Das Haus Sachsen-Meiningen, das sich besonders viel von einer Versteigerung von Audubons Birds (wir meldeten die Herausgabe) erhoffte, hat nicht den erwünschten Reibach gemacht: Ein Vorabinteressent hätte mehr gezahlt, weiss Cronaca.
kg Bibliothek
Der FAZ-Kunstmarkt (4.9.2004, S. 45) würdigt einen Kulturgutzerstörer, pardon Antiquar, dessen erster Laufbahnhöhepunkt 1934 die VeräuÃ?erung der Hauptbibliothek der Fürstlich-Oettingischen Bücherschätze zu Meiningen (richtig: Maihingen!) gewesen sei. Eine Reihe von Kulturgutverlusten wird aufgezählt: Spektakuläre Versteigerungen sah sein Unternehmen: die Bücher der Kaiserin Elisabeth von Ã?sterreich waren darunter, die gastronomische Bibliothek des Kochkünstlers Walterspiel, die genealogisch-heraldische von Otto Hupp, die SchloÃ?bibliothek Triefenstein und die der Freiherren Tänzl von Tratzberg. Die SZ würdigt die Fledderarbeit zu Beginn der NS-Zeit ebenfalls: Der junge Fürst von Oettingen-Wallerstein, der eine gewaltige Erbschaftssteuer zu berappen hatte, lieÃ? die bedeutendsten Bestände seiner Bibliothek versteigern. Eine phantastische Kollektion war das: 160000 Bände und 2000 Inkunabeln, also Drucke aus der Zeit vor 1500. Georg Karl, der das Auktionshaus inzwischen allein führte, hatte sich beim Fürsten von Offizier zu Offizier empfohlen und bekam den Auftrag. Immer wieder fuhr Karl Hartung nach Maihingen in die fürstliche Hauptbibliothek, wo er die Bestände durchforstete und – nicht ohne die Zustimmung seines Chefs und des Fürsten – auswählte, was später zur Versteigerung gelangte. [...] Eine der Preziosen war eine Rudolf-von-Ems’sche-Weltchronik, eine Pergament-Handschrift des 14.Jahrhunderts mit circa 400 farbigen Miniaturen. [...] Mit 12000 Mark hatte man sie 1935 zur Versteigerung ausgerufen, aber niemand meldete sich. Im Anschluss an die Auktion bekundete der Direktor der bayerischen Staatsbibliothek das Interesse seines Hauses, nur möge man ihm 14 Tage Zeit geben, das Geld zusammenzukratzen. Die Betteltour misslang, stattdessen erwarb ein Altonaer Zahnarzt den Schatz. Der starb nach dem Krieg, seine Witwe aber widerstand bis zu ihrem Tode allen Verlockungen der Münchner, die Weltchronik auf den Markt zu bringen. Der nächste, der in den Genuss des Besitzens kam, war ein Immobilienmakler, der 350 000 Mark hinblätterte. Dessen Sohn verkaufte die Chronik für mehrere Millionen an das Getty-Museum.
kg Kulturgut
Der Thüringer Landesrechnungshof hat die Einigungen zwischen der Landesregierung und Adelshäusern kritisiert. Die oberste externe Prüfinstanz hält die Vergleiche nach dpa- Informationen für angreifbar, zumal sie nicht in dem notwendigen Umfang rechtzeitig beteiligt worden sei. Bis 2014 hätte das der Ã?ffentlichkeit zugängliche Kulturgut nach der NieÃ?brauchsregelung unentgeltlich zur Verfügung gestanden. Der Rechnungshof kritisierte beispielsweise bei der Einigung mit dem Haus Sachsen-Meiningen die Ã?bergabe des wertvollen Buches «Birds of America» der Kulturstiftung Meiningen an das Adelshaus. Der dabei genannte Grund eines persönlichen Interesses der Erben am Dauerbesitz sei schon deshalb fragwürdig gewesen, weil das Adelshaus das Buch kurze Zeit später in New York für fast fünf Millionen Euro versteigert habe. Das hätte der Freistaat auch selbst machen können und aus dem Erlös einen Teil der finanziellen Verpflichtungen aus anderen Vergleichen bezahlen können, hieÃ? es. (Web.de).
