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Schavanengesang: Bibliotheken und Verlage legen Streit bei

7. Februar 2007 von WT

“Im Rahmen eines von Bundesbildungsministerin Annette Schavan initiierten Dialogs von Wissenschaft, Bibliotheken und Verlagen haben sich der Deutsche Bibliotheksverband (DBV) und der Börsenverein auf Vorschläge zur Sicherung einer zukunftsgerichteten Literaturversorgung in Bildung und Wissenschaft verständigt.”

– so das Boersenblatt und weiter:

Bibliothekaren und Verlegern ist es damit gelungen, ihre jahrelangen Kontroversen über optimale urheberrechtliche Rahmenbedingungen für die wissenschaftliche Literaturversorgung beizulegen. “Bibliotheken und Verlage sind wichtige Partner für die Versorgung mit wissenschaftlicher Information. Es ist daher ermutigend, dass Bibliothekare und Verleger für schwierige Themen wie den Dokumentversand durch Bibliotheken und die Einsichtnahme in digitale Dokumente über Netzwerke gemeinsam Lösungen erarbeitet haben. Wir werden ihre Vorschläge gründlich prüfen und die Abgeordneten bitten, sie in die weiteren Beratungen zur bevorstehenden Novellierung des Urheberrechtsgesetzes einzubeziehen”

sagt Bundesbildungsministerin Annette Schavan.
Beitrag im Boersenblatt lesen…

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Bibliothek

  1. kg
    7. Februar 2007, 17:59 | #1

    Dieser Teufelspakt ist eine bodenlose Unverschämtheit zu Lasten Dritter nämlich der Benutzer. Die Bibliotheken sind nichts als miese Verräter von “Open Access” und der Interessen von Bildung und Wissenschaft. Den Text findet man hier
    http://www.boersenverein.de/global/php/force_dl.php?file=%2Fsixcms%2Fmedia.php%2F686%2FSchrankenpapier%2520070110%2520endg.pdf
    Wir brauchen eine starke Lobby von Bibliotheksbenutzern, denn die Bibliotheksverbände verraten und verkaufen uns, wie man an dieser ekelerregenden Bündnis sieht.

    Eine Presseerklärung des Urheberrechtsbündnisses ist (noch?) nicht online. Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich mitteile, dass das U. diese mir seit wenigen Tagen informell bekannt gewordene Vereinbarung ablehnt.

  2. FH
    8. Februar 2007, 10:07 | #2

    Man mag in der Tat kaum glauben, dass der DBV solche Positionen unterstützt. Bibliotheksjurist Steinhauer kritisiert das Papier in Inetbib als „Versuch, überkommende Marktstrukturen in das digitale Zeitalter zu retten.“
    Es sind aber nicht “die Bibliotheken”, sondern Verbandsfunktionäre des DBV, die dahinterstehen.
    Erstaunlich ist, dass es fast einen Monat gedauert hat, diese Erklärung öffentlich zu machen und dann noch durch den Börsenverein alleine – auf der Internetseite des DBV ist bis heute kein Hinweis auf das Papier zu finden. Das wirft kein gutes Licht auf den Verband.

  3. B.-C. Kämper
    8. Februar 2007, 21:17 | #3

    Man hat in der Tat den Eindruck, dass das ganze als “Geheime Kommandosache” eingestuft und behandelt wurde, die Mitglieder des DBV waren offenbar nicht informiert. Ich halte das für skandalös. Diejenigen, die in den Universitäten für die Förderung von alternativen Publikationsmodellen und Open Access, über den grünen wie den gelben Weg eintreten, sind jetzt vor den Wissenschaftlern restlos blamiert, der angerichtete Schaden, nicht nur ein Image-Schaden, sondern der, überhaupt noch ernst genommen und gehört zu werden, wird immens sein.

  4. FH
    6. März 2007, 16:42 | #4

    In Börsenblatt Heft 6/2007 sagt Verleger von Lucius zum Thema Lizensierung digitaler Inhalte zu angemessenen Bedinungen : “Öber Geld haben wir noch nicht gesprochen. Beim Dokumentenversand dürften die Gebühren für den internationalen Austausch als Richtschnur dienen.”
    In der Stellungnahme von Frau Lux heisst es dazu: “Zu den angemessenen Bedingungen gehört eine angemessene Lizenzgebühr, die sich zwischen einer verwertungsgesellschaftlichen Vergütung und dem Marktpreis bewegt, also niedriger als der Marktpreis ist.”
    Klingt so, als hätten die beiden “Partner” unterschiedliche Vorstellungen zur konkreten Ausgestaltung dieser Vereinbarung.

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