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Bibliotheks-Gezwitscher zum Erfolg bringen

23. Juni 2009

Telefongespräch mit einer befreundeten Kollegin aus <Stadt>, hier mit ihrer Erlaubnis wiedergegeben:

Sie: Ich hab da jetzt mal für unsere Bibliothek mit dem Twitter angefangen, und weißt du was, da folgen mir schon sieben Leute. Aufregend!
Ich: Ja, ist doch auch cool!
Sie: Aber wie finde ich denn jetzt noch mehr? Mehr…

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Bibliotheken in Facebook

10. Oktober 2008

Diese Woche war Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in Deutschland, um Werbung für das von ihm geschaffene und weltweit am meisten genutzte soziale Netzwerk zu machen. Hierzulande ist ja insbesondere die Jugend nahezu flächendeckend bei der Konkurrenz, nämlich StudiVZ, organisiert, aber offenbar will Zuckerberg das ändern.

Grund genug also, hier einmal über Erfahrungen mit der Facebook-Seite der Stabi Hamburg (leider nur für Account-InhaberInnen einzusehen) zu berichten. Mehr…

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Neuer Chatbot: BoB aus Bozen

1. Oktober 2008

Chatbot der UB der FU Bozen Seit gestern arbeitet der “Reference Cybrarian” BoB auf der Website der UB Bozen. Genau wie seine KollegInnen Askademicus, Stella, INA und den beiden Chatbots auf den Seiten des sächsischen Bibliotheksportals bzw. der SLUB informiert BoB über die Benutzung von und Recherche in Bibliotheken - und sorgt nebenbei für willkommene Unterhaltung (bringen Sie BoB zum Lächeln - sehr charmant!). Aktuell spricht BoB englisch, für die kommenden Monate sind jedoch auch eine deutsche und eine italienische Variante geplant.

Besonders ist BoB deswegen, weil man bei diesem Projekt nicht auf kommerzielle Software-Lösungen zurückgegriffen hat, sondern ein entsprechendes Produkt selbst entwickelt hat, und zwar mit Unterstützung des KRDB Research Centres der Bozener Freien Universität. Mehr über das Projekt kann man auf der dazu gehörigen Info-Seite nachlesen, von dort aus gelangt man auch zu Publikationen über die Technik hinter BoB. Für sein bibliothekarisches Fachwissen hat das Entwicklungsteam von BoB übrigens auch auf die Wissensbasis von Stella zurückgegriffen.

Nebenbei bemerkt: Das hier benutzte Bild von BoB entstammt von seiner Visitenkarte - wie Bibliotheken mit Visitenkarten ihre virtuellen Auskunftsdienste vermarkten können, zeigt auch dieses Beispiel.

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Gaming und mehr: Zukunftswerkstatt in Erfurt 2009

23. September 2008

Wer schon jetzt anfangen will, gute Gründe für den Besuch des Erfurter Bibliothekstages im nächsten Jahr zu sammeln, sollte sich schon mal die Zukunftswerkstatt angucken. Christoph Deeg, Jin Tan und Julia Bergmann werden dort zum Ausprobieren von Spielkonsolen, virtuellen Welten und mehr einladen:

Kommen Sie und probieren Sie aus wie man Wikis, Weblogs, RSS, Second Life, cafesonique.com und WII-Playstations bedient und nutzt. Lernen Sie Best-Practice-Lösungen zur Anwendung und Einbindung dieser Medien aus Bibliotheken weltweit kennen. Entwickeln Sie im Gespräch mit Kollegen neue Ideen für die Zukunft der Bibliotheken in Deutschland.

