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Flucht nach vorn

Vertreter mehrerer hessischer Hochschulbibliotheken haben sich für eine Neuorganisation des Bibliothekssystems ausgesprochen. Man müsse darüber nachdenken, ob tatsächlich jede Hochschule und jedes wissenschaftliche Institut seine eigene Bibliothek besitzen müsse, regten sie in Bad Homburg an. Als Begründung wird wieder einmal der internationale Wettbewerb herangezogen. [via Frankfurter Neue Presse]

5 Kommentare

  1. „Der internationale Wettbewerb“! Was soll das denn in diesem Zusammenhang bitte sein? Fahren unsere Nutzer demnächst in Niedriglohnländer, um dort Billigbibliotheken zu benutzen?

    Blödsinn! Jedes Institut braucht mit Sicherheit keine eigene Bibliothek, aber was soll denn bitte eine Hochschule ohne eigene Bibliothek sein?

    Eine Zusammenlegung ist nur dort sinnvoll, wo das auch örtlich passt, in Düsseldorf oder Magdeburg zum Beispiel.

  2. Es gibt ja auf Unterhaltsträgerebene so manche krude Vorstellung, welche Einsparungen sich tätigen liessen, wenn man Bibliotheken zusammenlegt. Meist fehlt schlicht das Wissen über die bereits existierenden Kooperationen, z.B. via konsortialen Zeitschriftenverträgen (Gasco etc.). Kooperationen – gut, Fusionen – auch gut: Aber wenn selbst Bibliotheksdirektoren anfangen, die Standorte in Frage zu stellen, stimmt mich das nachdenklich. Kennen die keine Benutzungsstatistiken? Wo sollen denn z.B. die Studenten hin?

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  4. Ich stelle mir beim internationalen Wettbewerb eher den Wettbewerb um Studierende vor, welche ausländischen (wegen Attraktivität von Hochschule und UB) hierherkommen und welche inländischen (wegen Attraktivität von Hochschule und UB) ins Ausland gehen. Dieser Gesichtspunkt, finde ich, ist o.k. Es ist nur die Frage, ob man den Standort mit Kooperationen attraktiver macht.
    Auch Institutsbibliotheken haben ihren Gebrauchswert, ihre Attraktivität, sei es in der Beratung, sei es in der systematischen Ordnung der Bestände, sei es in der Schnelligkeit der Einarbeitung. Dass mancherorts Institutsbibliotheken in die UB eingegliedert werden und dann heimlich – aus Forschungsmitteln beispielsweise – wieder Institutsbibiotheken entstehen, ist ein Zeichen, dass Benutzer die Nähe von Beständen schätzen.

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