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Selbes Geschäftsmodell wie VDM

Letzten Sommer hatten wir es mit dem besonderen Geschäftsmodell des Verlags von Dr. Müller, kurz: VDM Verlag in Saarbrücken. Heute halte ich ein Buch in der Hand und denke, das könnte auch von diesem Verlag sein: Interessanter Titel, dünn und teuer (65 Seiten für mehr als 50 Euro, Respekt!). Blick auf den Verlag: Nein, „Lambert Academic Publishing“. Blick auf den Kollationsvermerk: Doch! Dieselbe Adresse in Saarbrücken: „Dudenweiler Landstr. 99 66123 Saabrücken“. Man sollte also bei den Bestelldaten nicht nur kritisch nach VDM, sondern auch nach „Lambert“ schauen.

Auf der Verlagsseite von Lambert Academic Publishing ist übrigens der CEO / Geschäftsführer mit aufgeführt:

In 2001 Wolfgang P. Müller developed the mould-breaking VDM-business concept of author acquisition and marketing. This concept is focussed on content generation as well as content marketing. It is therefore following the standards of modern industrial production processes turning a manuscript into a book. With more than 20,000 new publications every year, VDM is one of the most productive publishing houses in the world.

Produktiv, fürwahr …

Ah, und hier auf vdm-publishing-house werden noch weitere Partnerverlage genannt, so zum Beispiel der Südwestdeutsche Verlag für Hochschulschriften, auf dessen Homepage wieder das Geschäftsmodell erläutert wird:

„Der Südwestdeutsche Verlag für Hochschulschriften publiziert Dissertationen, Habilitationen, Forschungsberichte, Tagungsberichte und Lehrbücher – für seine Autoren immer kostenlos.“

Sprich: für die Autoren kostenlos, die Rechnung mögen bitte andere zahlen …

9 Kommentare

  1. Pingback: Links zu Lambert Academic Publishing (LAP) und VDM » Infobib

  2. War zunächst erschrocken als ich las, daß man jetzt auch auf Lambert aufpassen muß, aber bei genauerem Nachlesen leuchtete es ein, ja.

  3. @lambert: ich hab beim lesen des titels zuerst gedacht „ach, jetzt macht er einen verlag auf?“ 🙂

  4. „auf dessen Homepage wied“
    –> Fehlt da nicht ein Stück?

  5. Und einen eigenen Online-Shop der Verlagsgruppe gibt es auch – unter: https://www.morebooks.de

    Wenn man sich dort in die erweiterte Suche klickt und das Drop-down-Menü zum Verlag aufklappt, bekommt man schön ausführlich alle gegründeten „Scheinverlage“ aufgelistet… 🙂 Oder auch bei Wikipedia.
    Auf weitere Neugründungen zur Irreführung der Bevölkerung darf man gespannt sein…
    Schaut man sich die Homepages der einzelnen Verlage an, wird schnell deutlich, dass das Layout das Gleiche ist…

  6. @Lambert
    Generell sollte man Lamberts im Auge behalten. Das ist sicherlich nie verkehrt.

  7. Dudenweiler Landstraße? Hm, hm, hm
    Das hat das größte Dorf Europas nicht verdient.

  8. @Daniel: danke für den Hinweis. Jetzt habe ich den Schluss ergänzt. Sorry, schnelles Arbeiten zurzeit, da bleibt offensichtlich manches auf der Strecke. 😉

  9. Pingback: blogthek - Praktiken des VDM-Verlags