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Eindrücke von der GBV-Verbundkonferenz

16. September 2008

Die 12. Verbundkonferenz des GBV liegt nun schon eine Woche zurück, Jin Tan und die Potsdamer LIS-Studierenden haben bereits darüber gebloggt, in Anlehnung an Lambert Hellers Bericht von der letztjährigen Veranstaltung diesmal von mir fünf - eher persünliche Eindrücke - vom Treffen der GBV-Familie in Berlin:

  1. Strategisches: Zwei Keynotes
  2. Beiläufiges: Frust für junge Kollegen
  3. Vorbildliches: Ideen mit Benutzerin diskutieren
  4. Im Bau befindliches: Katalog 2.0
  5. Schmissiges: Bei Info-Kompetenz auf Marketing statt Didaktik setzen

Mehr…

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Fachreferat 3.0: Cyberinfrastructure Facilitators

13. September 2008

David R. Lankes, US-Professor und Theoretiker der Bibliothek 2.0, prägt in einem aktuellen Paper einen neuen Begriff für die Fachreferats-Arbeit im Web 2.0 Web 3.0: “Cyberinfrastructure Facilitators” unterstützen Forschungsteams bei Aufbau und Pflege ihrer digitalen Forschungsumgebungen und sind somit

a vital member of the research enterprise who works closely with researchers to identify extant tools, data sets, and other resources that can be integrated into the process of pursuing a research objective

Ein bisschen erinnert das natürlich an das Konzept der Community Technology Stewards, unterscheidet sich von selbigem aber durch die Fokussierung auf künftige Grid-Architekturen und den Bezug auf die Theorie der Participatory Librarianship.

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Sex, the city - and the library!

15. Juni 2008

Die Spatzen pfeifen es ja von den Dächern: “Sex and the city - the movie” ist über weite Strecken in der Tat ein Werbespot für diverse Mode-Labels. Aber neben Vuitton, Westwood und Co. bekommt überraschenderweise auch die Marke Bibliothek ihren Gala-Auftritt im Film zur Serie: Heldin Carrie proklamiert ihre Liebe zu geliehenen Büchern aus der Bibliothek sowie dem Geruch derselben, wird als (säumige) Bibliotheksbenutzerin gezeigt - und wählt schlieÃ?lich die spektakuläre New York Public Library als Location für ihre (nicht minder spektakuläre) Vermählung mit Mr. Big. Ein Kollege aus der New York Public Library bloggt über Hintergründe und insbesondere dasjenige Buch auf Carries Leihliste, das als Vorlage für zahlreiche Liebes-E-Mails im Film dient.

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Ohrenschmaus: HSU mit Podcast

9. Juni 2008

Anfang letzten Jahres habe ich ja mal Ideen für den Bibliotheks-Podcast aufgelistet. Was ich (und die Kommentierenden) dabei ganz offensichtlich vergessen habe: Musikalisch begabte KollegInnen im eigenen Haus um Unterstützung bei der Audio-Untermalung des Contents bitten. Gelungenes Beispiel: Die erste Ausgabe des Podcasts aus der Bibliothek der Hamburger Helmut-Schmidt-Universität, mit Dr. Frank J. Nober an der Gitarre. Der Inhalt? Eine - mitunter augenzwinkernde - Erläuterung der oft gestellten Fragen, warum “das in den Bibliotheken immer so kompliziert sein muss”. Liegt es an der Musik, dass ich die Erklärungen so beruhigend fand?!?

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Geschlechtergerechter Tag für Mannheim: Bibliothekstage_2008

2. Juni 2008

Keine Ahnung, ob sich schon füher mal Kolleginnen und Kollegen mit der Benamsung unseres jährlichen Giga-Events mit dem diskriminierenden Titel Bibliothekartag auseinandergesetzt haben, aber Danilo Vetter hat das Thema “Geschlechtergerechte Sprache in Bibliotheken” dankenswerter Weise (wieder?) auf die Agenda gerufen. Sein Artikel “geschlechtergerechte sprache in bibliotheken : 1. bibliothekar_innentag oder die angst vor der feministischen (!) schäferhündin” fasst eine Diskussion aus den 1990er Jahren um das generische Maskulinum in der Schlagwortnormdatei zusammen, erklärt, warum geschlechtergerechte Sprache wichtig ist und macht vor allem Vorschläge für die Anregung einer Diskussion der Bezeichnung “Bibliothekartag”:

