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Weblog-Surftipp des Tages: Dare Obasanjo über Social Networking

Der Microsoft-Mitarbeiter Dare Obasanjo bloggt regelmäÃ?ig Interessantes über Social Networking. Vor zwei Wochen zeigte er beispielsweise detailliert, daÃ? es mittels OpenID  technisch relativ simpel wäre, Dienste wie MySpace oder Facebook (in Deutschland erfolgreich nachgebaut von StudiVZ) untereinander interoperabel zu machen.

Im Falle von Social-Networking-Diensten hieÃ?e das vor allem, daÃ? man Kontakte zu Benutzern knüpfen kann, auch wenn sie bei einem anderen Dienst sind als man selbst. Dare weist darauf hin, daÃ? es geschäftliche Gründe sind, die Social-Networking-Dienste davon abhalten, ihren Benutzern mit einer solchen Lösung weiterzuhelfen. Bruce D’Arcus macht zu Dares Beitrag die interessante Bemerkung, daÃ? Interoperabilität durch OpenID für „open bibliographic services like Zotero, CiteULike, and RefBase“ perfekt wäre, und daÃ? die genannten Diensteanbieter eigentlich durch keine geschäftlichen Gründen davon abgehalten werden, auf diese Weise für mehr Interoperabilität zu sorgen. (Hübscher Begriff übrigens, “ open bibliographic services“. In der Variante „social bibliographic services“ ist das viel  treffender als das heute übliche „academic social bookmarking services“.)

Dares Weblogs beschäftigt sich auch mit der bisher noch wenig beachteten Konkurrenz zwischen Websuchmaschinen und sozialen Netzwerkdiensten. Aus der Sicht von Google (darum geht es u.a. in diesem Beitrag) gehört Facebook beispielsweise tatsächlich zum „Deep Web“, und anders als die Wissenschaftsverlage im Fall von Google Scholar können die Besitzer dieser Deep Webs nicht wollen, daÃ? Google einen – und sei es auch nur beschränkten – Zugriff auf ihre Daten hat. Google fehlt damit eine fundamental wichtige Informationsgattung. Seine Spezialisierung auf das Zusammenstellen heterogener Daten zwecks Auswertung der Verknüpfungen zwischen ihnen wird immer unzureichender. Da das Web 2.0 vor allem das Netz seiner Benutzer ist, wird ein „nächstes groÃ?es Ding“ die Frage sein, wie sich Informationen über Menschen aus verschiedenen Netzwerk(dienst)en agreggieren und die Verknüpfung zwischen ihnen auswerten lassen, wie man also zum umfassenden sozialen Diagramm des Webs gelangt.

Autor: Lambert Heller

Librarian 2.0, interested in knowledge management, publishing and communities on the web. Likes Open Access / Open Data. Hannover, Germany.

3 Kommentare

  1. Die Uhren ticken im Internet anders: Was ich in meinem Beitrag vor einer Woche noch als Allerweltsweisheit verkündet hatte trifft bereits heute nicht mehr zu.
    Ich schrieb, Social-Networking-Dienste könnten „nicht wollen, daß Google einen – und sei es auch nur beschränkten – Zugriff auf ihre Daten hat. Google fehlt damit eine fundamental wichtige Informationsgattung.“ Seit gestern Nacht realisiert Facebook einen beschränkten Websuchmaschinen-Zugriff auf die Benutzerprofile, vgl. http://gigaom.com/2007/09/05/facebook-open-to-public-search/ .

  2. Ob und wie die Anbieter von Social-Networking-Diensten dazu stehen, Suchmaschinen Zugriff auf ihre Daten zu haben, ist die eine Frage, aber ist es auch im Interesse der Nutzer dass ihre Kommunikation und Kontakte öffentlich auftauchen? Es ist ja wirklich schon unheimlich, was für ein detailliertes Bild man sich von manchen Menschen durch ein wenig Googeln machen kann und ich bezweifle, dass es den meisten egal wäre, wenn ihr Profil von StudiVZ, GayRomeo, goFeminin, anarchieforum oder was auch immer durch eine simple Suchanfrage so einfach gesammelt aufbereitet auftauchen.

  3. Pingback: Data Sharing Summit und OpenID in Bibliotheken « Jakoblog — Das Weblog von Jakob Voß