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Ein letztes mal: Seigenthaler & Wikipedia

Eigentlich ist ja genug über das jüngste Kapitel der Wikipedia-Geschichte gesagt worden, auch jenseits von netbib. Die Herren Kleinz, Fuchs und Kollegen haben ihre Ordnungsrufe wiederholt, Nature hat zufällig zum richtigen Zeitpunkt für die soundsovielte öffentliche Ehrenrettung des Projekts gesorgt, und nun hat man auch genug davon. Aber einen Hinweis habe ich noch: danah boyd, die wirklich nicht im Verdacht steht, eine prinzipielle Verfechterin von Wikis im Allgemeinen oder der Wikipedia im Besonderen zu sein, verteidigt mit einer eloquenten Darstellung des „Falls“ Seigenthaler nochmals die Wikipedia.

Autor: Lambert Heller

Librarian 2.0, interested in knowledge management, publishing and communities on the web. Likes Open Access / Open Data. Hannover, Germany.

Ein Kommentar

  1. Sehr schön ist der Punkt bezüglich des Zitierens in akademischen Zusammenhängen. Natürlich dienen Enzyklopädien nicht als wesentliche Grundlage weitreichender wissenschaftlicher Arbeiten. Wer solche Ansprüche stellt, wird bei jeder Enzyklopädie enttäuscht. Richten sollte man sich aber an den Ansprüchen, die das Projekt an sich selbst stellt. Da die sehr vielfältig sind, orientiere ich mich an den Äußerungen von Jimbo Wales. Und an den Ansprüchen gemessen, liegt noch viel Arbeit vor Wikipedia.

    Falsch ist die Darstellung, wie toll und schnell man das Problem Seigenthaler beseitigen konnte. Die Wikipedia selbst kann man editieren, wenn man es selbst nicht kann, erreicht man schnell viele hilfsbereite Geister, die einen unterstützen – aber es gibt ja einen ganzen Rattenschwanz dahinter: vom Google-Cache über answers.com bis zum Mirror auf einem Studentenserver.