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Beluga oder: Sinn und Unsinn des Katalog 2.0

Sieben Hamburger Bibliotheken werden in den kommenden zwei Jahren mit Beluga einen eigenen Bibliothekskatalog aufbauen, der u.a. sich durch Personalisierungsfunktion, Mashups und einen Web Service auszeichnen wird. Nähere Informationen zu dem Projekt gibt das Beluga-Blog.

Auf der GBV-Verbundkonferenz, auf der das von der Behörde für Wissenschaft und Forschung geförderte Projekt vorgestellt wurde, gab es im Rahmen des Workshops der Facharbeitsgruppe ErschlieÃ?ung und Informationsvermittlung eine spannende Diskussion um den Sinn oder Unsinn der Integration von Web 2.0-typischen Funktionalitäten in den Katalog:

  • Sprechen die 2.0-Kataloge nicht bloÃ? eine Info-Elite, insbesondere aus dem geistes- und sozialwissenschaftlichen Bereich, an?
  • Wird es überhaupt ausreichend Benutzer geben, die sich an der ErschlieÃ?ung von Literatur durch Vergabe eigener Tags und Rezensionen beteiligen?
  • Wie kann sichergestellt werden, dass die Tags und Rezensionen zwischen einzelnen 2.0-Katalogen ausgetauscht werden können, um so leichter eine „kritische Masse“ an zusätzlicher ErschlieÃ?ung zu erreichen?
  • Ist es überhaupt zu verantworten, dass der Katalog als zentrale Informationsdienstleistung von Bibliotheken in einen „permanenten beta-Zustand“ versetzt wird?
  • Sollte man sich in der Tat an die eigene Entwicklung von Software wagen (wie in Hamburg geplant) oder auf bereits fertige Open Source-Lösungen wie beispielsweise VuFind zurückgreifen?

Antworten für Skeptiker und Begeisterte des Themas Bibliothek 2.0 werden die praktischen Erfahrungen aus der mittlerweile nicht unbeträchtlichen Anzahl von deutschen und internationalen Katalog 2.0-Projekten liefern. Ein Fazit aus der Debatte in Bremen: Das Label „Katalog 2.0“ ist polarisierend und hält zu sehr von einer Diskussion um das Wesentliche ab: Was sämtliche Projekte nämlich jenseits des Hypes um partizipative bzw. kollaborative Dienste auszeichnet ist das Bemühen, den Katalog zu einem besseren Recherche- und Entdeckungsinstrument zu machen. Dafür sollte jeder Lösungsansatz willkommen sein, ob nun von kommerziellen Anbietern wie OCLC/PICA oder ExLibris, Bibliotheksbenutzern wie im Falle von LibraryThing oder von Bibliotheken selbst. Passend dazu erinnerte Keynote-Speaker Tobias Möller Walsdorf in Bremen auch an Tim Spaldings Manifest „Wie OPACs SpaÃ? machen können.“

Ein Kommentar

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