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Anonym blogger? Warum nicht?

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Der/die Lonely Librarian macht sich ein paar Gedanken über anonyme BloggerInnen und kommt u.a. zu dem Ergebnis, dass die Anonymen nicht unbedingt Angst vor Restriktionen im Beruf oder sonstwo haben, sondern das diverse Leute sich und Weblogs etc. erst einmal austesten.

Die Erfahrungen mit unserem Selbstlernkursen Lernen 2.0 und 13 Dinge bestätigen diese Sicht der Dinge. Wir hatten ja die Angabe von Namen und persönlichen Daten freigestellt, aber dass fast 98% der TeilnehmerInnen anonym dabei sind, hätte ich nicht erwartet. Wobei es mich natürlich überhaupt nicht stört! ;-)

Wie LoL in dem Beitrag schreibt, diskutieren gerade amerikanische KollegInnen recht aufgeregt

die Mitteilung von The Annoyed Librarian, zukünftig als bezahlte Bloggerin für das Library Journal zu schreiben sowie die Entrüstung der Free Range Librarian darüber, dass dies weiterhin anonym geschieht.

Was meinen denn die LeserInnen hier? Soll oder muss man seinen Namen angeben? Es kann natürlich auch gerne bei der FragestellerIn stattfinden :-) Anonym bloggen oder nicht? – The Lonely Librarian.

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Autor: Edlef Stabenau

Ich bin Bibliothekar

10 Kommentare

  1. Da muss man als Internetnutzer aus einer anderen Zeit auch wieder auf die niemals endenden Diskussionen um Realnamen im Usenet hinweisen (oh, da fällt mir noch ein Schlachtruf von damals[tm] ein: “schließt die Gates”, damals noch ohne !!1!!111111!!!!!)…
    Achja, und auch noch ein Klassiker zu dem Thema: Im Internet weiß niemand, dass du ein Hund bist…

  2. Nach meinen Erfahrungen bloggen die meisten anonym, ohne das Medium “Blog” allein ausprobieren zu wollen. Die Quote ist – naturgemäß – bei den reinen “Tagebuchschreibern” höher als bei fachlich orientierten oder thematisch zentrierten Blogs, da das Wiedererkennen als fatal empfunden wird. Nachdem ich selbst allerdings Erfahrungen mit einem Stalker machen mußte, der sich dank Impressums bis ins Real Life drängen konnte und polizeiliche Ermittlungen notwendig machte, was zudem zu einer unfreiwilligen Blogpause von einem Jahr führte, kann ich den Wunsch nach einer gewissen Anonymität im Netz nachvollziehen, die allerdings gleichzeitig eben solchen Mißbrauch der Möglichkeiten des Internets begünstigt.

  3. Auch wenn ich das Bedürfnis nach Anonymität nur zu gut nachvollziehen kann, gibt es dennoch mit dem Telemediengesetz zumindest in Deutschland die rechtliche Vorgabe der Impressumspflicht. Da die wenigsten Blogs rein privater Natur sind und insbesondere über die Kommentarfunktion einer breiten Öffentlichkeit und Meinungsbildung zur Verfügung stehen, trifft das wohl leider auch hier zu. Es steht natürlich jedem frei, sich daran zu halten oder nicht – eine Frage der Konsequenzen.

  4. Ob es mir egal ist, ob ein Blogger anonym ist, hängt davon ab, wie und worüber er schreibt. So trägt natürlich der echte Name dazu bei, in fachlichen Zusammenhängen das zu stützen, was geschrieben steht: wenn man sieht, dass der Name aus dem Kontext stammt, den auch das Bloggen besieht.

    In jedem Fall wünsche ich mir taktvolles Bloggen, d.h. ich wäre wohl skeptisch bei einem anonymen Blog, das z.B. Kritik an namentlich genannten Personen übte: weil das eine Asymmetrie herstellt zu Ungunsten des oder der Besprochenen.

    Impressumspflicht: Halb so wild. Gibt schließlich genug nichtdeutsche Bloganbieter. Abgesehen davon dient das Telemediengesetz usw. ja dem “gewerblichen” Schutz, d.h. wenn da jemand auf die Einhaltung der Impressumspflicht klagen wollte, müsste er wohl nachweisen, dass ihm durch die anonyme Konkurrenz materieller Schaden entsteht.

  5. ich finde anonymes (oder pseudonymes, auf diesen Unterschied legt z.B. annoyed librarian großen Wert) Bloggen okay
    @jge: Kritik eines anonymen Bloggers an Personen finde ich dann ok, wenn sie sachlich gerechtfertigt, aber nicht persönlich untergriffig ist und wenn dadurch wichtige Dinge aufgezeigt werden (“whistleblower”), dem Blogger aber bei Namensnennung ein Schaden entstehen würde, z.B. eine Kündigung.

  6. @library mistress: Würde ich zustimmen, ist sozusagen die andere Seite der Medaille.

  7. Es kommt auf das Thema an. Wenn jemand Kochrezepte oder Cat-Content bloggt, ist es sicher gut, seine Privatsphäre waren zu wollen. es gibt aber auch Blogger, die sich als investigative Journalisten aufspielen und in fast denunziatorischer Weise Kritik üben, wobei von den Kritisierten selbstredend der Klarname gebraucht wird. Und hier wird es problematisch. Denn da das Web nichts vergisst, bleibt an dem Angepissten immer was hängen.
    Ich erinnere mich sogar an einen Fall, indem ein solcher Heckenschütze einen “offenen Brief” anonym veröffentlichte, in dem jemand bei dessen Vorgesetzten öffentlich denunziert wurde. Und dann wunderte er sich noch, ignoriert zu werden.

  8. ich habe bei der/dem Lonely Libraran mein Statement abgegeben, habe aber noch etwas @ES: bei den 13 Dingen ist es vielleicht einfach eine Sache der Gruppendynamik: wenn die ersten angemeldeten anonym bloggen, kommen die folgenden vermutlich auch gar nicht auf die Idee, dass es auch anders geht?!?

  9. Pingback: Anonym bloggen? « Dribbdebach77’s Weblog

  10. Pingback: Haferklees Ausblicke

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