Vorab muÃ? ich mich entschuldigen, denn der folgende Beitrag ist vor allem die Fortsetzung eines Zeitschriftenaufsatzes. Ich möchte diese Fortsetzung hier schnell als Weblog-Beitrag loswerden, da ich weder Zeit noch Lust habe, monatelang auf das Erscheinen einer traditionellen Zeitschrift zu warten. Der Beitrag ist umfangreich, kann aber auch ohne Kenntnis des ursprünglichen Aufsatzes gelesen und verstanden werden.
Macwelt zitiert einen Bericht der Macworld, nach dem das amerikanische Boston Library Consortium (BLC) in Puncto Digitalisierung mit der Open Content Alliance (OCA) zusammenarbeitet und nicht mit Google und Microsoft. Die Seite scannen kostet 10 Cent, wofür dann die Nutzung der Digitalisate nicht eingeschränkt ist. Es geht also auch ohne die “GroÃ?en”.
Mehr als 100.000 Bände aus der British Library werden in den nächsten Jahren digitalisiert. Und wer jetzt meint Google stecke dahinter, der täuscht sich – die Britisch Library arbeitet mit Microsoft zusammen und hat sich darauf verständigt nur Bücher zu scannen, die in der Public Domain befindlich sind. Der Hauptmerk des Projekts liegt auf Werken des 19. Jahrhunderts.
Gerade von der jugendlichen Zielgruppe, die die Büchereien mit dem Angebot besonders ansprechen wollen, geht es weniger um Rechner, als um MP3-Player. Und da sieht das schon ganz anders aus: im Januar hatte der iPod 28 Prozent Marktanteil. Das heiÃ?t ungefähr ein Drittel der Bevölkerung kann diese Dateien nicht benutzen â?? praktisch für Microsoft, die Ende des Jahres den Musikplayer Zune in Deutschland auf den Markt bringen. Das ist der Karren, vor den sich diese vier Stadtbüchereien gerade dankbar haben spannen lassen. Die dazugehörige Karotte war, dass Microsoft sein DRM kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Wie aber verträgt sich das mit der Hauptaufgabe der Büchereien, der Grundversorgung aller Schichten der Bevölkerung mit Literatur und anderen Medien?
Zu bezweifeln ist dass die jugendliche Zielgruppe mit Klassik-Aufnahmen angelockt werden kann – die Telepolis erinnert zudem noch an die Tatsache, dass ausgerechnet die Stadt München vor einiger Zeit im Bereich der öffentlichen Verwaltung auf Linux migrierte…
Der Microsoft-Mitarbeiter Dare Obasanjo bloggt regelmäÃ?ig Interessantes über Social Networking. Vor zwei Wochen zeigte er beispielsweise detailliert, daÃ? es mittels OpenID technisch relativ simpel wäre, Dienste wie MySpace oder Facebook (in Deutschland erfolgreich nachgebaut von StudiVZ) untereinander interoperabel zu machen.
Es gibt etwas Neues vom Markt der – kommerziellen, englischsprachigen – Bücher-Volltext-Suchdienste zu berichten.
Microsoft gab heute, in impliziter Abgrenzung zum Konkurrenten Google Book Search, eine neue Version von Live Search Books bekannt:
Today’s release includes books from a wide range of publishers. We have paid particular attention to ensuring that we are only including books in our index that our publishing partners have given us permission to include, so our customers and partners can feel secure in our stance on copyright protection. Mehr…
Jon Udell beschreibt treffend, wie sich Stärken und Schwächen von Microsoft Office und Googles Office-Webdienste komplementär zueinander verhalten. Und Kairosnews faÃ?t zwei Neuigkeiten zusammen, von denen in den letzten Tagen viel zu hören war: Das Open Document Format (ODF), das Textverarbeitungs-Dateiformat von OpenOffice, ist als ISO-Standard anerkannt worden – eine Anerkennung, die Microsofts Konkurrenz-Kandidat, dem neuen MS Office Open XML, bisher versagt geblieben ist. Und, vielleicht noch wichtiger: Es wird sich demnächst mit OpenOffice in eben jenes neue Microsoft-Word-Dateiformat konvertieren lassen.
Live Search Books’ “Search inside a book” feature also allows users to search the full texts of scanned books. Microsoft has restricted the beta release of Live Search Books to only include noncopyright books scanned from the collections of the British Library, the University of California and the University of Toronto.
The company plans to add books currently being scanned by robotic machines from the New York Public Library, Cornell University and the American Museum of Veterinary Medicine within the next month. In a later release, Microsoft will also be adding copyright works that publishers have given permission to include in the scanning project.
All of the books in the Live Search Books database will offer full text views (…)
In alphabetical order, Google, Microsoft and Yahoo have agreed to all support a unified system of submitting web pages through feeds to their crawlers. Called Sitemaps, (…) all three search engines will now support the method. (…) Other search engines are also invited to use the system — it has specifically been placed as open property through Creative Commons so that others can make use of it.
