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Stolberger Jude wurde gelöscht

Dass Berthold Wolff ein karitativ tätiger Stolberger Textilhändler war, dass er dem Holocaust glücklich entkam und ein Park in Stolberg heute nach ihm bekannt ist – macht nichts, der Jude wird gelöscht. In der Wikipedia führt bei solchen Löschdiskussionen vor allem ein ignoranter Veterinär, der Adminstrator Uwe G. das groÃ?e Wort.

16 Kommentare

  1. Gerade in der Diskussion gefunden …

    „Der Bloggeintrag ist eine Unverschämtheit, aber eine Parkbenennung ist eindeutig ein Relevanzmerkmal. Auch nach unseren Relevanzkriterien. Die Herstellung ist wünschenswert. Solche Ausfälle gegen Admins sind es dagegen nicht. –GS 18:42, 6. Sep 2006 (CEST)“

    … dem kann ich mich nur anschließen, denn eine sachliche und fachliche Unterstützung wäre allemal besser gewesen.

  2. Ich habe meinen WP-Account bis auf weiteres sperren („inaktiv“) lassen. Es wurden bereits öfter Vorschläge gemacht, dass Blogger, die die Wikipedia harsch kritisieren, als Benutzer gesperrt werden sollen. Die Wikipedianer betrachten jede Art von Kritik, die von unzufriedenen Benutzern von außen geübt wird, gern als „Hochverrat“, der zum drastischsten Mittel, der Benutzersperrung berechtigt. Nur innerhalb ihres künstlichen Biotops dürfen Meinungen geäußert werden, wobei es mit Kritik ganz schlecht aussieht. Da herrscht eine Betonkopf- und Bunkermentalität vor, die gern darauf verweist, dass die Meinungsfreiheit nicht für die Wikipedia gilt.

    Die Seiten der Wikipedia sind eine öffentliche Quelle und wenn ein inkompetenter und sozial überforderter Administrator wie Uwe Gille (der Klarname wird dort genannt, ich oute hier niemand) zwar Artikel über unwichtige Hundekrankheiten anlegt, zugleich aber immer wieder kaltschnäuzig Inhalte, die er nicht versteht oder für unwichtig hält, löscht und sich in der Wiederherstellungsdiskussion so gut wie immer uneinsichtigt zeigt, so ist das hier eine Nachricht wert. Es zeigt nämlich, dass bornierte Exklusionisten an den Schalthebeln sitzen, nämlich bei der Abarbeitung der Löschkandidaten.

    Es spricht für sich, dass Gille meine Abneigung gegen sein Verhalten mit seinem Löschvotum des Artikels über mich begründet. Das spielt für mich keinerlei Rolle, ich habe mich, was Behalten oder Löschen angeht, da immer heraus gehalten.

    Hier kann mich sich über Herrn Gille weiter informieren:
    de.wikipedia.org/wiki/Benutzer_Diskussion:Uwe_Gille#Karl_Anton_Franz_Donat_Freiherr_Heu.C3.9Flein_von_Eussenheim_und_Franz_Anton_Donat_Freiherr_Heu.C3.9Flein_von_Eussenheim
    de.wikipedia.org/wiki/WP:WW#Franz_Anton_Donat_Freiherr_Heu.C3.9Flein_von_Eussenheim

    Da geht es um zwei Würzburger Domherren, die Gille für unwichtig hält. Dass Quellenangaben fehlen (was einen gravierenden Mangel, aber – noch – keinen Löschgrund darstellt) heisst nicht, dass sie erfunden oder unwichtig waren.

  3. Die Kommentatoren:

    Name: Benutzer – E-mail: acde@xyz.de
    Name: M. – E-mail: nomail@nomail.com
    Name: MM – E-mail: tutnichts@zursache.de

    Erwarten doch nicht im Ernst, dass ihre „Kommentare“ freigeschaltet werden?

    Das beleidigte Genöle mancher Wikipedianer zeugt von grandioser Selbstüberschätzung; Der Chef der Glaubenskongregation ist ein verständnisvollerer und einsichtigerer Diskussionspartner.

  4. Lustig, als „beleidigtes Genöle“ hätte ich jetzt den Beitrag von Herrn Graf gewertet. Dürfte ich noch etwas genauer wissen, was mit meinem eigenen nicht stimmt? Herr Graf muss nicht vor Kritik geschützt werden; da er selbst nicht damit spart kann er ganz sicher auch einstecken, oder etwa nicht?

    (Und entschuldigen Sie bitte das doppelte Abschicken meines Beitrags; da er auch nach längerer Zeit nicht angezeigt wurde ging ich von einem Öbertragungsfehler aus. Auf die Idee, dass er von der Moderation weggefiltert worden ist, bin ich nicht gekommen.)

