netbib weblog

Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Wechselt Orientbibliothek nach Marburg?

Jetzt gibt es schon um eine zweite Bibliothek mit Beständen zum Orient/Nahen Osten Schwierigkeiten [wir berichteten unlängst über die erste]. Zwischen den Universitäten Frankfurt und Marburg sollen Studienschwerpunkte ausgetauscht werden, was die Orientalistik und die Japanologie betrifft. Entsprechend sollen auch die Bibliotheksbestände verschoben werden, doch in Frankfurt regt sich Widerstand, wie der Deutschlandfunk berichtet.

6 Kommentare

  1. Die FAZ berichtetet heute über die Frankfurter Bibliotheksverschleppung aus der Sicht eines – nunmehr ehemaligen – Marburger Osteuropahistorikers: http://tinyurl.com/2pdx5o
    Diese hessischen Versuche einer Zentrenbildung bedeuten ja auch immer, dass Bibliotheken in Kartons gesteckt, verbracht, aber nur vielleicht wieder aufgebaut werden: heute werden diese kartonisiert, nicht mehr katalogisiert. Schwer erträglich die Hamburger Bilder einer Orientbibliothek in Umzugskartons. Kommt eigentlich irgend jemand in Berlin an das ganze Tot-Holz – so nennen das Bibliothekare wohl? In BuB vom Oktober war zu lesen, dass sich immerhin angehende Bibliothekare der HAW um Bibliotheken in Umzugskartons kümmern – allerdings nicht die des DOI/GIGA. Wenig Interesse scheint an der HAW auch die unerträgliche Durchsuchung von Bibliotheken (Archiv der Sozialen Bewegungen in der Roten Flora; ebenso in Berlin) im Rahmen exzessiver Ermittlungen gem. § 129a StGB zu finden. Gleichfalls unkommentiert bei HAW-Studenten bleibt denn auch die Begründung eines Haftbefehls gegen den klugen Stadtsoziologen an der HU Berlin, Holm, mit dessen intellektueller und beruflicher Fähigkeit, Bibliotheken nutzen zu können.
    Soziologie, gibt es die eigentlich noch, wo sich Unversität(sbibliothek)en zunehmend im Rahmen von Profilbildung immer gleichförmiger werden und sich gemäß dem aus Gütersloh (Bertelsmann-Stiftung/CHE) wehenden Wind verranken?
    Eine Miszelle von Lepenies:
    http://www.welt.de/welt_print/article1380296/Bewegungslos_im_Hoersaal.html

  2. Die Behauptung von Prof. Plattenborg sind mindestens in Bezug auf die UB Gießen definitiv falsch:
    Die Bibliothek der osteuropäischen Geschichte standen in der UB Gießen nie in Kartons sondern wurden direkt die Regale gestellt und steht für die Ausleihe seit ihrer Ankunft zur Verfügung. Signatur: MSLA. Es ist schon erschreckend dass jemand aus Hass oder Frust falsche Behauptungen in die Welt setzt nach dem Motto, irgendwas wird schon hängenbleiben.

  3. Korrektur: Die Bibliothek der Marburger Slavistik (nicht: osteuropäischen Geschichte) kam nach Gießen. Diese Bestände sind seit ihrer Ankunft ganz normal benutzbar und sie werden auch benutzt. Die Behauptung mit den Kartons ist purer Humbug.

  4. Im Gießener Anzeiger von heute (22.11.07) berichtet der Gießener Anzeiger auf seiner Hochschulseite über die Stellungnahme der Universität Gießen:
    http://tinyurl.com/2mm4c7
    Einen Bericht über den Bibliotheksumzug gab es in Heft 4/2006 des HeBIScocktail:
    http://www.hebis.de/hebiscocktail/index.php?we_objectID=6550

  5. Ich bin beruhigt. Verschleppungen folgen den Regeln für alphabetische Kartonisierung.

  6. es gibt einen blog der betroffenen studentInnen in frankfurt:
    http://exorientelux-frankfurt.blogspot.com/