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Literaturverwaltungsprogramme …

… ein neues „Geschäftsfeld“ für Bibliotheken und Bibliothekare?

So lautet der Titel eines Vortrages von Jürgen Plieninger vom 24.3.09. Die Folien stehen hier zur Verfügung und bieten einen sehr guten, kompakten Überblick über derzeit gängige Programme, sowohl für den eigenen PC als auch netzbasierte Lösungen (Zotero, bibsonomy, citavi usw.) . Die Funktionsweise der Programme wird kurz vorgestellt und mit Screenshots erklärt. Ein sehr gelungener „Rundumschlag“ ;-). Das Bibliotheken die Einführung in die Nutzung solcher Programme als neues Geschäftsfeld betreten sollten, ist eine sehr gute Idee. Nicht nur bei uns gab es viele Anmeldungen für eine citavi-Einführung, wie man so hört, ist es anderswo ähnlich.

Autor: Edlef Stabenau

Ich bin Bibliothekar

13 Kommentare

  1. Hallo,

    dass öffentliche und vor allem wissenschaftliche Bibliotheken Literaturverwaltungsprogramme (Stichwort: Campus-Lizenzen) und auch dazu Schulungen anbieten, ist äußerst wünschens- und lobenswert. Vielmehr finde ich folgende Frage wichtig: Welche Rolle spielen Bibliotheken bei der (Neu-)Entwicklung und Programmierung von solchen Programmen? Neben den Firmen- (z.B. Swiss Academic Software mit Citavi) bzw. Verlagsentwicklungen (z.B. Thomson mit Endnote)sind mir im institutionell-akademischen Bereich ausschließlich Vorstöße – allesamt webbasiert – aus den fachwissenschaftlichen Instituten bekannt. Kleine Beispiele: Refbase (www.refbase.net) wurde/wird von Leuten entwickelt, die aus der Polarforschung kommen, eine 2.0 Version von Liblia (www.liblia.de) ist gerade bei den Kulturwissenschaftlern der HU Berlin in Arbeit. Bibsonomy von der Uni Kassel (http://www.bibsonomy.org/) kommt offensichtlich aus der Informatikerecke.
    Gibt es aber irgendwelche Initiativen, Projekte, Kooperationen von und mit Bibliotheken in der Produktentwicklung?

    Gruß

  2. also, Matti, da hab ich mal ne Gegenfrage: Wie viele Bibliothekare/innen können programmieren? Und wenn sie nur Empfehlungen abgeben sollen: seit wann werden Bibliothekare gefragt, welche Funktionen sie wünschen bzw. werden diese Wünsche berücksichtigt? -eine Kollegin von mir ist Refworks-Expertin und sie äußert immer nur, was noch nicht geht (ich werd sie mal nach ihren Erfahrungen fragen 😉 )

  3. Hallo Steffi,

    gute Frage(n): 1) Wenn ich mir die Entwicklung auf dem Stellenmarkt bzw. die Ausschreibungen (via bibliojobs und Co.) angucke, so wird von den (wissenschaftlichen) BibliothekarInnen einiges in Sachen IT-Know How gefordert. Zumindest theoretisch müssten die Voraussetzungen da sein… 2. Gegenfrage zur Gegenfrage: Wenn Bibliotheken nicht gefragt werden, warum sollten sie sich im Lux’schen Sinne dann nicht selbst auf die Tagesordnung drängen? Vorausgesetzt natürlich, sie verstehen Literaturverwaltungsprogramme als ihr Geschäftsfeld, wie Jürgen Plieninger es ausgedrückt hat. 3. Ich bin gespannt auf einen Erfahrungsbericht von deiner Kollegin.

    Grüße

    Matti

  4. Theoretisch sollten die Anbieter an Empfehlungen interessiert sein…-aber sind sie es auch wirklich? – Wie sollten sich Bibliotheken deiner Meinung nach denn selbst auf die Tagesordnung bringen?

