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Vergleich von NSA und Stasi

Wie der Bundespräsident glasklar durchschaut hat, werden die von der NSA abgesaugten Informationen nicht aufgeschrieben und abgeheftet. Das ist aber leider noch kein Anlaß für eine Entwarnung, auch das wir nur einen Geheimdienst, der nichts weiß, haben, ist kein Trost.
Wer schon mal mit einem Computer und auch mit Aktenordner gearbeitet hat, wird wissen, dass mit dem Rechner und den auf Festplatten gespeicherten Daten einiges einfacher zu verknüpfen und zu durchsuchen ist. Außerdem kann man mit Rechnern ganz tolle automatische Abläufe programmieren.

Opendatacity hat mal visualisiert, wieviel Platz die Aktenschränke der Stasi und der NSA einnehmen würden:


Gehe zu Stasi versus NSA. Realisiert von OpenDataCity (CC-BY 3.0)

Autor: Edlef Stabenau

Ich bin Bibliothekar

6 Kommentare

  1. Ich verstehe die ganze Aufregung nicht, sowohl NSA will und die Stasi wollte doch nur das Beste für uns: Im einen Fall Schutz vor dem Terrorismus und im anderen wollte man den Sozialismus aufbauen, der sich wegen der Interventionen der imperialistischen Kräfte nie richtig entwickeln konnte! – Außerdem könnte man aus der ganzen Datensammelei („Vereinigte Daten von Amerika“) doch eine Dienstleistung machen! Hier sind wir Deutschen mal den anderen voraus, wie das seriöse Organ GröNaZ berichtet hat: Wir brauchen uns um ein Backup gar nicht mehr kümmern, im Falle eines Crashs der Festplatte können BND und Verfassungsschutz den Stand wieder herstellen. Großartig!

  2. Der Vergleich ist ein wenig albern – denn immerhin liegt fast ein Vierteljahrhundert zwischen Stasi und NSA heute.
    Er ist aber sicherlic in übertragenem Sinn erlaubt – vielleicht sogar hilfreich – denn die Ursache der Spitzeleien geht sicherlich auf ähnliche Motive zurück.
    Aber die für mich wesentlichere Frage ist doch: Haben wir aus unserer Vergangenheit und den aktuellen Geschehnissen gelernt?
    Sind wir aufgestanden und haben unsere Parlamentarier zur Räson gerufen?

  3. Wer im Glashaus sitzt…

    Manche – äh, Glückskekse – von Bibliothekssoftware findet man nicht nur unten auf der Festplatte, unsichtbar für das Anwendungsprogramm und nicht dokumentiert im Handbuch, sondern in modernen Zeiten wahrscheinlich auch oben in den Wolken. Da, wo der Kopf ist. Wer weiß das schon? Und wen juckt’s…? Das Prinzip hat sich ja nicht geändert, nur das Laufwerk.

    Übrigens: Was trägt man als Gesetz eigentlich zu Fasching? Ich bin nicht im Bilde. Früher hieß es, Vorleserdaten einer Ausleihe speichern, höchstens Vorvorleserdaten. Aber die Komplettspeicherung der gesamten Ausleihchronik über Jahre? Darf man das jetzt? Oder wenn man es nicht darf: Ist die Bedingung des Gesetzes erfüllt, wenn die Speicherung der kompletten Ausleihchronik nicht dokumentiert ist und sich über die Anwendungsoftware nicht aufrufen lässt und damit vor den „ANWENDERN“ sicher ist?

    Und wenn es erlaubt wäre. Wurden schon mal die Optionen der sich daraus ergebenden Möglichkeiten für geschäftliche Partnerschaften juristisch geprüft? Die Zeiten werden härter und irgendwo muss die Kohle doch herkommen. Zweiseitige Märkte dürfen kein Google-Monopol sein. Zwar wird sich die NSA nicht dafür interessieren, ob Onkel Otto den „Ratgeber Inkontinenz“ ausleiht, doch Windelhersteller könnten mit der Info etwas anfangen. Zweitens: Kundenorientierung. Man könnte Onkel Otto endlich darüber informieren, dass er „Nein, ich will keinen Seniorenteller“ schon 10mal ausgeliehen hat in den letzten drei Jahren. E-Mail-Kopie an die Apotheke.

    Schluss mit dem Datenschutz-Karneval! Stellt euch der ausgleichenden Gerechtigkeit!

    • Was haben wir doch für ein tolles Kommentariat, das selbst sonntags arbeitet und mit Geschäftsmodellen eine neue Zukunft für Bibliotheken aufweist! Da fallen andere Kommentare, die wir immer ablehnen, wie dieser grad, doch glatt ab:

      „Very rapidly this website will be famous among all
      blog viewers, due to it’s fastidious articles“

      Das war übrigens mit einem der üblichen Reise-/Kleidungs-/etc.-Links garniert. – Obwohl, mir kommt gerade, wir könnten daraus ein Geschäftsmodell machen, indem wir von diesen Spammern Gebühren für Kommentare verlangen und Nutzungs-/Nutzerdaten weitergeben. Augenblick, bin gleich wieder da, muss nur ein paar Geschäftsmodelle, äh, will sagen: die Zukunft von netbib entwickeln! Schönen Sonntag noch!

  4. Pingback: Gelesen in Biblioblogs (27.KW’13) | Lesewolke

  5. Danke für die eingebettete Karte. Erstmals konnte ich mir das einigermassen plastisch vorstellen. Wenn man die Karte vergrössert und dann die Aktenschränke von Berlin bis Saudiarabien sieht, merkt man langsam, wie krank das alles ist.