaubarer Fall im Vergleich zu dem, was sich im Zusammenhang mit dem vieldiskutiertenArtikel über Wal Mart abspielt. Innerhalb der vergangenen zwei Jahre war versucht worden alle kritischen Aspekte entfernen und den Artikel in eine einzige Lobhudelei zu verwandeln. Der Artikel ist nun nicht mehr allgemein editierbar, damit wahre Feststellungen wie die Folgende nicht mehr weggewischt werden können:
Unionization
Wal-Mart largely has thwarted unionization by its U.S. employees with aggressively anti-union tactics. For example, when meat cutters at the Jacksonville, Texas supercenter voted to unionize in 2000, Wal-Mart shut down its meat department and began shipping in pre-packaged meats at all stores. (… Weitere Beispiele und Belege folgen.)
Matt Barton wirft nun die Frage auf, wie sich solche kritische Wirtschaftsinformationen in der Wikipedia überhaupt verteidigen lassen. Zu recht, wie ich meine. Das Interesse an Lobhudelei in der Wikipedia dürfte bei vielen Unternehmen sehr groß sein, und das Repertoire der Tricks einschlägiger Lobbyisten und Marketingprofis größer als das der Praktikanten von irgendwelchen Kongreßabgeordneten. Wiki-Spamming auf professionellem Niveau, sozusagen. Wer weiß, vielleicht tritt ja demnächst sogar eine Riege von Marketingprofis auf, die behaupten, es gäbe auch eine “Betreuung” derartiger Artikel im Sinne ihrer Auftraggeber unter Einhaltung “ethischer Grenzen”… (Vgl. die “ethischen Suchmaschinenoptimierer“.)
Ich habe jetzt auch im buechereei-Wiki die Kommentarfunktion abgeschaltet. Es ist unglaublich, wie auch dort Spam übelster Sorte automatisch über die Kommentarfunktion abgeladen wurde. Schreiben kann man natürlich wie gewohnt….
Connotea ist momentan der beweglichste und innovativste Social-Bookmarking-Dienst. Dort läßt sich beobachten, wie auf mehreren Ebenen Wiki und Social Bookmarking zusammenwachsen. weiter…
Fachinformationsanbietern der Bibliotheken wie dem Lieferdienst subito droht laut Stimmen aus dem Forschungslager das Aus. versus Die Verleger sprechen dagegen von einer neuen “Enteignungskampagne” (…), während die Justizministerin von einem guten Kompromiss bei den Regeln für Bibliotheken und Wissenschaftseinrichtungen spricht. [via heise online]
Wer der beiden Parteien klagt auf hohem Niveau? Wem geht es wirklich so? - Spätestens, wenn die Proteste der Studierenden und wissenschaftlich Arbeitenden noch größer werden als bei der bereits jetzt herrschenden Misere der Literaturversorgung (welche die zuständigen Fachminister ebenfalls gar nicht wahrhaben wollen!), wird man merken, dass die Benutzer die wirklichen Verlierer waren. Ein Minus-Summenspiel vor allem für sie!
Fakt ist allerdings, dass die entstehenden Kosten nur zu einem schwindend geringen Teil durch die Einnahmen, wie beispielsweise Mahngebühren, „gedeckt“ werden, heißt es in einem Bericht über eine Büchereileitertagung in der Oberhessischen Presse. Auch wenn das hier durch die Anführungsstriche abgemildert ist: Fakt ist vor allem, dass Bibliotheken keine herkömmlichen Produktionsbetriebe und Handelsunternehmen sind, welche mindestens kostendeckend arbeiten müssen, um existieren zu können.
Da es ja schon spät ist: Die Links des Abends im Schnellen Vorlauf.
Gerade heute mittag einen Biblioblogger-Kollegen im IB getroffen. Jakob meinte so nebenbei zu mir, daß in Bezug auf das Tagging viele alte bibliothekarische Räder neu erfunden werden. Recht hat er. David Weinberger weist auf einen Webdienst hin, der neben reinen Tags auch facettierte Metadaten anzulegen erlaubt. Schön, aber klarer Fall eines neu erfundenen Rads.
