Ein Teil der Bestände der Gymnasialbibliothek wurde schon in den 1920/30er Jahren verkauft. Einige wenige Stücke kamen in das Fürstlich- u. Gräflich Ysenburgische Gesamtarchiv. Die Reste der Bibliothek wurden in den 1960er Jahren an einen holländischen Antiquar verkauft. Einige wenige Stücke gelangten in das Stadtarchiv Büdingen (Hinweise Dr. Stein, Gymnasium Büdingen, und Dr. Decker, em. Archivar des Fürstlich- u. Gräflich Ysenburgischen Gesamtarchivs). Nachzulesen auf der Seite des Handschriftenarchivs. Sicher kein Einzelfall – Altbestände in historischen Schulbibliotheken hatten damals wie heute keine Lobby. Ich möchte nicht wissen, was “wohlmeinende”BetreuerInnen von Schulbibliotheken mit ihren historischen Büchern heutzutage so alles anrichten. Es gibt ja auch keine Arbeitsgruppe für diesen hochgefährdeten Bibliothekstyp.
kg Kulturgut
Wir meldeten die Auktion im April. Am 22.4.2004 mailte mir auf Anfrage freundlicherweise Prof. Dr. Bernd Kluge (Münzkabinett Berlin) beschwichtigend: Bei der besagten Sammlung handelt es sich um eine Zweitsammlung (”Sekundogenitursammlung”), die nicht zu verwechseln ist mit der nach wie vor in Büdingen befindlichen Hauptsammlung (”Primogenitursammlung”) des Hauses Isenburg. Sie besteht aus Dubletten dieser Hauptsammlung, die 1908 an den nachgeborenen Prinzen Diether von Ysenburg abgegeben wurden und die dieser dann in eigener Sanmmeltätigkeit weiter vermehrt hat. Nun berichtete die FR, das Stadtmuseum Offenbach habe 17 Stücke für 7500 Euro erworben. “Es sind einige sehr seltene Stücke darunter, die in der Literatur nicht oder nur am Rande erwähnt werden”, beschreibt Münzkundler Hans Möller den Wert der Neuerwerbung. Regional bedeutsames Kulturgut ist also bei der Versteigerung in den Handel gelangt. Es ist somit durchaus denkbar, dass weitere Stücke, die nicht in der Hauptsammlung oder in öffentlichem Besitz nachweisbar sind, in unzugänglichen Privatbesitz gelangt sind.
kg Kulturgut
MH schreibt mir: es handelt sich zwar nicht um Archive oder Bibliotheken, Handschriften oder Frühdrucke, dennoch möchte ich Sie auf einen neuerlichen Fall von Kulturgutzerstreuung (oder Verflüssigung toten Kapitals im wörtlichen Sinne) aus fürstlichem Besitz aufmerksam machen, auf den ich zufällig im Internet stieÃ?: Bei der renommierten Münzhandlung Dr. Busso Peus, Frankfurt, wird in der nächsten Auktion Nr. 378/379 am 28.-30.April 2004 u.a. die “Fürstliche Sammlung des Prinzen Diether zu Ysenburg-Büdingen” versteigert, die wohl seit Anfang des 19. Jhs. von der Familie systematisch zusammengetragen worden ist und hunderte Münzen und Medaillen der diversen Linien der Isenburg/Ysenburg, auch als Erzbischöfe/Kurfürsten von Trier, Mainz, Köln, verwandter Familien und benachbarter Territorrien vom 12. Jh. an umfaÃ?t, darunter zahlreiche Stücke von gröÃ?ter Seltenheit. Auf der Homepage der Ysenburg/Büdingen ist die Sammlung unter “Archiv” noch als Bestandteil aufgeführt. Der Katalog ist unter www.peus-muenzen.de einzusehen (verstreut unter: Deutsche Münzen und Medaillen > Hessen; Rheinland-Pfalz; Nordrhein-Westfalen (hier bes. unter: Kurköln: Salentin von Isenburg). Immerhin liegt ja ein Katalog mit Abb. vor !!!
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