* kreative umgestaltung der eigenen namensschilder
* bei wortmeldungen konsequent von den â??bibliothekstagenâ? sprechen
* mit den veranstalter_innen ins gespräch über verwendung des generischen maskulinums kommen
* e-mails und briefe an die veranstalter_innen schreiben und um die verwendung geschlechtergerechter sprache bitten
* genügend mitstreiter_innen finden, die einen offenen brief formulieren
* beim berichten über die veranstaltung das tag â??bibliothekstage_2008″ verwenden
* das eigene sprechverhalten, während der tage und darüber hinaus kritisch analysieren
* …

Liebe Bloggerinnen und Blogger, Twitter-Zwitschernde und “social bookmarkers”: bitte unterstützt den Tag “bibliothekstag” (oder Varianten)!

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Dänische Inspirationen: Katalog 2.0, Web Archiving und Musik-Onleihe

2. Mai 2008

InetBib hin, BibCamp her: So einen interessanten Tag wie diese Woche in der dänischen Statsbiblioteket in Aarhus hatte ich schon lange nicht mehr! Keine ganz neue Einsicht, aber trotzdem: Ein individuelles Besuchsprogramm in anderen Bibliotheken gibt mitunter mehr her als das Konsumieren von Vorträgen und Kaffee auf den einschlägigen Konferenzen.

Dummerweise habe ich meine Fotoapparat vergessen, sonst hätte ich als erstes die Sofaecke mit Flachbildschirm und Playstation dokumentiert, die das GroÃ?raumbüros der Entwicklungsabteilung ziert. Keine Ahnung, wie der Rest der Bibliothek darüber denkt, aber hier wird ganz offensichtlich darauf Wert gelegt, eine kreative Atmosphäre zu schaffen - wofür es auch zeitlich Platz gibt: Am freitäglichen “Google Day” entstehen aus Freiräumen zur Beschäftigung mit eigenen Ideen neue Dienste und Projekte. Erstklassiges Ergebnis dieser Praxis und Hauptobjekt meiner Neugier: Die selbst entwickelte Rechercheplattform Summa, ausführlicher Bericht zu diesem Katalog 2.0 im beluga-Blog.

Neben Summa gibt es auch für andere bibliothekarischer Herausforderungen interessante Lösungen, beispielsweise das Thema Web Archiving. Seit einer entsprechenden Ã?nderung im Pflichtexemplarrecht muss das dänische Web archiviert werden, wofür Staatsbibliothek und Königliche Bibliothek gemeinsam Netarkivet entwickelt haben: Hierfür werden Websites der Top-Level-Domain .dk mit dem Crawler Heritrix (der auch für das Internet Archive eingesetzt wird) eingesammelt und mit einem selbst entwickelten System, der frei verfügbaren Netarchive Suite,  erschlossen und archiviert. Pull statt push!

Und noch ein Dienst hat mich beeindruckt: Netmusik.dk, eine Art bibliothekarisches iTunes, für das die dänischen Bibliotheken in Zusammenarbeit mit der Musikindustrie eine Datenbank mit über 1 Millionen Musiktiteln und -noten  zur webbasierten Ausleihe zur Verfügung stellen. Die Metadaten zu diesen (und anderen)  audiovisuellen Medien flieÃ?en natürlich auch in Nachweissysteme wie dem eingangs erwähnten Summa ein - die in der Konsequenz auch deutlich stärker auf die Aufbereitung anderer Materialarten als dem gedruckten Werk ausgerichtet sind, als das bei hiesigen Katalogen der Fall zu sein scheint.