John Tropea hat Smarkingentdeckt, den Social Bookmarking-Dienst eines italienischen Informatikstudenten. Der hat sich Gedanken darüber gemacht, wie man nützliche Informationen zu einer gebookmarkten URL zusammenstellen könnte.
Richard Akerman weist auf einen Vergleich von vier großen kommerziellen Wikisoftware-Paketen bei Network Computing hin. Sie selbst verwenden intern das Open Source-Produkt MediaWiki; bei dem Test - in dem MediaWiki nicht verglichen wurde - schnitt Atlassian Confluence am besten ab.
Bei Wikia wird jetzt u.a. eine französischsprachige Bibliopedia gehostet. Eine reichhaltige Liste französischer Biblioblogs ist enthalten. Surftipp für die frankophile Fraktion.
Noch mal Social Bookmarking: Irgendwo wurde neulich vertreten, daß in einigen Fächern die Auswahl eines Aufsatzes zur Veröffentlichung in einem Fachmedium wie ein Etikett sei, das der Schrift äusserlich drangepappt wird, d.h. diese Journals haben eine rein selektive Funktion, jeder Artikel darin steht ansonsten völlig für sich und wird auch so wahrgenommen. Sicher eine zutreffende kritische Überlegungen zur Situation des traditionellen Peer Reviews, aber nun eine andere Frage: Könnte man nicht aus einem besonderen, verabredeten Tag eine virtuelle Publikation erschaffen? Z.B. eine Festschrift zugunsten der Person, die den Blick auf dasjenige geschärft hat, was uns die jeweilige URL hat entdecken lassen? Das ist die interessante Überlegung von Alexandra Samuel bei You’re It!.
Papst Benedikt XVI: hat sie gern von Bonn aus benutzt: die im “Handbuch der historischen Buchbestände” verzeichnete umfangreiche Bibliothek der Redemptoristenhochschule in Hennef. Das Kloster Geistingen wurde profaniert und wird zum “Wellnesstempel” umgebaut. Um den Jahreswechsel wurden die kostbaren Altbestände der Bibliothek vom 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert (über 9000 Titel) an einen Händler gegeben, der sie überwiegend bei Ebay vertickt, teilweise aber auch Reiss in Königstein damit beliefert hat. Die ganze Geschichte wird in INETBIB und INCUNABULA-L erzählt.
Der Ideenreichtum der BBC in der letzten Zeit (wir hatten hier und da darüber berichtet) stößt nicht überall auf Begeisterung. Die kommerzielle Konkurrenz, der Medienunternehmer Murdoch, sieht gar ein öffentlich finanziertes Medienimperium entstehen, meldet die Financial Times. Glücklich das Land, das seine öffentlich-rechtlichen Medien dem neidvollen Vorwurf ausgesetzt sieht, ein zu innovatives und benutzerfreundliches Webangebot zu haben! (Erinnert mich ein wenig an die Jammerei der Musikverleger über frei zugängliche Beethoven-Symphonien im vergangenen Jahr.)
Keine Angst, das wird jetzt kein Videoblog, aber es wird ja mal erlaubt sein.. Das Lied ist gut: “Dont take your Ones to town” (leider nicht notiert, wo ich das herhabe). Vorhin ging youtube nicht…
Zwist im Frickenhauser Gemeinderat: Die Verwaltung hatte die Bibliotheksgebühren als “sich selbst verlängernde Abonnements” betrachtet und eine entsprechend höhere Summe auf die Soll-Seite des Gemeindeetas geschrieben, während die tatsächlichen Einnahmen um 4.500 Euro darunter lagen. [via ntz.de]
Ich bin ja kein Fan von Statistiken und Zahlen, aber wenn wir in einer Statistik ganz weit vorne auftauchen, kann man ja mal eine Ausnahme machen. Nach Robert Basics Analyse kann man aus den von ihm ermittelten Zahlen etwas ableiten:
Man kann damit für sein Blog ableiten, ob die Leser gerne auch weitere Inhalte als nur die Startseite aufrufen. Sprich, wie gut gefällt ihnen der Speck, den man ihnen bietet.
Schönen Dank an Markus, der mich auf den Eintrag hinwies!!