  5. Die Wikipedia ist offen für alle, es gibt eine Reihe von Plattformen um die eigene Meinung zu veröffentlichen und eine Fülle von Mechanismen die der Willkür einzelner und/oder ungerechtfertigten Angriffen entgegenwirken können. Ein Blog hat diese Möglichkeiten nicht. Niemand hindert den Betreiber daran, z.B. unbequeme Kommentare einfach nicht zu veröffentlichen.

    Vor diesem Hintergrund halte ich es für mehr als verständlich, dass Blog-Angriffe auf die Wikipedia nicht gern gesehen werden. Davon ganz abgesehen sind persönliche Angriffe wie der hier vorgetragene zumindest schlechter Stil (eigentlich sogar arrogant und unverschämt) und der Autor muss sich durchaus die Frage gefallen lassen, warum er meint persönliche Probleme mit einem Wikipedianer im Rahmen eines Blogs austragen zu müssen.

    Und bitte:
    Wer sich anmaßt, beurteilen zu dürfen ob Artikel wichtig sind oder nicht (siehe „unwichtige Hundekrankheiten“), sollte mit Kritik an Sachverstand und Neutralität anderer sehr sehr vorsichtig sein!

  6. Pingback: Nur mein Standpunkt » Na dann, verbrennt mich bitte auch, ja?

  7. Hihihihi… Tja, da müssen sich wohl erst noch ein paar Leute an einen gewissen Kritikstil gewöhnen.

    Andererseits: wie völlig abwegig, den eigenen Zensuranspruch auf alles _über_ die (nicht etwa _in_ der) Wikipedia Geäußerte auszudehnen…

    Was für ein trauriges Schicksal: Wikipedia-Dissident!

  8. „Vor diesem Hintergrund halte ich es für mehr als verständlich, dass Blog-Angriffe auf die Wikipedia nicht gern gesehen werden.“

    Oho. Hört hört. Soso. Na wenn das so ist, dann bitte alle Blogger sperren die irgendwann mal was gegen die Wikipedia geschrieben haben – das dürfte eine Zeitlang dauern.
    Perönliche Kritik oder Kritikstil hin oder her, ob der Eintrag hier gerechtfertigt war oder nicht – das ist eine ganz andere Diskussion. Hier geht es darum, dass auf der Diskussionsseite und gerade ebend wieder ein Generalverdacht gegen alle Netbib-Blogger geäußert wurde und jene, die in der Wikipedia aktiv sind dann recht nett in Sippenhaft genommen werden wenn gefordert wird die „Benutzer“ des Blogs zu sperren. Tja: „Logik, Logik, wer fragt dem sagt die Logik wie und was und wo und wann…“ – um mal Professor Alonsius aus der Musicalversion eines bekannten netten Filmchen zu zitieren. Ich reiche auch gerne einen Tee zur Beruhigung. 😉

  9. Also so wie ich das sehe ist die Frage des Kritikstils und ob der Blog-Eintrag gerechtfertigt war keineswegs eine andere Diskussion, sondern der Kern der hier stattfindenden. Aber klar: es ist natürlich viel bequemer sich über die ach so bösen Wikipedianer zu ereifern, als die Gründe ihres Handelns zu hinterfragen und zu versuchen sie zu verstehen.
    Dass eine komplette Sperrung aller Netbib-Blogger nicht stattfinden wird ist jedem klar der die Wikipedia kennt, aber sollte man sich nicht auch mal die Frage stellen warum Leute auf so eine Idee kommen?

    Und was die Logik angeht:
    „Hier geht es darum, dass auf der Diskussionsseite und gerade ebend wieder ein Generalverdacht gegen alle Netbib-Blogger geäußert wurde“
    Aha, in den Kommentaren zu einem Blog-Eintrag geht es also in Wirklichkeit um Wikipedia-Diskussionen die Reaktionen auf genau diesen Blog-Eintrag waren/sind. Logisch?

  10. Kg spielt immer mal gerne die beleidigte Leberwurst, wenn seine Meinung gerade mal nicht durchgesetzt wurde. Das kennen wir doch. Was soll die ganze Aufregung, er kommt irgendwann wieder. Und das ist auch gut so. Sachlich hat er ja recht, der betreffende Administrator ist problematisch. Aber dass der Vergleich einer Person mit einer Hundekrankheit völlig unsachlich ist, das müsste ja einem Historiker durchaus auch zugänglich sein. Und dass der implizite Vorwurf des Antisemitismus eine Unverschämtheit ist, auch. Dass er in einem eigenen Blog Beispiele für sehr gute Wikipedia-Artikel nennt, die zufällig alle von ihm selbst geschrieben wurden und allesamt nur eine Ansammlung von Informationsfetzen und Links sind, aber keine halbwegs vollständigen und verständlichen Lexikonartikel, das soll hier nur kurz erwähnt werden.