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Wikipedia: Kein Auskunftssilo

23. April 2008

Wenn jemand sich zur Nutzung eines bibliothekarischen Auskunftsdienstes aufschwingt, ist es dann legitim, in der Antwort bloÃ? auf passende Wikipedia-Artikel hinzuweisen? Ist von Diensten wie Fragen Sie Hamburger Bibliotheken, InfoPoint Rhein-Main oder der DigiAuskunft nicht mehr zu erwarten als das, was sich kinderleicht auch googlen lässt? Diese Fragen diskutieren gerade die Studierenden in meinem Seminar zu Informationsdienstleistungen an der HAW Hamburg. Nach dem Austausch der üblichen Argumenten für und gegen die Wikipedia als Quelle wurde eine spannende Idee entwickelt: Warum integrieren BibliothekarInnen ihre oft ja mühevoll recherchierten Antworten auf die (seltenen) anspruchsvollen Fragen nicht konsequent in die jeweils passenden Wikipedia-Artikel?

Zugegeben: Auch von den Studierenden im Kurs beteiligt sich bislang kaum jemand als AutorIn an der Wikipedia, und das wird auch in den Auskunftsabteilungen der Bibliotheken nicht anders sein. Aber vielleicht kann es ja anders werden: Die Wikipedia als Wissensbasis schlägt sämtliche regionalen und globalen Auskunftssilosdatenbanken, mit denen Dienste wie QuestionPoint gerne für sich werben, um Längen!

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Berliner MA LIS-Studierende bloggen

5. November 2007
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Sehr cool: Drei Studierende aus dem postgradualen Fernstudium an der HU Berlin beschreiben ihren Weg zum “Master of Arts - Library and Information Science” im Weblog MALIS 13. Warum?

Moodle funzt nicht richtig, das CMS ist unten, den Kursschlüssel erhält man erst in der IuK-Stunde vor Ort…
Tja…Aber wofür haben wir ein Blog?

Genau! Viel SpaÃ?!

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Wikipedia-Artikel statt Hausarbeiten

1. November 2007

Auch eine Methode, um das viel gefürchtete Abschreiben aus der Wikipedia zu verhindern: Zoologie-Professorin Martha J. Groom lässt ihre Studierenden anstelle der üblichen Hausarbeiten Wikipedia-Artikel neu schreiben oder editieren. “If you can’t beat them, join them” ist das Motto ihrer Aktion, über die MSN heute unter der Ã?berschrift “Wikipedia becomes a class assignment” berichtet. Fazit:

Knowing their work was headed for the Web, not just one harried professor’s eyes, helped students reach higher â?? as did the standards set by the volunteer “Wikipedians” who police entries for accuracy and neutral tone, Groom said. The exercise also gave students a taste of working in the real world of peer-reviewed research.

[via DIG_REF]

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OCLC-Studie zu Bibliotheken und Social Networking

26. Oktober 2007

Nach der viel zitierten Studie “Perceptions of Libraries and Information Resources” aus dem Jahr 2005 hat OCLC dieser Tage ein weiteres Ergebnis seiner Marktforschungsaktivitäten vorgelegt: “Sharing, Privay and Trust in Our Networked World” heisst das 280 Seiten umfassende Werk, das die Ergebnisse einer Befragung von gut 6100 Internetnutzern und 382 US-amerikanischen Bibliotheksdirektoren zuzusammenfasst. Fazit einer ersten schnellen (!) Lektüre: Trotz groÃ?en Vertrauens in Bibliotheken hinsichtlich eines verantwortungsvollen Umgangs mit persönlichen Daten besteht einige Skepsis hinsichtlich des Umbaus von Bibliotheks-Websites oder -Katalogen zu sozialen Netzwerken. Ein Dämpfer für Bibliothek 2.0-Aktivisten? Mehr…

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Beluga oder: Sinn und Unsinn des Katalog 2.0

13. September 2007
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Sieben Hamburger Bibliotheken werden in den kommenden zwei Jahren mit Beluga einen eigenen Bibliothekskatalog aufbauen, der u.a. sich durch Personalisierungsfunktion, Mashups und einen Web Service auszeichnen wird. Nähere Informationen zu dem Projekt gibt das Beluga-Blog.