Die Website der Initiative, sitemaps.org faÃ?t zusammen, worum es geht:
Sitemaps are an easy way for webmasters to inform search engines about pages on their sites that are available for crawling. In its simplest form, a Sitemap is an XML file that lists URLs for a site along with additional metadata about each URL (when it was last updated, how often it usually changes, and how important it is, relative to other URLs in the site) so that search engines can more intelligently crawl the site.
Battelle kommentiert:
Overall, I’m thrilled. It took nearly a decade for the search engines to go from unifying around standards for blocking spidering and making page description to agreeing on the nofollow attribute for links in January 2005. A wait of nearly two years for the next unified move is a long time, but far less than 10 and progress that’s very welcomed.
Seit kurzem existiert tatsächlich eine Ms. Dewey als Avatar, die auf ihrer Seite – Vorsicht! Komplett Flash-basiert! – eigentlich nichts weiter macht als die Ergebnisse von Microsofts Live-Search weiterzugeben. Meint Intern.de. Allerdings: Meine bevorzugten Browser Flock und der neue Firefox brachte die Seite regelmäÃ?ig nach Eintippen und Suchen eines Begriffes zum Absturz.
Daher konnte ich jetzt nicht die Erlebnisse von Gizmodo nachprüfen die behaupten dass die Darstellung der Suchergebnisse nicht unbedingt perfekt ist. Um es höflich auszudrücken.
Irgendwie ist es mir aber auch lieber Ms. Dewey bei den Dingen zuzusehen die sie tut wenn man nichts eingibt… Oh, singen kann sie ja auch. Stimmt.
Die Informatikerin Liz Lawley bloggt über ein Projekt, an dem sie während ihres zuende gehenden Sabbaticals gearbeitet hat. Während eines längeren Aufenthalts in der Microsoft-Forschungsabteilung etstanden die (übrigens gemeinfrei verfügbaren!) Pläne für ihr “Personal ubiquitous library project”, kurz PULP. Es handelt sich dabei um eine gemeinschaftliche bibliographische Datensammlung für das Intranet, mit Anleihen an Social-Bookmarking-Systeme wie del.icio.us oder LibraryThing. Mit der Kamera eines PocketPCs oder eines “Smartphones” soll es möglich sein, unterwegs den Barcode eines Buches einzulesen und es online zu prüfen oder einer Sammlung hinzuzufügen. Klingt in meinen Ohren nach einer sehr coolen Idee, auch wenn darauf niemand wirklich gewartet hat.
Ã?brigens, könnte so etwas nicht auch durch RFID-Chips noch einfacher werden? (Ich weiÃ? es nicht, aber vielleicht weiÃ? es ja ein Netbib-Leser?) Gibt es mobile RFID-Lesegeräte für Endnutzer? Und lieÃ?en sich mit denen rasch die Identitifikationsdaten eines mittelgroÃ?en Bücherstapels einlesen und irgendwie speichern oder drahtlos an einen Server übertragen?
Bei akademie.de wurde gestern das Windows-eigene “Encrypting File System” (EFS) zur Verschlüsselung von Daten unter Windows XP empfohlen. Nur ganz kurz, da bei netbib eher “Off Topic”, möchte ich darauf hinweisen, daÃ? ich diesen Tipp für so unvollständig halte, daÃ? er fast als irreführend bezeichnet werden muÃ?. So enthält die verbreitete Home-Version von XP das besprochene Dateisystem überhaupt nicht, und, schlimmer noch, das ebenfalls noch einigermaÃ?en verbreitete Windows 2000 enthält es tatsächlich – jedoch in einer Version, vor deren Sicherheitsmängeln beispielsweise in der renommierten Computerzeitschrift c’tgewarnt wird. (Details sind beispielsweise der englischsprachigen Wikipedia und einer privaten Website von Michael Seibold zu entnehmen.) Obwohl sich der Artikel zwar explizit an XP-Anwender richtet kommt es mir beinahe fahrlässig vor, die bekannten Mängel von EFS nicht wenigstens am Rande zu erwähnen. Zumal, weil Open-Source-Alternativen wie TrueCrypt längst einen Funktionsumfang aufweisen, der sich durchaus mit dem des Microsoft-Ã?quivalents messen kann. Und darauf, daÃ? das Microsoft-Dateisystem ähnlich wie TrueCrypt auch von konkurrierenden freien Betriebssystemen genutzt werden kann, wird man wohl noch länger warten müssen…
…so könnte man Barbara Quints ziemlich detaillierte Artikel über Windows Live Academic Search (WLAS) in den Information Today NewsBreaks von gestern zusammenfassen. (Quints erster und zweiter Artikel.) Die Anzahl der – beiderseits zugestandenen – Gemeinsamkeiten und Kooperationen mit Konkurrenten wie CiteSeer, Scirus und Google Scholar hat mich jedenfalls überrascht.
Eines der Lieblingsthemen für Spekulationen aller Art war in den Weblogs heute der für morgen angekündigte Suchdienst Microsoft Academic Search. Peter Suber (Open Access News), Steven Cohen (Library Stuff) und einige andere hatten Microsoft beraten, dürfen bisher aber nicht über Details berichten. Trotzdem, ein paar interessante Links und Hinweise finden sich im Science Library Pad und bei Dean Giustini von der UBC.