  11. Ach was! Haben die bösen Wikipedianer, mit ihrer „Betonkopf- und Bunkermentalität“, die fiesen Feinde der Meinungsfreiheit, die bornierten Exklusionisten den Artikel doch tatsächlich wiederhergestellt!?

    Verzeihung, wollte auch mal der Polemik frönen 😉

    Aber zurück zur Sache:
    Hier waren genau die Mechanismen am Werk, die ich in meinem ersten Kommentar angeführt habe. Es gab eine Wiederherstellungsdiskussion bei der man zu der Öberzeugung gekommen ist, Personen nach denen öffentliche Einrichtungen (in diesem Fall ein Park) benannt wurden, seien für die Wikipedia relevant. Daher wurde der Artikel wiederhergestellt. Aber so etwas wird eben nicht durch Polemik auf Plattformen außerhalb der Wikipedia erreicht (das haben schon andere erfolglos versucht), sondern durch vernünftige Argumente innerhalb selbiger.

    Also: Auch Wikipedia-Administratoren sind nur Menschen und können Fehler machen bzw. nicht alles wissen. Deshalb gibt es dort Dinge wie Lösch- und Wiederherstellungsdiskussionen. Und wie man sieht: es funktioniert.

  12. _Hier_ findet ja auch nicht die Diskussion, sondern eine Meta-Diskussion statt (Diskussion der Diskussion quasi). Dass die selbst in die eigentliche Diskussion mit eingegangen ist, halte ich für fragwürdig, aber das Web erlaubt es eben gut und praktisch zu referenzieren, da passiert dann eben so etwas auch mal.

    Abseits der Diskussion um den für mich persönlich absolut irrelevanten Wikipedia-Artikel ist eben interessant, die Mechanismen der Wikipedia zu diskutieren und zu begleiten. Die Machtstellung der Admins ist jedenfalls sicher fragwürdig. Das Verfahren ist einfach zu unscharf präzisiert. Es _muss_ da ja quasi zwangsläufig Streit geben. Und besser wird es bestimmt nicht: Schließlich ist die Frage, was Relevanz hat, ja eine Kernfrage für alle Content-Produzenten. Wenn die einfach und einheitlich zu beantworten wäre, wär‘ ja alles wunderbar. Dazu kommt sicherlich, dass die Reputationsmechanismen in der Wikipedia eher auf Dorfklatsch-Niveau funktionieren. Keine Rankings, Benotungen etc.pp., einfach nur Grüppchenbildung, „Gewohnheitsrecht“ und Defamation.

    Gibt es eigentlich einen einzigen Fall, wo ein Autor seinen ramponierten Ruf in der Wikipedia erfolgreich wiederhergestellt hat (ohne neuen Account)? Gibt es Reputation abseits von Admin-Status, Diskussionsverhalten und Edit-Aktivität?

  13. „Rankings, Benotungen etc.pp.“ sind der beste Weg, eine Community kaputt zu machen.

    Und klar gibt es über die Frage der Relevanz immer wieder Streit, weil sie nicht einfach zu beantworten ist, wie Du ja schreibst. Ob nun mit oder ohne Admins. Nur, dass mit Admins auch irgendwann mal eine Entscheidung getroffen wird, nach der man sich dann anderen Dingen zuwenden kann.

  14. Ich finde die Steuerungsmechanismen in der Wikipedia funktionieren erheblich besser als ich es ihnen anfangs zugetraut habe. Rankings usw. sind letztlich durch geschickt zusammenarbeitenden Grüppchen auch manipulierbar.

    Diffamierende Angriffe über einen Blog zu starten, noch dazu mit persönlichen Angriffen auf Einzelne ist jedenfalls eine bei weitem schlechtere Lösung.

  15. @ kg: Danke für die offenen Worte. Ich hatte schon länger den Eindruck, dass das größte Problem der Wikipedia einige autoritäre Admins sind.

    Es gibt übrigens keinen eigenen Antisemitismus-Eintrag mehr, da ist jetzt eine Weiterleitung zum Eintrag „Judenfeindlichkeit“. (Vor einigen Jahren wunderte ich mich noch darüber, dass einer in der Diskussion behauptete, dass Antisemitismus ein Kreislauf ist, der vom schlechten Benehmen mancher Juden genährt wird.)

    A propos diffamierende Angriffe auf Wikipedia:
    http://floriss.antville.org/stories/1452934/
    (Erst fragen, dann Bild kopieren, danke.)