netbib weblog

Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

3 Kommentare

  1. Genau „die Schulbibliothek“ ist unentbehrlich – der Schulbibliothekar ist aber dafür kein Synonym. Die Behauptung, eine Schulbibliothek sei ohne „professionelle“ Leitung nicht führbar, wird täglich hundertfach wiederlegt, soweit unter professioneller Leitung ein Bibliothekar verstanden werden soll. Vor allem, weil sich die behauptete Professionalität aus der Ausbildung zum Bibliothekar ergeben soll und dort geht es bekanntlich zu keinem Zeitpunkt um die Themen, die in Schulbibliotheken benötigt werden.
    Ein Blick nach Südtirol könnte sich lohnen. Aber ein netter kleiner Zirkelschluß in eigener Sache ist doch wohl einfacher.

  2. Man kann den relevanten Satz auch umformulieren zu „eine Vollzeitstelle lässt sich nicht mal schnell ersetzen“, dann haben wir das bibliothekarische raus. Übrigens gab es im Studium kein Seminar „Pädagogik“, immerhin aber „Kultur- und Medienarbeit für Kinder und Jugendliche“, „Teaching Library“ und ein Semesterprojket zu Schulbibliotheken, jeweils sicherlich nur zaghafte und ausbaufähie Ansätze für die Schulbibliotheksarbeit, aber immerhin. Warum sollte man die Idee aber grundsätzlich ablehnen, dass eine spezielle Ausbildung auf dieses Aufgabengebiet sinnvoll wäre – die Basis (Bibliothekar, Lehrer oder sonstwas) ist zunächst irrelevant. Ausgeschriebein ist die Stelle übrigens auf Famis. Die fachliche Kompetenz der derzeit beschäftigten ist aber auch gar nicht die Kernfrage, sondern die Finanzierung der Stellen. Viel billiger kann die Stelle kaum besetzt werden, so oder so. Dass die Schulen gerne ihre Mitarbeiter behalten würden, die bereits im Schulalltag integriert sind, hat jetzt primär vielleicht nicht so viel mit ihrer ursprünglich auf dem Papier eingebrachten Fachkompetenz zu tun, sondern beruht auf guter Zusammenarbeit. Die Besetzung mit Honorarkräften ist rechtlich nicht (mehr) möglich, die Zeiten der Lehrerkollegien sind schon so strapaziert, dass auch eine reine Pausenöffnung eher unwahrscheinlich ist und dann bleiben nicht mehr viele Optionen, die die Schulbibliothek nicht zu einem toten Raum machen und wo die Ursprungsidee des Projektes gänzlich verloren geht. Das ist das bittere, nicht das Pochen auf irgendeine fachliche Qualifikation – im Zweifel können wir alle weiterziehgen, aber ohne irgendeine Lösung, ist das natürlich keine erfreuliche Option.
    Allerdings muss ich dir Recht geben, dass im Bibliothekswesen häufig übertrieben bis ungerechtfertigt auf die eigenen Qualifikationen gepocht wird. Wie gesagt, in diesem Fall ist das m. E. aber nicht das Kernproblem.

  3. Pingback: Veröffentlichungschronik Schulbibliotheken Hamburg: Vom Anfang bis zum… | Verweisungsform.de