ThinkFree Office Online riskiert eine neue Auflage einer alten Idee: Office-Anwendungen, die keinerlei Installation oder Arbeitsdaten auf der lokalen Festplatte benötigen, sondern direkt aus dem (Java-fähigen) Browser heraus gestartet und verwendet werden können. Dieser Gedanke hatte sich in den Neunzigern mit Java verbunden; viele erwarteten, daÃ? das Desktop-zentrierte Arbeiten dank dieser Software nicht mehr auf Microsoft-Produkt angewiesen wären. Bestätigt hat sich diese Erwartung jedoch kaum. Heute kennen wir vor allem AJAX-Anwendungen im Webbrowser:
Die jüngsten Gerüchte über Googles G:Drive, eine Art persönliche Festplattenerweiterung per Internet (”Store 100% of User Data”, wie es Greg Linden zufolge jüngst in einer Google-Präsentation hieÃ?), in Kombination mit dem – gestern bestätigten – Kauf von Writely durch Google (netbib über Writely) scheinen mir allerdings sehr deutlich darauf hinzuweisen, daÃ? diesen anzeigenfinanzierten, AJAX-basierten Office-Anwendungen die Zukunft gehört. Insbesondere dann, wenn ihr Besitzer Google heiÃ?t.
Nein, hier soll es nicht um die neuen Online-Dienste für Microsoft Office gehen. Ob MS es damit schafft, seine Cash Cow “Office” am Leben zu halten mag auch eine ganz interessante Frage sein, die mich jedoch nicht praktisch interessiert. Interoperabilität der eigenen Produkte, in unterschiedlichen Kontexten wiederverwendbare (Web-)Dienste und transparente, kompatible Datenformate sind Microsoft im Grunde fremd. Man läÃ?t sich kompromiÃ?artig darauf ein wenn es unausweichlich erscheint, um die Benutzer letztlich jedoch immer wieder in die eigenen monolithischen Anwendungen und deren Datenformate einzusperren. Aber das nur am Rande.
Nach dem Hinweis auf Richard MacManus Prognose vor ein paar Monaten wollte ich vielmehr mal wieder ein biÃ?chen Name Dropping (oder sagt man Link Dropping?) betreiben, also auf einige interessante Webanwendungen hinweisen, die mehr oder weniger eng gefaÃ?t im Office-Bereich liegen.
Da dieser Beitrag jetzt schon seit einigen Tagen in der Warteschlange hängt ist mir Richard MacManus aber mit einem eigenen Update zuvorgekommen. Umso besser, denn meine Empfehlungen decken sich weitgehend mit seinen, so daÃ? ich mich auf ein paar ergänzende und abweichende Hinweise beschränken kann. Mehr…
DaÃ? auch Microsoft eine Bücher-Volltextsuche ankündigen würde war eine Frage der Zeit. MSNBS soll das Ding heiÃ?en, wenn es mal fertig ist. Ã?berraschend hingegen die Ankündigung, man trete hierzu der Open Content Alliance (netbib über OCA) bei. SearchengineWatch hat die Details.
Das RSS Weblogweist darauf hin, daÃ? Microsoft bei der geplanten engen Integration von RSS in die neue Windows-Version “Vista” nicht mehr von RSS sondern von Web Feeds sprechen will. RSS-Pionier Winer protestiert zwar wie immer bei solchen Gelegenheiten, aber das RSS Weblog weist darauf hin, daÃ? die Wege der Verbreitung und massenhaften Aneignung neuer Technologien selten den Motiven der Erfinder folgen. Interessanter als die Namensfrage erscheint mir allemal, was sich unter Windows Vista mit den Wie-auch-immer-Feeds anstellen lassen wird. Bekannt ist unter anderem, daÃ? Microsoft den RSS-Standard erweitern und seine Erweiterungen diesmal sogar unter einer Creative Commons License veröffentlichen will.
Microsoft bietet jetzt für viele seiner Produkte RSS-Feeds zu den einschlägigen Knowledge Base-Artikeln an. Eine gute Sache, wenngleich die Feeds nur Artikelüberschriften enthalten – die in den deutschen Feed-Versionen zudem oft schlecht (maschinell?) übersetzt sind.
…was an sich noch keine groÃ?e Nachricht ist; spannender ist, ob aus den öffentlichen Technologie-Demonstrationen eines Online-Feedreaders und eines Social-Bookmarking-Dienstes Marke Microsoft jemals etwas in ein Massenprodukt eingehen wird. Diese Frage stellt sich bei einem Dienst wie del.icio.us nicht – da ist dasjenige, was als Technologie-Demo gemeint war (”pre-alpha”), bruchlos zu einem Massenphänomen geworden. Fest steht jedenfalls: Im Sommer liefert Microsoft Tesla, eine Ergänzung zu Windows XP, mit denen sich – alternativ zu den traditionellen Ordner-Strukturen – Dateien und Informationen taggen lassen werden.
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