Auf der GBV-Verbundkonferenz, auf der das von der Behörde für Wissenschaft und Forschung geförderte Projekt vorgestellt wurde, gab es im Rahmen des Workshops der Facharbeitsgruppe ErschlieÃ?ung und Informationsvermittlung eine spannende Diskussion um den Sinn oder Unsinn der Integration von Web 2.0-typischen Funktionalitäten in den Katalog:

  • Sprechen die 2.0-Kataloge nicht bloÃ? eine Info-Elite, insbesondere aus dem geistes- und sozialwissenschaftlichen Bereich, an?
  • Wird es überhaupt ausreichend Benutzer geben, die sich an der ErschlieÃ?ung von Literatur durch Vergabe eigener Tags und Rezensionen beteiligen?
  • Wie kann sichergestellt werden, dass die Tags und Rezensionen zwischen einzelnen 2.0-Katalogen ausgetauscht werden können, um so leichter eine “kritische Masse” an zusätzlicher ErschlieÃ?ung zu erreichen?
  • Ist es überhaupt zu verantworten, dass der Katalog als zentrale Informationsdienstleistung von Bibliotheken in einen “permanenten beta-Zustand” versetzt wird?
  • Sollte man sich in der Tat an die eigene Entwicklung von Software wagen (wie in Hamburg geplant) oder auf bereits fertige Open Source-Lösungen wie beispielsweise VuFind zurückgreifen?

Antworten für Skeptiker und Begeisterte des Themas Bibliothek 2.0 werden die praktischen Erfahrungen aus der mittlerweile nicht unbeträchtlichen Anzahl von deutschen und internationalen Katalog 2.0-Projekten liefern. Ein Fazit aus der Debatte in Bremen: Das Label “Katalog 2.0″ ist polarisierend und hält zu sehr von einer Diskussion um das Wesentliche ab: Was sämtliche Projekte nämlich jenseits des Hypes um partizipative bzw. kollaborative Dienste auszeichnet ist das Bemühen, den Katalog zu einem besseren Recherche- und Entdeckungsinstrument zu machen. Dafür sollte jeder Lösungsansatz willkommen sein, ob nun von kommerziellen Anbietern wie OCLC/PICA oder ExLibris, Bibliotheksbenutzern wie im Falle von LibraryThing oder von Bibliotheken selbst. Passend dazu erinnerte Keynote-Speaker Tobias Möller Walsdorf in Bremen auch an Tim Spaldings Manifest “Wie OPACs SpaÃ? machen können.”

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Ticer 2007 - international, fürwahr!

3. September 2007

Einer meiner Lieblingsmomente in der International Summer School “Digital Libraries à la Carte” im niederländischen Tilburg hatte mit den groÃ?en bibliothekarischen Fragen nichts zu tun: Beim abendlichen Bier in der Bar wurde der US-amerikanische Referent Eric Lease Morgan von einer Sammlung europäischer KollegInnen in die Geheimnisse des Grand Prix eingeführt. Das gemeinsame Absingen von Eurovisions-Knallern wie “Ein bisschen Frieden” und “Waterloo” hätte anderntags auch gut in den Podcast-Workshop von David Free gepasst - der aber auch ohne solche Showeinlagen heiter genug war, ebenso die darauffolgenden Veranstaltung zu Bibliotheksdiensten in sozialen Netzwerken. Lisa Janicke Hinchliffe, Leiterin der Undergraduate Library in Urbana-Champaign, hat sich und ihrem Team das Experimentieren mit 2.0-Diensten auf die Fahnen geschrieben. Bei ihr wird getwittert, gebloggt und genetworkt - zum Beispiel mit eigenen MySpace- und Facebook-Seiten. Das Experimentieren ist erwünscht, Scheitern erlaubt (das Blog wird zugunsten von Twitter eingestellt), und alle Aktivitäten werden getragen von der Ã?berzeugung, dass die Gewandtheit im Umgang mit diesen und künftigen Kommunikationsformen eine Schlüsselkompetenz für BibliothekarInnen ist.

