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Wiki-Projekte am laufenden Meter

Der Trend, Wikis mit oftmals unklarer Zielgruppe oder Zielsetzung in die Welt zu setzen, hält an. Wer sein Wissen über die internationalen Finanzmärkte nicht in der englischsprachigen Wikipedia, sondern in Reuters‘ Financial Glossary Wiki loswerden möchte, damit dieses Wissen dann in keiner Weise mehr kommerziell weiterverbreitet werden darf (einer CC-Non Commercial-Lizenz sei dank), bittesehr. Irgendein DSL-Wiki wurde ins Leben gerufen, die Verlinkung schenke ich mir einfach mal. Und wer sich unter dem Label der Karriereförderung in einem Wiki mit Doktoranden, Habilitanden und Juniorprofessoren deutscher Hochschulen austauschen will, kann das jetzt auch endlich tun. Initiatoren sind in diesem Fall u.a. CHE und Hochschulverband. Alle drei Fälle erinnert an ähnliche Wikis, die im vergangenen Jahr von PC Welt, Handelsblatt und anderen ins Leben gerufen worden waren, netbib berichtete jeweils. Ein MediaWiki zu installieren, das eigene Logo draufzupappen und eine Presseerklärung herauszugeben gehört inzwischen zum kleinen Einmaleins der Public-Relations-Aktivität jeder Institution und jedes Medienunternehmens, das etwas auf sich hält. Dabei kommt wenig Neues oder Interessantes heraus.

Autor: Lambert Heller

Librarian 2.0, interested in knowledge management, publishing and communities on the web. Likes Open Access / Open Data. Hannover, Germany.

Ein Kommentar

  1. Ergänze: Kathpedia. Originalzitat: „Richtschnur in allen Zweifelsfällen sind die kirchlichen Lehrdokumente, insbesondere der Katechismus der Katholischen Kirche (…)“ – na, wenn das kein exzellenter Anwendungsfall für eine öffentliche Wiki-Community ist, insbesondere wenn sie sich in Erscheinungsbild und Technik eng an die Wikipedia anlehnt.
    Und mit Creative Commons-Lizenzen prahlen, während der eigene Sektenchef den Zugang zu seinen Publikationen verriegelt
    Na, deren Problem.