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dandelon: Verbundkatalog ganz eigener Art

Was an manchen Bibliotheken jetzt mit Primo als sehr modern eingeführt wird, nämlich die Einschlitzsuche mit dahinterliegender leistungsfähiger Software, das bietet dandelon schon seit Jahren! Anlaß dieses Postings ist, dass ich entdeckt habe, dass dandelon auch einen Blog schreibt, nicht hochfrequent, aber immerhin.
Schauen Sie sich Dandelon doch einmal an! Vielsprachige Suchoberflächen, gute Erschliessung und vor allem Inhaltsverzeichnisse und Register, manchmal auch Volltexte. Hat man in herkömmlichen Verbundkatalogen auch immer mehr, meinen Sie? Stimmt, nur sind die Scans von Inhaltsverzeichnissen bei dandelon volltextindexiert, wie letzt in einer Fortbildung eine fitte FH-Bibliothekskollegin betonte! Meiner Erfahrung nach lohnt es sich immer wieder, dandelon zu verwenden. Für weitere Informationen lesen Sie die FAQ, auch die Firmenhomepage ist interessant (Publikationen im Volltext, …).

12 Kommentare

  1. dandelon ist klasse. Vor allem zum fachlichen bibliographischen Stöbern nach neuen (Such)Ansätzen.

  2. Ich bin nicht so begeistert. Es gibt keine Sortierung nach Erscheinungsjahr, nur nach „Relevanz“, und was ist Relevanz, wenn ich diese nicht selbst definieren kann? Eine Einschränkung auf Erscheinungsjahre? Nicht möglich. Filterung der Trefferliste? Nicht möglich.

    Da ist mir der GVK mit der Möglichkeit, Inhaltsverzeichnisse zu durchsuchen und alle anderen Such-, Sortier- und Einschränkungsfunktionen zur Verfügung zu haben, selbst bei geringerer Datenbasis allemal lieber. Und spätestens mit dem GVKplus wage ich Dandelon nicht mehr zu vergleichen.

  3. ich fürchte, wenn man eine Umfrage machen würde unter Bibliotheksnutzern, würde das Ergebnis völlig anders ausfallen als bei einer Umfrage unter Bibliothekaren. 🙁

    Als Rechtswissenschaftler kann ich sagen, dass die Erscheinungsjahrsortierung fast bedeutungslos ist. Inhaltsverzeichnisse im Volltext durchsuchen zu können, ist unglaublich hilfreich. Synonymsuche wie bei Dandelon sowieso. Die gesperrten Bereiche des GBV finde ich schon wegen der Sperrung irrelevant.

    • Es soll auch Nichtbibliothekare geben, die z.B. bibliographisch arbeiten. Um laufende Bibiographien zu erstellen, ist eine Sortierung nach Erscheinungsjahr (oder eine entsprechende Einschränkung) unumgänglich.

      Und ganz allgemein gilt: Relevanz ist immer relativ. Wenn ich eine Dissertation schreibe und regelmäßig neu erschienene Literatur suche, hilft mir eine Sortierung nach fremdbestimmter „Relevanz“ gar nichts, im Zweifelsfall finde ich in einem System wie Dandelon immer zuerst das, was ich schon längst kenne. Ich finde es fatal, nützliche Features zu verteufeln, nur weil Bibliothekare sie nützlich finden und vielleicht nur ein geringer Prozentsatz der Nutzer sie benutzt. In absoluten Zahlen können das immer noch ziemlich viele sein, wie Oliver Flimm anläßlich der Frage nach der Bedeutung einer erweiterten Suche einmal schön gezeigt hat.

      Wir brauchen mehr Bibliothekare, die die Nutzer im Sinne einer Unterstützung auch spezieller Anforderungen an Suchsysteme gegen solche Bibliothekare verteidigen, die einfache Zugänglichkeit nicht nur in den Vordergrund stellen (das ist noch richtig und wichtig), sondern es bei (in diesem Fall dann: unzulässiger) Vereinfachung belassen wollen!

    • Inhaltsverzeichnisse gehören übrigens nicht zum gesperrten Bereich im GVK.

  4. Ich habe nicht behauptet, dass Inhaltsverzeichnisse zum gesperrten Bereich gehören. Ich habe nur behauptet, dass Inhaltsverzeichnisse, die nicht Volltext-indiziert sind, nicht so hilfreich sind, wie diejenigen, die bei der Suche mit durchsucht werden. Die Irrelevanz bezog sich ausdrücklich auf die gesperrten Teile ergo den angeblich überlegenen GVKplus.

    Ich wage sogar die Behauptung, dass Bibliothekare die erweiterte Suche nur in ihren eigenen Katalogen wichtig finden und dass 99% dieser Bibliothekare die erweiterte Suche im Internet-Katalog Google noch nie genutzt haben, sondern sich vielmehr unter die Massen mischen, die sich Relevantes von Google vorkauen lassen.