Einen dritten Workshop gab es zum Thema Open Source-Software und XML. Mit Eric Lease Morgan (u.a. Gründer der empfehlenswerten Mailingliste NGC4Lib) haben wir innerhalb weniger Stunden einen OPAC auf Basis von Suchmaschinentechnologie entwickelt, kompetent über MARC seufzen gelernt und erste Schritte in Richtung Mash-Up getätigt. Das Handout von Eric lässt sich mit ein bisschen Hilfe der EDV-Abteilung als Tutorial für Katalog 2.0-Anfänger verwenden. Interessierte an diesem Trend hätten auch Freude gehabt an Peter Binkleys Vortrag “The Modern Search”, in dem Funktionalitäten der “next generation catalogs” auf den Gebieten der Visualisierung, Anreicherung und Offenheit für Benutzerbeteiligung und Export von bibliografischen Daten vorgestellt wurden.

Von den fünf Tagen in Tilburg ist zum Schluss noch der letzte hervorzuheben, der dem Thema Informationskompetenz gewidmet war. Spannend: Hier ging es nicht nur um die bekannten Fragen der Integration von IK-Veranstaltungen in die universitäre Lehre, sondern auch um die Schaffung von Learning Commons als physischen Lernorten in Bibliotheken und, vielleicht als wichtigster Trend auf diesem Gebiet, um die Potenziale von Computerspielen für das Erlernen von Techniken für die Recherche und Verarbeitung wissenschaftlicher Informationen. Der Rolle des “Gamings” in und mit Bibliotheken war kürzlich übrigens ein ganzer ALA-Workshop gewidmet. Ticer-Referent Igor Mayer gab in seinem Vortrag insbesondere den Spiel-Skeptikern Antworten auf die Frage, warum sich Bibliotheken mit Spielen und virtuellen Welten wie SecondLife beschäftigen sollten (”Well, games are a new form of literacy and narratives. They are a new medium for interactive storytelling”).

Nachlesen lässt sich das Programm der Summer School, in dem neben den genannten auch Open Access ein groÃ?es Thema war, Website von Ticer. Blog-Posts über die Konferenz - - u.a. von den niederländischen Bibliobloggern Wouter, Rob, Ane und Bieb - sowie Links aus den einzelnen Veranstaltungen wurden eifrig bei del.icio.us gesammelt. Die Teilnahme an der Summer School ist nicht ganz billig - die internationalen ReferentInnen, das vorzügliche kulinarische Rundum-Sorglos-Paket und die erhebenden “Wir sind Europa”-Gefühle sind aber unbedingt ihren Preis wert.

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Katalog 2.0: Ein Musterbeispiel und die Definition

9. August 2007

Die Liste der Katalog 2.0-Projekte wächst. Ein Neuzugang verdient besondere Erwähnung: VuFind ist ein modulares, offenes System, in das bibliografische Daten exportiert, mit Suchmaschinentechnologie indexiert und auf verschiedene Weise angereichert (z.B. mit nutzereigenen Tags oder Rezensionen von Amazon) werden können. Personalisierung, und zitierfähiger Export von einzelnen Datensätzen sind ebenso selbstverständlich wie die unter dem Schlagwort “faceted browsing” zusammengefassten intuitiven Möglichkeiten der Navigation und eine ausgesprochen klare Benutzeroberfläche.

