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Weblogs und Krisenmanagement

Schon wieder ein Fall, bei dem Anspruch und Wirklichkeit ganz weit auseinanderklaffen. Als Dienstleistung will – verkürzt ausgedrückt – eine PR-Agentur die Weblogschnüffelei beobachtung anbieten um dann evtl. nötiges Krisenmanagement zu betreiben. Sie selbst können das natürlich hübscher ausdrücken:

Eine unabdingbare Voraussetzung für den Umgang mit Weblogs und ihrer Einordnung in die Krisenkommunikation einer Organisation ist das Verständnis der Spielregeln der Blogosphäre. Kommunikationsverantwortliche müssen sich deshalb mit der Dynamik und den Mechanismen von Weblogs vertraut machen und Ausdrucksformen, Arbeitsweisen und Techniken kennen lernen. Ein weiterer Schritt ist die kontinuierliche Beobachtung von Weblogs und deren Einbindung in das Issues Monitoring und Management einer Organisation, um möglichen Krisen präventiv zu begegnen. Ein dritter Schritt ist der Aufbau von Beziehungen zu Bloggern und die Diskussion in Weblogs.

Dummerweise war der Artikel mit einem Bild geschmückt, eine Genehmigung für die Verwendung wurde nicht eingeholt. Noch schlechter für die kommerziellen Krisenbewältiger: Das (bearbeitete) Bild zeigte das Cover des Buches mit dem Titel Blogs! deren Herausgeber Kai Pahl und Don Alphonso sind.
Wie diese kleine Krise von den selbsternannten Profis gemanaged wird, kann man bei Don Alphonso nachlesen und sich amüsieren….
Offensichtlich gehen die Leutchen von Johanssen + Kretschmer (strategische Kommunikation ist ihr Geschäft) mit einer Krise in eigener Sache ähnlich um wie Transparency Deutschland „Nichts. Wir machen einfach Nichts.„.

Autor: Edlef Stabenau

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