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onleihe = Digitale Bibliothek 0.5

Patrick hat sich den Dienst onleihe, der ja ein wenig Etikettenschwindel betreibt, noch einmal genauer angesehen, und kommt in seiner Analyse zu dem Schluss, dass dieses Angebot (Bibliothek 2.0 – der Sprung in die digitale Medienwelt) herzlich wenig mit „Bibliothek 2.0“ zu tun hat.

Ich frage mich wirklich warum ein solcher Service sich 2.0 nennt, wahrscheinlich weil es modern ist. Aber man darf sich dann auch nicht wundern, wenn man an diesem beanspruchten Label gemessen wird. Bibliothek 2.0 ist eben nicht ein Begriff, den man unreflektiert zum Marketing verwenden sollte, da er auch Verpflichtungen mit sich bringt.

Autor: Edlef Stabenau

Ich bin Bibliothekar

8 Kommentare

  1. Stirb langsam 4.0

  2. Guten Tag Herr Stabenau,

    mein Name ist Holger Behrens und ich bin geschäftsführender Gesellschafter der DiViBib GmbH. Insofern mögen alle meine Gedanken und Ausführungen „gefärbt“ sein – dennoch bitte ich um sachliche Auseinandersetzung damit, obwohl ich kein Bibliothekar bin.

    Ich bin überrascht, dass diese Netbib Community die zweimal explizit von Herrn Hasiewicz gestellte berechtigte Frage einfach ignoriert und anstatt dessen lieber weitere „Posts“ aufmacht, um die Onleihe weiterhin zu „bashen“ bzw. auf einen anderen gleichgesinnten Artikel von Herrn Danowski verlinkt. Falls diese Community aber die Fragen übersehen haben, wiederhole ich sie gerne noch einmal:

    „Sind Sie der Meinung, dass Bibliotheken ein Angebot, das Informationen und Inhalte digital zugänglich macht, deshalb nicht anbieten dürfen/sollen, weil es “nur” von derzeit 95 % der Internetnutzer in Anspruch genommen werden kann?
    Würde die Bejahung dieser Frage letztlich aber nicht auch bedeuten, dass öffentliche Bibliotheken, die z.B. ja auch Software wie Lernprogramme verleihen, damit sofort aufhören sollten, es sei denn, sie hätten jeweils das identische Programm für Windows-, Apple- und Linux-User in ihrem Medienangebot (lauffähig in jeder Betriebssystemversion die noch im Markt ist)? Und wie sieht es mit CDs und DVDs aus? Es gibt noch genügend Leute, die VHS einsetzen und BEIDE digitalen Standards sind proprietäre Formate, für die Gerätehersteller Lizenzen bezahlen müssen. Sollte man dann auch diese Medienträger nicht in einer öffentlichen Bibliothek anbieten, weil man ja für deren Nutzung „gezwungen“ wird, ein von Philips und Sony lizensiertes Gerät gekauft zu haben?“

    Für Ihre Antworten vielen Dank im Voraus. Oder gilt hier einfach der alte Grundsatz „Wer schweigt stimmt zu?“ und Sie stimmen inzwischen alle der Argumentation von Herrn Hasiewicz vollständig zu?

    Mit freundlichem Gruß aus Wiesbaden

    Holger Behrens
    Geschäftsführer DiViBib GmbH

    PS: Ich verspreche Ihnen, dass ich auch noch kurzfristig den von Ihnen fälschlicherweise vorgeworfenen „Etikettenschwindel“ richtigstellen werde. Ich habe leider keine Zeit, diese Blogs täglich zu verfolgen und bitte deshalb darum, mir meine zeitverzögerte Antwort nachzusehen.

  3. „leider keine Zeit …“
    Gibt es in der Stellenbeschreibung nicht wenigstens ein paar Prozentpunkte für „Marktbeobachtung“? Mit ein paar Klicks bei einem Feed-Reader der Wahl die wichtigsten RSS-Feeds auf relevante Stichwörter (z. B. divibib ;-)) filtern und man verpasst nie mehr, wenn andere über einen reden. Und man lernt noch was dabei, nämlich was wirkliche Basistechniken für die Bibliothek 2.0 ausmachen :-)!

  4. Hallo holms,

    vielen Dank für den freundlichen und unterhaltsamen Hinweis. Allerdings finde ich es bezeichnend, dass dies die erste (und bisher einzige) Antwort auf meinen Post ist – es findet keine argumentative Auseinandersetzung mit dem Thema „Onleihe“ statt, sondern Sachargumente werden augenscheinlich einfach ignoriert.

    Mit freundlichem Gruß

    Holger Behrens
    Geschäftsführer DiViBib GmbH

    PS: Immerhin innerhalb von einer guten Stunde auf Ihren Beitrag geantwortet – reicht Ihnen das bereits als Reaktionsgeschwindigkeit und Nachweis meiner persönlichen Web 2.0-Kompetenz?!? 😉
    Für uns ist es allerdings nicht das Wichtigste, was Andere über uns reden, sondern wie zufrieden unsere Kunden und deren Bibliotheksnutzer sind – darauf diese Zufriedenheit zu erhöhen, verwenden wir unsere Zeit und unsere Energie.

