netbib weblog

Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Der Junge, der ein Buch werden wollte

Als kleiner Junge wollte ich, wenn ich einmal groÃ? wäre, ein Buch werden. Nicht Schriftsteller, sondern ein Buch: Denn Menschen kann man wie Ameisen töten. Auch Schriftsteller umzubringen ist nicht schwer. Aber Bücher – selbst wenn man versucht, sie systematisch zu vernichten, bestand immer die Chance, dass irgendein Exemplar überlebte.

Aus welchem Roman stammt dieser Auszug ?

10 Kommentare

  1. Amos Oz: Eine Geschichte von Liebe und Finsternis. Suhrkamp, Frankfurt/Main, 2004

  2. Bingo ! Das ging aber schnell, gegoogelt ? 😉

  3. Nö, gelesen. Aber mit Google findet man eine Rezension von Lovenberg, die diese Stelle zitiert (hab ich eben festgestellt). Schönes Buch übrigens (auch wenn Amos Oz nicht zu \“meinen\“ Autoren gehört, weiß auch nicht warum …)

  4. Na wenn das Rätsel schon gelöst ist, dann kann ich ja auch zugeben, dass ich als kleiner Junge immer Rentner werden wollte. Genauso, wie mein Opa, der nämlich nicht arbeiten gehen mußte, sondern lieber mit mir spielte, und trotzdem Geld bekam.

  5. Dann noch ein Rätsel für Opa:

    \“Ich hatte mein Leben begonnen, wie ich es zweifellos beenden werde: inmitten von Büchern. Im Arbeitszimmer meines Großvaters lagen sie überall; es war verboten, sie abzustauben, mit Ausnahme eines Tages im Jahr, vor dem Semesterbeginn im Oktober. Ich konnte noch nicht lesen, aber ich verehrte sie bereits, diese aufgerichteten Steine: mochten sie gerade stehen oder schräg, dichtgedrängt wie Ziegel auf den Borden des Bücherschranks oder in noblem Abstand voneinander, wie die Alleen mit vorgeschichtlichen Steinsäulen in der Bretagne, immer fühlte ich, daß der Wohlstand meiner Familie von ihnen abhing.\“

    Berühmter Name, berühmter Text, berühmte Stelle – zu googeln, wenn man die richtigen Wörter eingibt …

  6. Aus Satre: \“Die Wörter\“ (meine Ausgabe: rororo 1988, S. 24…)

  7. Bei mir auch. Das Rätsel war doch aber für Mathias. Nun, dann noch eins für Chris:

    \“ Er träumte davon, wieviel Göttliches, Erhabenes, wieviel Schönheit eine königliche Bibliothek haben mußte, er träumte davon, selber eine solch wunderbare Bibliothek aufzubauen, Wie würde er dies genießen, wie stolz und mächtig fühlte er sich, während sein Blick in riesige Galerien tauchen und sich in Meeren von Büchern verlieren würde! Hob er den Kopf? Bücher! Senkte er den Blick? Bücher! Links, rechts, überall: Bücher! Bücher!\“

    (zu ergoogeln nur in der Originalsprache)

  8. Einer von den dreien?:
    Charles Nodier, Gustave Flaubert, Charles Asselineau? Nicht gegoogelt, aber ich habe mal ein Buch mit Erzählungen von den dreien gelesen und meine, es sei aus einer der Geschichten. Das Buch hieß \“Bücherwahn\“, herausgegeben von Hans Marquart.

  9. Danke, mit dem Hinweis von Anja war es dann tatsächlich zu googeln (ich dachte spontan übrigens an Borges), der Text sollte eigentlich Flaubert stammen, nicht ?
    http://perso.wanadoo.fr/jb.guinot/pages/bibliomanie.html

  10. Anja, Chris, chapeau! Gustave Flaubert, Bibliomanie (dt.: Bücherwahn). Flaubert schrieb die Erzählung, als er 15 war.

    Bei Google reichen die Wörter \“immenses galeries\“ und \“divin\“ und man hat den französischen Text ganz weit oben. Wörterbuch reicht also, wenn man nur die Öbersetzung hat. Ich habe zitiert aus einer zweisprachigen Ausgabe, Ö: Beat Brechbühl, Verlag im Waldgut (CH), 1986.