Tim Bartel (der uns die schicke frappr-Landkarte der netbib-LeserInnen einrichtete) führt im Rahmen seiner
Diplomarbeit am Lehrstuhl für ABWL und Personalwirtschaftslehre der Universität zu Köln eine Erhebung zum Thema “Wikis in Unternehmen” durch. Teil davon ist die Onlineumfrage, die ab sofort unter http://wikipedistik.de/umfrage/ zu erreichen ist.
Mehr Informationen zur Umfrage gibt es im Weblog.
Ich habe sie schon ausgefüllt, sie ist angenehm übersichtlich und in kurzer Zeit zu beantworten. Auch wer kein Wiki im Unternehmen hat, ist aufgerufen, daran teilzunehmen.
Im medinfo weblog wird über eine knifflige Frage nachgedacht. Soll das Nachschlagewerk gedruckt oder als online-Version gekauft werden? Der Preisunterschied ist beachtlich…Vielleicht hilft das Ergebnis der Abstimmung bei der Entscheidung? Also bitte rechts oben die entsprechende Option wählen.
OAN weist hin auf: Steve Hitchcock, Nature brings the Semantic Web and enhanced citation, visibility to papers in EPrints, Eprints news, April 25, 2006.
Der Social-Bookmarking-Dienst Connotea greift über die OAI-PMH-Schnittstelle verbreiteter Repository-Softwaresysteme wie Eprints auf die Metadaten angesurfter Beiträge zu. Der Benutzer kann so per Anklicken eines entsprechenden Bookmarklets neben der URL auch die bibliographischen Daten des jeweiligen Beitrags automatisiert mitabspeichern. Und, das hebt der Artikel dankenswerter Weise deutlich hervor, damit verbunden auch selbstgewählte Schlagwörter, sogenannte Tags.
Das Sammeln bibliographischer Metadaten wird von CiteULike, BibSonomy und Connotea inzwischen sehr sinnvoll unterstützt. Was in der Metadaten-Ökologie des Webs noch fehlt sind Anwendungen, in denen Benutzer Zitate und Verweise erstellen und hierbei nahtlos auf ihre Daten bei Diensten wie Connotea oder BibSonomy zurückgreifen können. Von großem Nutzen wäre es z.B., in einem Wikipedia-Artikel einen Quellennachweis generieren zu können, indem man den “Cite Key” angibt, unter dem die Quelle in BibSonomy oder einem ähnlichen Dienst abgelegt ist.
Edlef hatte schon mal gezeigt, wie sich Screencasts einsetzen lassen, und es war auch schon häufiger auf Screencasts hingewiesen worden, zuletzt hier. Manchmal braucht es tausend Worte, um ein paar Mausklicks zu beschreiben, die als Bildschirm-Videoaufnahme mit Stimme aus dem Off schnell und mühelos anschaulich gemacht werden können. Bloß: Ist das nur schnell und mühelos für den Leser/Zuschauer, oder ist es das auch für den Autoren? Anhand der Software Camtasia gibt Bill Myers noch ein paar nützlich klingende Hinweise, damit es einfach und besser klappt. Die Tipps sind samt und sonders auch beim Gebrauch einer anderen Software brauchbar, bspw. Captivate (das hatte Edlef bei seinen Tipps zugrunde gelegt) oder der Open-Source-Software Wink.
