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Ketten der Wissensgesellschaft

Dienstag, 30. Mai 2006 | Autor: ES

In der neuen c’t (Heft 12, 2006) ist ein sehr ausführlicher und interessanter Artikel zum Thema Open Access zu finden (Ketten der Wissensgesellschaft - Der Kulturkampf über den Zugang zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen verschärft sich, S. 190-199, nicht online). Er beschreibt die Schwierigkeiten und derzeitigen Bemühungen zu diesem Thema und erwähnt natürlich auch die schönen Gewinnmargen der Wissenschaftsverlage von über 30 Prozent (Elsevier). Der Gesetzgeber ist nicht sonderlich bemüht Abhilfe zu schaffen, ein Zitat aus dem Artikel

“Das Bundesjustizministerium”, beschrieb ein Teilnehmer aus der Expertenrunde die Haltung des Ministeriums, “hat die Hosen vor den Verlagsvertretern gestrichen voll.”

Der Artikel eignet sich vorzüglich zur Information und zum Sensibilisieren, ganz prima wäre es natürlich, wenn er auch online zugänglich und unter einer CC-Lizenz stehen würde ;-)

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Thema: Bibliothek, open access

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3 Kommentare

  1. Ich merke gerade beim Schreiben meiner Diplomarbeit, wie wichtig der freie Zugang zu wissenschaftlichen Artikeln für qualitativ hochwertige “Forschung” ist. Meine Universität hat leider in ihrem Abo nur wenige der hochkarätigen Journals abonniert, vor allem keinen Zugriff auf Jstor. Dadurch komme ich nicht an wichtige Artikel aus der Grundlagenforschung ran - fatal für die Diplomarbeit. Und immer “zitiert in…” zu schreiben ist auch nicht das wahre. Vor allem kann ich keine Ideen aus den “Klassikern” selbst aufgreifen. Ich kann nur Gedanken aus zweiter Hand verarbeiten, also von Autoren, die Zugriff auf Jstor hatten - das ist schlecht für die Qualität und Quellentreue meiner Arbeit.
    Am besten finde ich das Argument in der c’t, dass die Steuerzahler die “Restricted Access”-Artikel drei mal bezahlen müssen: Einmal bei der Forschungsförderung, dann beim Peer-Review, ein drittes Mal wenn die Uni’s ihre eigenen Forschungsergebnisse wieder von den Providern wie Jstor durch Abos wieder zurückkaufen müssen. Es ist absurd.
    Aber der Trend geht eindeutig Richtung Open Access. Hoffentlich springen da auch die renommierten Forscher auf. Die müssen für ihre Anerkennung nicht mehr in renommierten Fachzeitschriften publizieren.
    Diejenigen Autoren, die auf Open Access setzen, machen bei mir natürlich einen Großteil der Quellen aus. Zumindest kommen die leichter in mein Literaturverzeichnis als die Forschungsarbeiten, die aufgrund der gestiegenen Abokosten nicht mehr zugänglich sind. Hoffentlich spricht sich das rum.

    Gruß,

    rc

  2. Ketten der Wissensgesellschaft online:
    http://www.heise.de/ct/06/12/190/

  3. Tipp: Für 15 Euro kann man sich ein Jahr den Zugang zu einem kleinen JSTOR-Paket in der KB Den Haag sichern (JSTOR gibt es leider in verschieden großen Paketen). Sie Seite Wikipedia:Bibliotheksrecherche gibt weitere Hinweise.