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Bibliotheken ohne Zukunft

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In einem Artikel in der shz.de mit dem Titel Öffentliche Büchereien : Bibliotheken ohne Zukunft beschreibt Birgit Dankert die Situation der öffentlichen Bibliotheken in Schleswig-Holstein.
Die Situation ist aber sicher in vielen weiteren Bundesländern nicht anders. Und das hier Beschriebene gilt natürlich auch – etwas angepaßt – für wissenschaftliche Bibliotheken

Wer nicht als voll vernetzte Informations-Agentur arbeitet und wer nicht besser ist als Computer und Bücherregal zu Hause, wird es schwer haben, mit der Versorgung von Kindern und nicht mobilen älteren Mitbürgern zu punkten. Wer seinen Medienbestand nicht mindestens vier Mal pro Jahr in Ausleihen umsetzt und keinen Ausgleich in Service-Leistungen (Veranstaltungen, Kooperation, digitalen Zugriffe, die Bücherei als viel benutzter öffentlicher Raum) aufweisen kann, hat ein Problem.

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Autor: Edlef Stabenau

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Ein Kommentar

  1. Das Zitat hebt auf Bestandsstrukur, Serviceleistungen und professionelle Einstellung ab. Dankerts Artikel stellt aber auch eine andere Frage, die mir viel zentraler zu sein scheint, über die aber in unseren Kreisen selten gesprochen wird: Wo sollen die Mäuse denn herkommen? Wie soll das Angebot ausgeweitet werden, wenn der Kreditrahmen schrumpft? Da ist Jammern wohlfeil. Natürlich kann man Rettungsschirme fordern, was dann unter den Begriff der “nicht zielgenauen Schuldzuweisung” einzuordnen wäre. Tatsächliche Zielgruppe solcher Forderungen sind eher Vereinsmitglieder des BIB? Haben wir je einen Bibliothekar gehört, der zu “zielgenauen Schuldzuweisungen” in der Lage wäre? Die Formulierung schreibe ich mir ins Poesiealbum. Dankert weist auf ein Strukturproblem hin und es wäre interssant gewesen zu erfahren, was sie damit meint. Die Denkrichtung unserer Alma-Mater-GmbH ist schon klar: Die Bibliothek als (teil-)privatisierte Franchise-Einrichtung mit einheitlichen Prozessen, Angebots- und Kostenstrukturen. Wer kann sagen, ob so eine Lösung dem Ausmaß der Kreditschrumpfung angemessen sein kann? Eine (unabhängige) Diskussion darüber findet nicht statt. Dem Stadtrat, dem Kreisrat oder sonstwem, der über Budgets entscheidet, nutzen Forderungen gar nichts. Das ist ein ganz praktisches Problem: Wenn, wie mir neulich von einer Ärztin geschildert wurde, der Chirurg eines Kreiskrankenhauses nach 30 Stunden Dienst während der OP kollabiert, dann hat der Kreisrat andere Sorgen als Bibliotheken und ihre Bestandsstruktur.

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