Einen Gruß zuvor aus der wunderschönen neuen 24-Stunden-Bibliothek einer traditionsreichen, 1825 gegründeten Technischen Hochschule. Ich sitze an einem Uraltgerät aus dem Computermuseum mit extrem klappernder Tastatur, die Benutzung der WWW-Arbeitsplätze ist auf 90 Minuten beschränkt. Um als Walk-in-User soweit zu kommen, war ein gewaltiger Hürdenlauf zu absolvieren. (Hier im Altbau - im Neubau ist es noch nicht, haha - wäre zwar WLAN, aber das steht ja wie gehabt nur Uni-Angehörigen zur Verfügung.) Datenbank- und Internetnetnutzung geht an den nicht üppig vorhandenen PCs nur mit Login. Nach zwei vergeblichen Vorsprachen in Neubaulesesälen wurde ich von der hilfsbereiten Information an einen Altbaulesesaal verwiesen, wo mich eine nette Mitarbeiterin zunächst in einen PC mit Dienstkennung einloggte, der aber offensichtlich nur für die Nutzung des Katalogs vorgesehen war: REDI ging nicht. Nach längerem Rätseln war die Mitarbeiterin dann so nett, mich in die PC-Museumsabteilung zwei Stock tiefer zu geleiten, wo sie zunächst vergeblich einen ersten PC ausprobierte, bevor sie dann an einem zweiten Glück hatte. Ich werde mich doch registrieren lassen, da der Zugang nach 19 Uhr nur mit Bibliotheksausweis möglich ist. Allerdings erhalten nur Studierende Erinnerungen per Email und Zuhause-Nutzung von Datenbanken ist natürlich auch nur für Uni-Angehörige möglich. Der Datenbankbestand ist - wie bei THs eigenartigerweise üblich - höchst bescheiden (keine Rede von DigiZeitschriften). Abgesehen von den Nationallizenzen kommen nur LexisNexis und Beck online meinen Interessen entgegen.
eWeek hatte bereits letzte Woche auf eine neue Fachblogger-Community und zwei relativ neueWikis im Bereich der Gesundheitspflege aufmerksam gemacht. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang aber auch Biolicious, ein neuer Dienst, der Aufsätze aus den Lebenswissenschaften nachweist. Hierzu wird klassisches Zitations-Ranking ergänzt vom Tagging durch die Leser.
Amanda Etches-Johnson hat das einzig Richtige getan und ihre sehr lange Linkliste mit Adressen zu “bloggenden Bibliotheken” jetzt in ein Blogging Libraries Wiki gestellt. Dort finden sich geschätzt alleine über 200 Weblogs von “Public Libraries”, die Anzahl der wisss. Bibliotheken mit Weblog knapp 300. Nun braucht sie die Liste nicht mehr alleine zu pflegen und auch die Kategorisierung ist einfacher und übersichtlicher geworden.
Well, that page was becoming a bit difficult to maintain and I thought it would be nice if people could simply add their own links to library blogs, so this wiki was born!
Mit einer Liste deutscher Bibliotheken mit Weblogs hat man nicht so viel Probleme, es ist extrem überschaubar und lässt sich an den Fingern zweier Hände abzählen. Aber es gibt evtl. noch weitere Blogs, Informationen darüber sind spärlich und werden - wie bei deutschen BibliothekarInnen üblich - wahrscheinlich erst auf Bibliothekartagen oder ähnlichen Events verraten.
Einen guten Kompromiss haben wir auch im Bereich der Wissenschaft erreicht. Wir führen eine gesetzliche Regelung zu elektronischen Leseplätzen in Bibliotheken ein, und wir regeln erstmalig die elektronische Versendung von Kopien durch Bibliotheken. Beide Regelungen knüpfen wir an bestimmte Voraussetzungen, die den Belangen der Verlage entgegenkommen.
Die ganze Rede von Frau Zypries zum Tag des Urheberrechts kann man hier nachlesen.
Lambert Heller: Einige sind wirklich sehr lustig!
Flusskiesel: Was ist an den AGBs denn gespenstisch? Punkt 6...
JP: Ich war von dieser Spezialsuchmaschine ganz begeistert, denn im...
Flusskiesel: Schade nur, dass die PDFs dann einen Stempel haben....
Krause: Gerne hätte ich es mir angeschaut, doch grad kommt folgende... ES: Warum erinnert mich das nur sogleich an den Satz aus dem...
iGallen: Ein kurzer Klick durchs Angebot und man weiss es genau:...
ES: offensichtlich gibt es das Weblog leider nicht mehr… Im... sven: Gibt’s das Blog eigentlich noch? Die URL führt nicht...
ilonamunique: Zuerst konnte ich mit deinem Artikel nicht so recht...
Markus Trapp: Schön, dass Sie hier mitschreiben, Frau... Ute Engelkenmeier: Hallo Herr Plieninger, lieben Dank! Dann möchte...