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Onleihe – einfach nur ätzend (2)

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Nun wollte ich mal mir ein E-Hörbuch anschauen, also die kostenlose Minute genieÃ?en, die jeder Internetnutzer von der Onleihe bzw. den Rechteinhabern spendiert erhält. Bevor ich wieder einen Ausleihevorgang starte, soll das Medium ja laufen. Vorsichtshalber habe ich den neuen Windows-Media-Player 11 heruntergeladen, was aber die Onleihe nicht kümmert. Unverdrossen erhalte ich beim Klicken auf das Playersymbol die Meldung, es fehle ein Plugin. Ich muss also noch ein Plugin für FF installieren, dann warte ich gespannt auf Kafkas Hungerkünstler als Hörbuch – und höre eine Minute Klaviermusik! Da stimmt die Zuordnung nicht. Oder sollte die Minute eine Vorspannmusik sein? Der Titel ist gerade ausgeliehen, klären kann ich es also nicht (auch wenn ich bereit bin, eine weitere meiner 10 Medienausleihen für Testzwecke zu opfern). In jedem Fall möchte man den Sprecher bei einem Hörbuch hören und keine Vorspannmusik! Beim “Geheimnis des Feuers” gibt es 1:30 gratis, und das ist ganz korrekt der Beginn des Hörbuchs.

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2 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Dr. Graf,

    es freut mich sehr, dass Sie die Onleihe nun offenbar zu einer laufenden Kolumne von Netbib gemacht haben. Angebote können einem zusagen oder auch nicht – des einen Eule ist des andern Nachtigall. Und auch wenn sich die Onleihe einer (die Statistiken belegen dies) wachsenden Zahl von Stammnutzern erfreut, haben Sie natürlich jedes Recht, Ihr Missfallen daran zum Ausdruck zu bringen, dass es sich noch nicht „um ein in jeder Hinsicht perfektes Angebot handelt“. Das ist richtig, und wir arbeiten permanent an der Verbesserung dieses Angebots. Gleichwohl weckt die Tatsache, dass Ihre Quintessenz „…einfach nur ätzend“ nicht das Resümee, sondern schon die Öberschrift des ersten Teils war (also a priori), den Eindruck, dass sie wohl nicht eben ergebnisoffen an den Test dieses Angebots herangegangen sind, sondern durch Ihre Aversion gegen jedwede Form von DRM von vorneherein gegen das Angebot eingenommen waren. Immerhin gestehen Sie inzwischen zu, dass auch die von Ihnen gelobten amerikanischen Bibliotheken beim Verleihen von E-Books auf DRM angewiesen sind. Polemik und Häme sind Ihr gutes Recht, aber jedem Leser sollte sich bewusst sein, dass es bei Ihren Beiträgen nicht um eine neutrale Analyse geht, sondern ausschließlich um ein Aufspüren von Schwachstellen, die dort zum Teil in der Tat nicht sein sollten.

    Ein paar Punkte zu Ihren Beiträgen:

    - Bei Ihren kleinen technischen Schwierigkeiten zu Beginn hätte ein kurzer Anruf oder eine Mail sicher geholfen – sowohl die Mitarbeiter der Stadtbibliothek Düsseldorf als auch die der DiViBib GmbH helfen Ihnen gern bei Fragen weiter. Das ist ja auch ein echter Mehrwert dieses digitalen Angebots – es gibt neben dem virtuellen Angebot die Bibliothek vor Ort und somit Hilfestellung durch Menschen, die ich fragen kann, wenn ich nicht weiter weiß, was gerade für ältere Menschen, die vielleicht ihre ersten Schritte im digitalen Bereich machen, ein wichtiger Punkt ist.

    - Ob man unter den angebotenen Inhalten seine Leib- und Magenthemen findet, hängt sicher auch von den persönlichen Vorlieben ab, aber mit Verlagen wie z.B.

    Brockhaus,
    Campus,
    Gabal,
    Galileo,
    Eichborn,
    Reise Know-How,
    O’Reilly,
    Terzio,
    Tivola,
    Hanser,
    Hörverlag,

    bis hin zum Walhalla Fachverlag steht eine Vielfalt hochwertiger Inhalte zur Verfügung, die fortlaufend erweitert wird. Die Onleihe ist ja immer noch ein sehr junges Angebot, das nicht mal ein Jahr alt ist – Sie können sicher sein, dass sich im Inhaltsbereich in der nächsten Zeit noch eine Menge tun wird. Die Ausleihzahlen zeigen jedoch, dass das Angebot auch schon jetzt sehr gut angenommen wird, wobei es dabei durchaus deutliche lokale Unterschiede zwischen den einzelnen Onleihen gibt.

    - Zu Ihrer „Kategorienkritik“: Da Sie, mit Verlaub, das System der Mehrfachkategorisierung nicht ganz verstanden haben, möchte ich dies kurz aufklären. Titel sind nicht nur einer Kategorie, sondern wo inhaltlich sinnvoll, mehreren (Unter-)Kategorien zugeordnet. Daher sind die Zahlen hinter den Kategorien auch nicht gleichzusetzen mit der Zahl der Titel im Bestand. Es handelt sich also nicht um „Rosstäuscherei“, sondern um den Zugang zu Titeln aus mehreren inhaltlichen Perspektiven heraus – auch ein Mehrwert für Nutzer, wie wir finden.

    Auch wenn ich mir in Ihrer Kritik mehr Sachlichkeit und weniger Häme wünschen würde, nehme ich sie dort, wo sie uns hilft, das Angebot weiter zu verbessern, ernst und danke Ihnen. Da, wo Sie noch Inhalte im Angebot vermissen, arbeiten wir engagiert daran, durch weitere Kooperationen mit Inhaltsanbietern weitere Themenfelder abzudecken.

    Wenn Sie darüber hinaus Ideen oder Anregungen zur Onleihe haben, stehe ich Ihnen gern zur Verfügung..

    Mit freundlichen Grüßen

    Christian Hasiewicz

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