Damit ist VuFind zwar noch nicht ganz dort angekommen, wo Kristin Antelman von der North Carolina State University den Katalog der Zukunft haben will, aber auf dem besten Wege dazu. Ihre Definition des “Next Generation Catalogs” (US-Speak für Katalog 2.0) ist deswegen erstklassig, weil sie verdeutlicht, dass das Thema keineswegs ein Hype ist, sondern Bibliotheken in ihren Kernkompetenzen beim Wissensmanagement herausfordert:

So what are some requirements for the ideal catalog? Among other things it should recognize clusters of knowledge, show the lineage of publications, identify authors, make previously unknown connections between works visible to the user, and show the authoritativeness and popularity of sources.

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Melvyl erfindet sich neu

1. Juni 2007
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Melvyl ist der Verbundkatalog der Bibliotheken an der University of California und wird von diesen jetzt in einem gemeinsamen Pilotprojekt mit OCLC zu einem neuartigen OPAC “next generation discovery tool” weiter entwickelt. Das ist zum einen deswegen interessant, weil hier ehrgeizige Ziele in Sachen Informationspräsentation verfolgt werden: Neben den WordCat-spezifischen Drilldowns soll vor allem auch eine innovative Darstellung von lokalen, regionalen und internationalen Bestandsnachweisen entwickelt werden. Der neue Katalog soll zudem auch Artikel und Digitalisate nachweisen. Zum anderen wird hiermit möglicherweise die zukünftige Form des WorldCat Local von OCLC in Form gegossen und vor allem die Unabhängigkeit von OPAC-Modulen kommerzieller Anbietern ausprobiert.

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Yoono: Recommender für Websites

24. Mai 2007

Verwandte Links, Personen, Blogs und Artikel: Mit der Yoono-Sidebar gibt es zu jeder im Browser geöffneten Seite weiterführende Hinweise - und nach meinen ersten Testergebnissen gar nicht mal so schlechte. Bei Yoono handelt es sich um eine Firefox-Extension Yoono , für die die französischen Entwickler schon einen Web 3.0-Preis abgegriffen haben.

Der Tipp, mir Yoono mal genauer anzusehen, kam von meinem ViFaPol-Kollegen Tobias - und zwar hoffentlich nicht von ungefähr: Eine fachlicher Yoono-Service wäre sicher auch ein interessantes Feature für Virtuelle Fachbibliotheken.

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Google Answers wird Uclue

18. April 2007
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Das Personal von Google Answers hat sich selbständig gemacht: Nach der Einstellung des Dienstes im November wurde der Dienst jetzt unter dem Namen Uclue wiedereröffnet. Ab 5 Dollar gibt es hier Antworten zu kaufen, neuerdings auch auf Deutsch.

[via Golem.de]

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Zukunft der Auskunfstheke

18. April 2007
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Passend zur Einführung des Konzeptes der mobilen Auskunft ins deutsche Bibliothekswesen lassen sich im ACRL-Weblog Argumente für und gegen die Beibehaltung der Auskunftstheke nachlesen. Die diesbezügliche Diskussion ist jenseits des Atlantiks derzeit offenbar hitzig. Da werden Aussagen getroffen wie:

The reference desk is a powerful symbol and essential to the mission and purpose of academic reference service, but also to the culture of our academic libraries in general; an academic library without a reference desk is unthinkable

Andererseits werden Punkte aufgeführt, die für eine Aufgabe der Theke zu Gunsten mobiler Services und anderer Dienste sprechen, zum Beispiel:

Weâ??re not getting real reference questions anymore; we are getting lots of printer and computer questions (you call that reference?); we are getting more questions that require time consuming consultations and those should be managed at locations other than reference desks

Die Diskussion dazu geht weiter: Scott Carlson fragt “Are Reference Desks Dying Out?” - seine Antwort war nur leider kurzzeitig online zugänglich und fiel abwägend aus: Verzicht nein, aber andere räumliche Verortung schon - nämlich die Partizipation in sozialen Netzwerken der eigenen Hochschule oder, sehr sympathisch, das Abhalten von Recherchesprechstunden im Coffee-Shop an der Ecke. Latte macchiato-Auskunft, sozusagen.

