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Unruhen in Belize: Wikipedia berichtet, worüber die Massenmedien schweigen

Schon etwas von den schweren Unruhen in der mittelamerikanischen Republik Belize gehört, die bereits vor einer Woche begonnen haben? Wegen einer drastischen Steuererhöhung kam es zu Demonstrationen vor dem Parlamentsgebäude, bei denen es zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Polizisten kam. Seit gestern hat ein Generalstreik Belizes Wasserversorgung weitgehend lahmgelegt; Demonstranten in der Haupstadt errichten StraÃ?ensperren und versuchen Regierungsgebäude in Brand zu setzen.
Nein, nichts davon gehört? In den USA und Europa scheinen die Massenmedien diese Ereignisse bisher für nicht berichtenswert befunden zu haben, oder die Ereignisse sind durch eine Verkettung von Zufällen bisher „unter ihrem Radar geblieben“. Darüber läÃ?t sich nur spekulieren, über die tatsächlich stattfindenen Ereignisse hingegen nicht: Berichtet wird darüber in einem Artikel in der englischsprachigen Wikipedia (siehe ersten Link in diesem Beitrag), belegt mit einigen Weblinks auf lokale Medien sowie ein persönliches Weblog aus Belize.

[via Jimmy Wales via David Weinberger]

Update: Es gibt jetzt eine Zusammenfassung der in dem Wikipedia-Artikel geschilderten Ereignisse bei den Wikinews.

Autor: Lambert Heller

Librarian 2.0, interested in knowledge management, publishing and communities on the web. Likes Open Access / Open Data. Hannover, Germany.

3 Kommentare

  1. Haben Sie schon gehört, was in Belize los ist?
    Wahrscheinlich nicht, wenn man sich nur auf die etablierten Medien verläßt. Die aktuellen Ereignisse in Belize sind ein gutes Beispiel dafür, warum die Förderung und Unterstützung von Weblogs, freier Software und Wikis so wichtig ist. Wir brauchen alte…

  2. Heute gab es ja dann doch eine AP-Meldung:
    http://seattlepi.nwsource.com/national/aplatin_story.asp?category=1102&slug=Belize%20Strike

    So dramatisch es für die Einwohner selbst vielleicht ist, meiner Meinung nach fällt die Meldung doch eher in den Bereich \“special interest\“, d.h. ist eher für Lateinamerika-Experten interessant, da die Ausschreitungen – auch wenn es vielleicht zynisch klingt – anscheinend noch nicht die Intensität erlangt haben, um wirklich international relevant zu sein.

    Dabei bleibt sicher zu berücksichtigen, dass die kleine ehemalige britische Kolonie mit überwiegend von Indianern abstammender Bevölkerung schon an sich weltpolitisch als völlig unbedeutend angesehen wird.

    Das \“Tobyliman\“ bzw. \“Neutrality\“ die wikipedia dennoch up to date halten, ist natürlich begrüßenswert und zeigt die Möglichkeiten dieses Mediums.

    Offen bleibt natürlich auch, wieviel man aus Myanmar, dem Donezkbecken oder aus Westsahara nicht erfährt, weil es dort niemanden mit Digitalkamera und wikinews-Zugang.
    Insofern gehe ich davon aus, dass sehr, sehr viele potentiell berichtenswerten Ereignissen unter dem Radar – sowohl der Massenmedien, wie auch von wikinews – bleiben.


  3. Schon von den Unruhen in Belize gehört? Nein? Man sollte öfter Wikinews lesen, da steht drin, was niemand anders schreibt (via netbib)…