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Selbstausleihe und Privatheit

Die Selbstausleihe an sich ist hierzulande kein groÃ?artiges Thema mehr – bequemen Komfort für die Kunden zu bieten ist heute mit RFID und anderen Techniken kein Problem mehr. Der Gang zur Theke nicht unbedingt mehr von Nöten. In den USA allerdings hat die Selbstausleihe einen Aspekt, der hierzulande noch nicht – oder kaum? – gegeben ist: Bestellte Bücher, die zur Selbstabholung in der Bibliothek bereitstehen. Wenn man hier den vollen Namen des Bestellers öffentlich sichtbar macht, dann prallen Komfort und Bequemlichkeit auf die Privatheit und Datenschutz.

With self-check, patrons can come pick up books they reserve without having to wait on line or for librarian assistance. The problem with self-check is that libraries put the reserved books out where they are available to everyone and with the patronâ??s name on the tag, allowing anyone and everyone to see what you have reserved.

Chronicles of Dissent, aus dem das obige Zitat stammt, hat in der Vergangenheit schon über das Thema geschrieben und verweist jetzt auf einen Artikel der Washington Post zum sensiblen Thema:

â??I could stand there all day and look at what everyoneâ??s reading, and no one would stop me,â? Jaffa said. And indeed, no one did. No one appeared to even notice.

7 Kommentare

  1. Wer kommt eigentlich auf die Schnapsidee, persönliche Daten in einem RFID-Etikett zu speichern?
    Da kommt die eindeutige Buchnummer rein und sonst nix. Den Rest sollte das Ausleihsystem erledigen.

  2. Pingback: Nur mein Standpunkt » links for 2007-09-24

  3. Es lässt sich zwar kaum miteinander vergleichen aber auf die „Schnapsidee“ kam unsere Bundesregierung in Bezug auf Pässe… Hüstel… 😉

  4. In Bezug auf Pässe kann man das ja fast (!) noch verstehen – hat man ja nicht immer die entsprechende Datenbankanbindung parat.

    Aber in einer Bibliothek? Zur Ausleihe?

  5. Fürs FBI doch sicherlich praktisch – die müssen gar nicht mehr hinter die Theke, die können dann schon so sehen wer verdächtiges Material entliehen hat…

  6. Das FBI wird die Daten sicher auch zentral abgreifen.

    Die RFID-Chips sind sicher für die Leute interessant, die dann mal den halben Bibliotheksbestand auf einen unliebsamen Professor „ausleihen“ oder so.

  7. Die amerikanischen Bibliothekare sind anscheinend sowieso etwas sensibler beim Thema Datenschutz – gibt es auch bei uns Interessierte Kollegen, die sich damit beschäftigen – und dies nicht nur in Form von Postings sondern in Form von Zeitungsartikeln, Informationsmaterial für Nutzer, politischer Lobbyarbeit etc.? Würde mich sehr interessieren, zumal mit der Vorratsdatenspeicherung noch ganz andere Brocken auf uns zukommen.