  5. Ein unwissenschaftlicher Praxisbericht:
    9 von 10 Zeitschriftenartikel-Anfragen beziehen sich bei uns auf das Fach Geographie. Keine Ahnung, warum sich das so verteilt. Ich benutze in der Reihenfolge der Ergiebigkeit 1. Geodok, 2. Dandelon. Auf den GBV bin ich noch gar nicht gekommen, aber ein paar Stichproben aufgrund dieses Weblog-Eintrags haben bei mir den ersten Eindruck erweckt, dass von der Retrieval-Menge her der GBV für unsere Bedarfslage relativ wenig zu bieten hat. Bei nicht-geographischen Zeitschriftenartikeln ist Dandelon für mich erste Wahl. Dandelon wird in Lauber-Reymanns „Informationsressourcen“ (2010) nicht erwähnt und die Zeitschriftenartikel bei Geodoc [sic!], so heißt es dort, seien mit der ZDB verknüpft. Den Eindruck habe ich allerdings nicht. Dass man nicht nach Erscheinungsjahr bei Dandelon sortieren kann, empfinde ich als Mangel, da bei uns die Anfragen nicht so spezifisch wissenschaftlich sind (Hamse was über Sibirien?). Untypisches Beispiel, beliebtes Referate-Thema „Nabucco-Pipeline“: 6 Treffer Dandelon, 0 Treffer GEODOK (Hoppla), 0 Treffer GBV-Artikelsuche. Das Hoppla liegt in diesem Fall wohl daran, dass es als wirtschaftsgeographisches Thema zu nah an einem anderen Fachgebiet liegt. Warum sind Zeitschriftenartikel in der Auskunftspraxis für Schüler wichtiger als Bücher (8 Treffer KVK)? Weil der Abgabetermin übermorgen ist und keine Zeit mehr zum Lesen eines ganzen Buches. Heute noch in die benachbarte Institusbibliothek dackeln und die Fotokopie besorgen oder: „Ich hab‘ schon alles aussm Internet, aber ich brauch‘ noch was für’s Literaturverzeichnis – der Lehrer legt Wert auf andere Quellen.“

    • Ebenfalls ohne Anspruch auf Repräsentativität: Suche nach „Gerhart Hauptmann*“ bzw. „Gerhart Hauptmann?“. Treffer in Dandelon: Artikel: 17, Bücher: 464. GVK: ohne Einschränkung und mit Basic Index („Alle Wörter“): 3423, eingeschränkt auf Aufsätze: 154. Weitere 593 Treffer bekomme ich über die Volltextsuche (txt „gerhart hauptmann?“ not all „gerhart hauptmann?“), wobei mit txt keine Einschränkung auf Aufsätze möglich ist. „Volltextsuche“ meint im GVK wohl fast ausschließlich Suche in Inhaltsverzeichnissen und Klappentexten.

      Wer hätte das gedacht? Selbst bei fachlich nicht eingeschränkten Nachweisdatenbanken hängt es vom fachlichen Interesse ab, ob man hier oder dort besser bedient ist. Trotzdem bleibe ich dabei: Mit dem GVK, erst recht natürlich dem GVK+, ist man – oder zumindest ich – schon ausgezeichnet bedient für eine Einstiegssuche, und für ernsthafte Recherchen würde ich immer Fachdatenbanken, Online Contents und Google Books zusätzlich heranziehen, das Schneeballverfahren nicht zu vergessen. Wer Fachdatenbanken und die Online Contents nicht zur Verfügung hat, mag mit Dandelon gut bedient sein. Ich benutze es nur zwei bis dreimal im Jahr und habe dabei nur selten etwas gefunden, von dem ich nicht auf anderem Wege erfahren hatte.

  6. Mir geht es bei Katalogen wie bei den Suchmaschinen: Am besten nicht nur einen, sondern mehrere benutzen. Der lokale Katalog kommt zuerst, klar, dann aber zum Bibliographieren Verbund- und Metakataloge. Dandelon ist in meiner Praxis immer eine gute Ergänzung gewesen. Beim Bibliographieren fand ich Dandelon immer hilfreich, wenn ich sowieso auf Inhaltsverzeichnisse aus war und in Verbundkatalogen dann doch oft keine angereicherten Titelaufnahmen verfügbar waren. In Dandelon ist das immer dabei.
    @nemissimo Ihre Liste für ernsthafte Recherchen finde ich gut, würde sie aber noch mit GoogleScholar ergänzen.

  7. In den FAQ von dandelon steht noch: „Die Suchergebnisse werden zunächst alle nach Relevanz-Ranking sortiert. Alternativ kann man sortiern nach:

    Autor
    Jahr
    Sprache
    Bibliothek
    Relevanz
    …“

    Leider funktioniert es wohl zur Zeit nicht. Ich meine zu erinnern, dass man nur jeweils zur Sortierung auf die Spaltenbezeichnung klicken musste.

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