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Nichtnutzerstudie

Eigenartige Diskussion auf inetbib unter dem Subject „Studie „Wissen wir tatsächlich mehr? – Aussagewert – Artikel BuB“. Undzwar will ich gar nicht auf die Hauptdiskussion hinaus (die Frage, ob eine Studie wirklich das mißt, was sie zu messen vorgibt, ist schon immer eine Leitfrage empirischer Sozialforschung gewesen), sondern auf zwei Dinge neben der Spur. Philipp Maass schreibt in seinem Anfangspost:

Sie können den Artikel gerne in einem Blog posten oder weiter verbreiten, wenn
Sie Frau Nikolazig anfragen. – nikolaiz@xxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Warum sollte ich fragen, wenn ich auf etwas verlinke, das veröffentlicht ist?!

Und Frau Schleihagen bedauert in der darauf folgenden E-Mail, dass der „wissenschaftliche Diskurs“ nicht gesucht worden sei. Nun, der wissenschaftliche Diskurs muss nicht notwendigerweise privat erfolgen, sondern findet ja in der Öffentlichkeit statt, damit andere auch Stellung dazu beziehen bzw. sich einen Eindruck machen können. Das ist auch in anderen Bereichen des Lobbyismus so: Wenn Infratest für eine Partei eine Untersuchung durchführt, so muss sich das Umfrageinstitut öffentliche Nachfragen nach Methode und Aussagekraft gefallen lassen – und die Auftraggeberin bzw. der Auftraggeber ebenfalls.

4 Kommentare

  1. Das dritte spannende Moment in der „Diskussion“ auf inetbib ist doch darüber hinaus, dass garnicht über das diskutiert wird, was zur Diskussion steht, oder? Man schmeißt Selbstdarstellungsbrocken in die Liste und damit ist die Angelegenheit erledigt.
    Mit „wissenschaftlichem“ Diskurs hat das natürlich nichts zu tun, aber die Forderung danach bringt immerhin ein chices Fremdwort zum Einsatz und verleiht eine beeindruckende wabernde Kompetenz-Aura.

    Aber ich will nicht zu streng sein.
    Frau Schleihagen hat ja immerhin mal zur Kenntnis genommen, dass manche Menschen Zweifel an der Nichtsnutz-Studie haben. Nachdem vor einem Jahr erfolgreich kritische Stimmen ignoriert wurden, z.B.
    Karsten Schuldt https://bildungundgutesleben.wordpress.com/2012/04/30/marketingdenken-statt-problembewusstsein-eine-kurze-polemik-zur-%E2%80%9Enichtnutzungsstudie-des-dbv/ und
    Dörte Böhner http://bibliothekarisch.de/blog/2012/05/01/nichtnutzer-in-bibliotheken-studie-von-dbv-und-stiftung-lesen/

    Aber das liegt vielleicht daran, dass auch 2013 noch immer rund 25% der Bevölkerung Offliner sind:
    http://www.tns-infratest.com/Presse/presseinformation.asp?prID=3191
    Ich nehme die Reaktion als Musterbeispiel für die Bedeutung der Printmedien – in diesem Falle repräsentiert von der BuB 🙂

    Eine Reaktion in der Sache wäre natürlich wünschenswert gewesen, aber man kann nicht alles haben. Ob das verbale, herablassende Abwatschen des studentischen Nachwuchses ein erfolgreiches Verbandsmarketing ist, wage ich nicht zu beurteilen, aber ich kenne ja auch keine andere Berufssparte, die glaubt erfolgreich mit Verboten für sich werben zu können. Chacun à son goût

  2. Pingback: Gelesen in Biblioblogs (17.KW’13) | Lesewolke

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  4. „Warum sollte ich fragen, wenn ich auf etwas verlinke, das veröffentlicht ist?!“

    Das stimmt natürlich. Dachte es wäre nett nochmal nachzufragen…