  5. Hallo, ich schätze die Lage auch so ein, dass junge Kolleginnen und Kollegen mittlerweile in der Lage sind, Dinge selbst zu programmieren, bin aber eher skeptisch, ob sie die Zeit dazu finden werden. Und was die Rückmeldungen an Hersteller anbelangt, so sollte man es zumindest versuchen. Manche Firmen und Projekte sind da (vielleicht auch nur in bestimmten Phasen) durchaus für Rückmeldungen offen, ich erinnere mich noch an das Beispiel RefWorks, mit denen Lambert Heller und Patrick Danowski einmal gesprochen haben und von Bibliographix ist mir auch erinnerlich, dass die sich für Rückmeldungen interessierten.

  6. Zumindest ich wurde als Bibliothekar von einem Citavi-Mitarbeiter um die Mitwirkung beim Beta-Test gebeten. Mein Hauptkritikpunkt (die unsinnige und unnötige Fixierung auf ein einziges Betriebssystem) wurde zwar leider ignoriert, aber ansonsten war das ein sehr offener und kommunikativer Prozess. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die anderen großen Anbieter auf bibliothekarisches Feedback verzichten.

    Zur Entwicklung von Literaturverwaltungsprogrammen: Ich bin mir nicht sicher, ob Bibliotheken das überhaupt machen sollten. Immerhin treten sie damit in direkte Konkurrenz zu Softwareanbietern.

  7. @Matti: In dem Katalog 2.0-Projekt beluga nutzen wir refbase für den Export von Literaturlisten in unterschiedlichen Formaten. In diesem Zusammenhang ist auch ein Perl-Modul für den Austausch von bibliografischen Daten zwischen Katalog und Refbase entstanden, das nachgenutzt werden kann:

    http://search.cpan.org/dist/Biblio-Refbase/

    Die Frage, ob und wie Bibliotheken oder BibliothekarInnen an entsprechenden Lösungen mitentwicklen können/sollen/müssen, ist aber schon echt fortgeschritten: Schon die bloße Vermittlung von Kenntnissen zur Benutzung einschlägiger Programme ist als „neues Geschäftsfeld“ ja nicht unumstritten. Gerade letzte Woche habe wurde mir beim Versuch, das Thema im Kontext unserer Informationskompetenz-Aktivitäten voranzubringen, folgendes Gegenargument vorgehalten: „Literaturverwaltung, das ist doch eine Kulturtechnik wie Lesen und Schreiben – und da sind wir ja auch nicht für die Vermittlung zuständig.“

  8. Pingback: biblioblog » Blog Archiv » Literaturverwaltungsprogramme - auch ein Aufgabengebiet für Bibliotheken?

  9. Hallo nochmal,

    endlich kann ich antworten. Erstmal vielen Dank für Feedbacks und Anregungen. Ich nehme daraus mit, dass die Verbindung Literaturverwaltungsoftware und Bibliotheken wahrlich erst am Anfang steht und ein spannendes Feld des Austausches ist. Ich bin nicht zuletzt auch deshalb daran interessiert, da bei uns an der HU bzw. am IBI ein Projekt zur Weiterentwicklung eines Tools läuft, Publikationen und Publikationslisten im Content Management System Plone zu verwalten. Siehe http://edoc.hu-berlin.de/docviews/abstract.php?id=29547

  10. guten tag zusammen.
    das von matti stöhr genannte plone-tool: „CMF Bibliography AT“ steht seit 2005 zum ausprobieren auf der demoversion des allegronetCMS‘ zur Verfügung: http://allegronetcms.de/bibliothek-neustadt-an-der-roder/bibliographisches-aus-der-bierstadt/
    (leider gibt es nur einen Eintrag). Wer das mal austesten will, dem kann ich gerne eine Zugangskennung geben. In Bälde ist sowieso eine Erneuerung des Bibliography-Tools zu erwarten (Update von V0.8 auf V0.9.0, geplant im Zusammenhang mit dem Umzug auf einen stärkeren Server im 2Q.2009).
    Viele Grüße, Klaus Lehmann

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