  5. Hallo Herr Behrens,
    es mag sich vielleicht nur so lesen, aber ihre Frage hebt IMHO auf einen kleinen Teilbereich des Problems ab – zugegeben eines sehr wichtigen Bereichs nämlich der des DRMs.
    Die Kritik liegt doch jedoch darin begründet – da ist natürlich die obige Fragestellung ein Unterthema – dass all die Funktionen, die unter dem Begriff der Bibliothek 2.0 zusammengefasst werden nicht auf die Onleihe zutreffen. Das hat Patrick ja sehr deutlich herausgestellt.

    wir sind überzeugt davon, dass der Verzicht auf ein Trägermedium beim Ausleihen von Inhalten und die Möglichkeit der bequemen Ausleihe von Zuhause aus – also nicht nur die Interaktion mit Metadaten (z.B. Recherche oder Reservierung) sondern die zeitlich befristete Nutzung von Inhalten aller Art aus einer öffentlichen Bibliothek sehr wohl eine „äußerst signifikante Änderung am Programm“ darstellt.

    schrieben Sie bei Patrick, aber dies ist eindeutig zu wenig um die Verwendung des Begriffes Bibliothek 2.0 zu rechtfertigen. Jedenfalls meiner bescheidenen Meinung nach.
    Sehen Sie: Die Kritik heißt ja nicht dass man ihre Onleihe nicht im Prinzip gut findet, das räumt Patrick auch ein. Die Kritik zielt nur daraufhin ab dass eventuell ein falsches Label verwendet wurde wo dieses nicht angebracht war.
    Wir können natürlich auch gerne nochmal über DRM, Bibliotheken und Ihre oben gestellte Frage reden, aber sie führt uns auf einen Nebenschauplatz, der sicherlich mit dem Hauptschauplatz zusammenhängt aber ich finde dass uns das Verbeißen in solche Nebenschauplätze nicht weiterbringt.
    Bibliothek 2.0 ist eben mehr als nur die reine Abbildung einer Bibliothek 1:1 im Netz mit genau denselben Modalitäten.

  6. Ich bin zur Zeit im Urlaub, darum erst jetzt die Antwort.
    Auch ich habe nichts gegen e-Books, allerdings bin ich absolut kein Fan. Ich habe damals u.a. auch das Rocketbook testen koennen = nichts gegen ein richtiges Buch.
    E-Books sind sicher OK in und fuer WBs, meinetwegen auch in ÖBS, aber Belletristik u.ä. als E-Book? Wer’s mag, soll es natürlich gerne nutzen.
    Von unseren BenutzerInnen höre ich öfter mal, wenn Sie ein E-Book im Katalog gefunden haben. „Haben Sie das nicht gedruckt?“
    Allerdings halte ich DRM fuer extrem nervig und ich werde sicher NICHTS mehr kaufen bzw. benutzen, was so geschuetzt ist (es sei denn aus beruflichen Gruenden). Ich habe da sehr traurige Erfahrungen machen muessen, obwohl ich mich mit der Technik ein wenig auskenne.
    Zu der Frage von Herrn Hasiewicz: „Nein“.

    Aber das war auch gar nicht mein Thema. Ich aergere mich nur über die „Inbesitznahme“ des Begriffs „Bibliothek 2.0“. Aus Marketinggruenden nachvollziehbar, aber, wie schon mehrfach geaeussert, hat die onleihe absolut nichts mit dem, was die meisten BibliothekarInnen unter dem Begriff „Bibliothek 2.0“ verstehen, zu tun! Hier noch mal der Link zu dem deutschen Standardartikel zu dem Thema Bibliothek 2.0 – Die Zukunft der Bibliothek? von Patrick Danowski und Lambert Heller. Auch dort ist nichts von E-Books und DRM zu lesen.
    Ich bezweifle auch, das im

    „praktischen Einsatz für die Zielgruppe der Kommunikation (…) das Label 100% sinnvoll und richtig“

    war.
    Das in Kuerze, jetzt zurück in den Urlaub 🙂

  7. Um darauf mal in aller Kürze zu antworten:

    1.

    „Sind Sie der Meinung, dass Bibliotheken ein Angebot, das Informationen und Inhalte digital zugänglich macht, deshalb nicht anbieten dürfen/sollen, weil es “nur” von derzeit 95 % der Internetnutzer in Anspruch genommen werden kann?“

    Nein, der Meinung bin ich nicht. Auch DVD-Player finden sich nicht in allen Haushalten, trotzdem bieten Bibliotheken zu Recht DVDs an. Ich bin allerdings der Meinung, dass man keine DVDs anbieten sollte, die nur auf DVD-Playern bestimmter Marken laufen, weil die Hersteller völlig ohne Not und ohne das Interesse der Kunden auch nur im Geringsten zu beachten die Zugänglichkeit der Medien einschränken. Um es kurz zu sagen: Man kann es nicht allen recht machen, das ist klar. Man muss ein Angebot aber auch nicht künstlich verschlechtern, wie es bei der Onleihe der Fall ist.

    2.
    Das Lob, das Sie hier einfordern, bekommen Sie doch schon zur Genüge in der Tagespresse. Vom Fachpublikum muss es zwangsläufig angesichts der gravierenden Mängel Ihres Angebotes sparsam dosiert bleiben.

    3.
    Zum Streit um die Begrifflichkeit „Bibliothek 2.0“: Ein Versionswechsel von der herkömmlichen zu Ihrer Version einen Bibliothek hat nicht stattgefunden. Ein Beispiel: Herr Hasiewicz schreibt im Kommentar zum anderen Netbib-Posting:

    Ich kann im Text Anmerkungen machen, ohne dass das (wie bei Büchern) für alle nachfolgenden Leser zum Ärgernis wird.

    Es ist dann kein Ärgernis für nachfolgende Leser. Aber auch kein Vorteil für mich. Schließlich kann ich die Datei mit diesen Anmerkungen nicht nachhaltig sichern, oder? Was habe ich von Anmerkungen, die nach ein paar Tagen wieder verschwunden sind? Ich mache ja keine Anmerkungen, nur um irgendwo Anmerkungen machen zu können. Der Sinn dahinter ist, dass ich auch in weiterem zeitlichen Abstand durch diese Kommentare Textstellen schneller wiedererschließen kann.

    Das nur in aller Kürze…

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