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LibraryThing: Widgets für den OPAC

12. April 2007

Tim Spalding annonciert den neuen Dienst LibraryThing for Libraries, mit dem man den Bibliothekskatalog per Einbau von Javaskript-Schnipseln um LibraryThing-Funktionalität erweitern kann. Konkret zum Beispiel durch Integration eines Widgets mit Empfehlungen ähnlicher Titel. Das ist an sich schon interessant, weil es gerade für öffentliche Bibliotheken (deren Buchbestand eher den bei LT hinterlegten Daten entspricht) eine Alternative zu anderen Recommendation-Systemen wie BibTip ist. Ebenfalls spannend ist aber die Diskussion auf Thingology zu einer möglichen Preispolitik für diesen Service: Wie teuer muss ein Produkt sein, um ernst genommen zu werden? Antwortidee von Tim Spalding:

Charge $1,000,000/year to show we’re serious, but give everyone 99.9% discounts.

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Neue Bibliotheks-Blogs

30. März 2007
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Die Münsteraner ZB Medizin hat nicht nur einen Podcast, sondern bloggt jetzt auch, ebenso die Bibliothek des Departments Chemie an der Universität Hamburg, die dieser Tage ihr Weblog online gestellt hat. Was bei letzterer interessant ist: Die Liste der neu eingegangenen Print-Zeitschriften der jeweils letzten Woche - könnte natürlich noch um einen Hinweis auf die RSS-Feeds der elektronischen Ausgaben ergänzt werden ;-)

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Marketing 2.0: Nur von hippen Aufsehern!

24. März 2007

Markus Trapp hat heute die Nutzung von Qype vorgemacht. Warum das interessant ist? Mehr…

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Floorwalking und andere Formen der mobilen Auskunft

24. März 2007
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Eine Veranstaltung, in die ich mich in Leipzig erfolgreich hineingequetscht habe, war die Session zu “Neuen Formen der Informationsvermittlung”. Neben den Vorstellungen der kooperativen E-Mail-Auskunftssystemen von BSZ und HBZ sowie von EconDesk war für mich das eigentliche Highlight der Vortrag der Schweizer Kollegin Anne-Katharina Weilenmann, in Szenarien für die mobile Auskunft entwickelt wurden. Neben Ã?berlegungen zu einer Ergänzung oder gar einem Ersatz der Auskunftstheke durch BibliothekarInnen, die mit dem so genannten Floorwalking proaktiv auf die BenutzerInnen zugehen und vor Ort Hilfestellung anbieten, gab es eine Sammlung von Ideen, die über das gängige Spektrum der virtuellen Auskunft hinausgehen: Bibliotheksdienstleistungen für den PDA oder die Entwicklung von Toolbars zum Beispiel. In die selbe Richtung denkt übrigens auch US-Professor R. David Lankes in einer Präsentation mit dem hübschen Titel “Using virtual reference to rule the world”, in der er feststellt:

Reference is tool building

Weil wir ja dieser Tage hier eine Wunschliste für künftige Bibliothekartage aufbauen: Wie wäre es mal mit einem Themenkreis (oder wie das heiÃ?t) zur Auskunft im Web 2.0? Ein paar lustige Vorschläge für Vorträge habe ich auch schon:

  1. Tools statt Theke: Von der Auskunftsbibliothekarin zur Service-Entwicklerin
  2. Eindringlinge oder willkommene Helfer: Bibliotheksangebote in StudiVZ und Co.
  3. Selbstgebaut: Auskunftssuchmaschinen auf der Basis von Google Coop
  4. Die Bibliothek im Browser: Praxisberichte vom Toolbar-Einsatz
  5. Nicht nur hinter den Kulissen nützlich: Weblogs und Wikis mit Benutzerbeteiligung

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