Bibliotheken und die SacherschlieÃ?ung in sozialen Netzwerken ist das Thema meines Beitrags zur Social-Software-Fortbildung kommenden Montag in München. Das verlinkte Thesenpapier ist für diejenigen interessant, die vorab schon mal in theoretischer Form zur Kenntnis nehmen möchten, worum es mir geht. Meine Präsentation am Montag wird hingegen eher anschaulich sein. Im AnschluÃ? daran wird man aber sicherlich noch diskutieren können, ob sich Social Bookmarking als SacherschlieÃ?ung in sozialen Netzwerken bezeichnen läÃ?t, und ob es die Arbeit von “Information Professionals” in positiver Weise verändern könnte.
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23.11.2006 um 10:07 Uhr
Da Oliver dies noch in das Weblog zur Münchener Fortbildung einpflegen wollte, habe ich nun noch eine Kurzfassung meines Thesenpapiers angefertig. Bitte sehr:
Die Entwicklung des Internets hat ein Informationswachstum neuer
Größenordnung verursacht, das mit den traditionellen Mitteln
bibliothekarischer und dokumentarischer Sacherschließung kaum noch
bewältigt werden kann. Bei den vor drei Jahren entstandenen
Social-Bookmarking-Plattformen (Beispiele: del.icio.us, Connotea)
entsteht eine “lose gekoppelte” gemeinschaftliche Sacherschließung aus
den Linksammlungen vieler einzelner Benutzer. Informationsbenutzer
bilden hier ad hoc objekt-zentrierte soziale Netzwerke; unterstützend
wirkt dabei eine unkontrollierte Verschlagwortung (“Tagging”) und der
einfache Austausch von Schlagworten zwischen Benutzern (“Folksonomy”).
Das Aufkommen der Social-Bookmarking-Dienste ist nur ein weiteres
Merkmal eines grundlegenden Rollenwandels der Informationsbenutzer,
die zunehmend explorativ, selbstlernend und vernetzt arbeiten.
Bibliothekare und Dokumentare sollten das produktive Potential dieser
Umwälzung aufgreifen, denn auf den neuartigen Plattformen stoßen auch
die “traditionellen” Vorgehensweisen und Erschließungsdaten auf ein
neues Interesse, aber auch die neuen Aktivitäten der einst passiven
Benutzer resultieren in einer Informationsquelle von hoher Relevanz.