kg Kulturgut
Dank Versagen des Bundesgesetzgebers dürfen die leider 1918 nicht enteigneten Nachkommen der Feudalherren ostdeutsches Kulturgut privatisieren: Die Gütliche Einigung sieht im einzelnen folgendes vor: Die Erben verzichten auf alle Restitutionsansprüche in Bezug auf die beweglichen Gegenstände, die sich heute im Besitz der Kulturstiftung Meiningen befinden. Es handelt sich hierbei um die berühmten Theaterzeichnungen aus der Hand Georg II., die auÃ?ergewöhnliche Anton Ulrich-Notensammlung sowie zentrale Bestände der Ausstellung auf Schloss Elisabethenburg. Darüber hinaus wird die Kulturstiftung im Falle der Rückkehr von Beutekunstgegenständen das gesamte Inventar der so genannten Silberkammer und die ehemalige Waffensammlung zurückerhalten. Als Kompensation für diesen Verzicht verpflichtet sich die Kulturstiftung Meiningen, an den Treuhänder des Herzoglichen Hauses, Wolf v. Trotha, 19 Kunstgegenstände (16 Gemälde, 1 Schrank, 1 Standuhr, 1 Büste) zur privaten Nutzung herauszugeben. Daneben erhalten die einzelnen Erben Erinnerungsgegenstände zurück, die für sie einen besonderen persönlichen Wert besitzen und die für die Kulturstiftung Meiningen verzichtbar sind. Aus den Restbeständen der nach 1945 aufgelösten Ã?ffentlichen und Privaten Herzoglichen Bibliothek wird das Buch “The Birds of America” von John James Audubon, das die kulturellen Interessen Meiningens oder die kulturelle Identität Thüringens nicht berührt, herausgegeben. (RegioWeb)
kg Bibliothek, Kulturgut
Schön, dass die FAZ heute (S. 36) auf die Präsentation Restitution.ru des Russischen Kulturministeriums aufmerksam macht. Weniger schön, dass der Hinweis fehlt, dass die Seite nur auf Russisch ist. Man kann zwar Bilder von Gemälden gucken und auch bibliographische Angaben westlicher Werke anschauen, aber eine konkrete Zuordnung zu einer Instituion ist ohne Sprachkenntnisse nicht möglich. Es sollen aber laut FAZ von der Petersburger Schtschedrin-Bibliothek Informationen über Beutebestände aus der Lübecker Stadtbibliothek und von der Petersburger Ã?ffentlichen Bibliothek Informationen über Sammlungen aus Meiningen, Königsberg, Boytzenburg und Berlin eingestellt worden sein.
kg Kulturgut
Dem auch als Bibliothekar in Meiningen tätigen Thüringer Literaten Ludwig Bechstein (wir berichteten ausführlich) hat die Hamburger Germanistin Susanne Schmidt-Knaebel eine umfangreiche Autorenseite mit vielen E-Texten, insbesondere aus seinen Sagenbüchern, gewidmet.
kg Bibliothek
Ende Juli waren es nur 16, inzwischen sind es 23 digitalisierte Zeitschriften aus der Zeit der Aufklärung. Eine Fundgrube etwa für Inkunabel- und Bibliotheksforschungen sind die Meuselschen Magazine (Beispiel). Wichtig ist beispielsweise ein Verzeichnis der Handschriften in Meiningen.
kg Digitalisierung
Bechstein und die Kulturgüter
Als Begründer des Hennebergischen Alterthumsforschenden Vereins und Privatmann trug Bechstein auÃ?erdem Objekte verschiedenster Couleur zusammen: Eine Sammlung mittelalterlicher Kunstgegenstände aus Kirchen der Region wurde unter seiner Ã?gide begründet und bildet noch heute den Kern der Kunstbestände aus dieser Epoche in den Meininger Museen. Aber auch Folterinstrumente und so genannte Totentänze – mittelalterliche Illustrationen, die den Menschen mit der Darstellung des Todes die eigene Sterblichkeit vor Augen führen sollten – gehörten zu seinen Sammelgebieten. Auf ein Gespräch mit dem Meiniger Staatsarchivar Johannes Mötsch stützt sich der STERN.
Passend zum Gedenkjahr wurde im letzten Monat die unerfreuliche Versteigerung der Handschriften der ehemaligen Herzoglichen Ã?ffentlichen Bibliothek zu Meiningen bei Reiss mit einem Bechstein-Autograph eröffnet.
kg Diverses
Ludwig Bechstein vor 200 Jahren geboren
Was für eine Schlagzeile neben Harry Potter: Die Welt im Bechstein-Fieber! Der heute vor 200 Jahren in Weimar geborene und 1860 in Meiningen gestorbene Apotheker, Archivar und herzogliche Kabinettsbibliothekar Ludwig Bechstein war auch ein Bestseller-Autor, berichtet die Thüringer Allgemeine. In Meiningen erinnern eine Ausstellung der Meininger Museen und Veranstaltungen an den Literaten, der 1831 zum 2. Bibliothekar der öffentlichen herzoglichen Bibliothek ernannt worden war, wie man einer schönen Seite mit aufschluÃ?reichen Quellenzitaten entnehmen kann.
kg Diverses
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