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Bildrechte Digital

Die zunehmende Vermarktung von Kulturgut mittels sogenannter Bildrechte thematisiert Rita Gudermann in der heutigen ZEIT. Sie lässt auch kritische Stimmen zu Wort kommen: Aber ist es überhaupt rechtmäÃ?ig, dass die Museen die Bilder von den Bildern vermarkten? Die hohen Kosten für Bildrechte stören beispielsweise Wissenschaftler, die täglich mit historischen Bildquellen arbeiten. Die Kommerzialisierung der Fotos von Sammlungsgegenständen sei mit dem kulturellen Auftrag der Museen nicht vereinbar, kritisiert der Freiburger Historiker Klaus Graf. […] Im Fall der Auseinandersetzung der Internationalen Bridgeman Art Library gegen die kanadische Bildagentur Corel Corporation entschied der New Yorker Richter Lewis A. Kaplan im Jahr 1999,
dass die von der Bildagentur vertriebenen Reprofotos von gemeinfreien Gemälden nicht copyrightfähig sind. Nicht immer urteilen Gerichte so eindeutig, und genau das ist eine Sorge des deutschen Kritikers Graf. Er vertritt die Haltung: â??Wer die Mona Lisa fotografiert, möchte mit einer fremden kreativen Leistung, nämlich der von Leonardo da Vinci, Kasse machen. Er ist gewissermaÃ?en ein Schmarotzer, der die Begrenzung des Urheberrechtsschutzes umgehenâ?? und dessen festgesetztes Ende 70 Jahre nach dem Tod des Künstlers hinausschieben will. Wenn die Museen als Eigentümer der Originale mit den Reproduktionen bereits gemeinfrei
gewordenen Kulturguts handeln, treiben sie nach Ansicht von Graf â??Raubbau an einer reichen Public Domainâ??. Denn anstatt gemeinfrei gewordenes Kulturgut zu â??remonopolisierenâ??, müsse
es â?? als Teil unseres kulturellen Erbes â?? allen zugänglich gemacht werden. Museen und Archive hätten dagegen sogar die Aufgabe, Kultur zu verbreiten, und dafür nicht mehr als die Erstattung der Herstellungskosten zu verlangen â?? Eigentum verpflichte schlieÃ?lich.

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