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Kahles und Yahoos neues Projekt: Unterschiede zu Google Print

Open Access News weist auf einen interessanten Beitrag von heute im Chronicle of Higher Education hin, der sich mit der OCA-Ankündigung beschäftigt. (Vgl. auch den letzten Beitrag hier.)
OCA wird den rechtlichen Anfechtungen, denen Google Print nun ausgesetzt ist (netbib hatte darüber berichtet), durch die Wahl einer anderen Strategie aus dem Weg gehen. Man wird, von den gemeinfreien Werken abgesehen, nur mit expliziter vorangegangener Zustimmung der Rechteinhaber veröffentlichen.
Neben dieser taktischen Variation unterscheiden sich aber auch die Ziele des neuen Projekts offenbar ganz erheblich von denen bei Google Print. Die Werke sollen nicht nur durchsuchbar sein, und erst recht nicht nur durch einen einzigen Retrieval-Dienst (sei es nun Google oder Yahoo) erreichbar sein. Ziel ist vielmehr, die kompletten Werke frei zur Verfügung zu stellen. Man habe, so Kahle, von Open Source gelernt. Und sowohl Kahle als auch Daniel Greenstein vom Digitalisierungsprojekt der U of California werden übereinstimmend damit zitiert, daÃ? man hier wirklich dem Ideal von Open Access folgen werde.
Am Rande liefert der Artikel interessante Details zum Scannen der Bücher: Yahoo co-finanziert die Digitalisierung einer an der U of California getroffenen Auswahl von zunächst ca. 18.000 Titeln klassischer amerikanischer Literatur; die Universität selbst sieht sich zunächst mit Kosten von 500.000 $ konfrontiert. Zum Vergleich: Bei den in das Internet Archive eingeflossenen Digitalisaten aus Toronto handelte es sich bisher „nur“ um 1.000 Titel. Die Digitalisierung in Kalifornien habe bereits begonnen.

Autor: Lambert Heller

Librarian 2.0, interested in knowledge management, publishing and communities on the web. Likes Open Access / Open Data. Hannover, Germany.