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Folksonomy für den OPAC

Nach der Einführung ihres eigenen Social Bookmarking-Systems geht die Penn Library einen faszinierenden nächsten Schritt: Den Bibliotheksbenutzern wird nun auch das Taggen von OPAC-Einträgen, Artikeln, Videokatalog-Einträgen etc. erleichtert. Library Stuff und Shifted Librarian berichteten darüber am vergangenen Wochenende.
Bei dieser Gelegenheit muÃ? hier endlich auf BibSonomy hingewiesen werden, das sympathische junge Literatur-Folksonomy-Experiment des Fachgebiets Wissensverarbeitung der Universität Kassel.

Ã?brigens hatte es schon ein Jahr vor PennTags und BibSonomy hybride, Web- und Buchmedien übergreifende Folksonomies gegeben: Connotea und CiteULike. (Ã?ber beide war hier in netbib ja auch schon einiges gesagt worden.) Eine Präsentation von Barbara Rauch und ein Artikel von Hans-Christoph Hobohm spielen mit dem Gedanken, das in solchen Diensten die Zukunft der maschinengestützten Literaturverwaltung liegen könnte. Allerdings bleiben auch mindestens zwei verbliebene Stärken traditioneller Literaturverwaltungen wie Endnote nicht unerwähnt:

  • Die nahtlose Integration mit Suchdiensten und zahlreichen anderen Anbietern bibliographischer Informationen.
    Hier setzt das Modell der Penn Library an – der OPAC wird zum Daten-Lieferanten für private und gemeinschaftliche Bibliographien.
  • Die nahtlose Integration mit Textverarbeitungssystemen.
    Ã?bertragen auf die Welt des Publizierens im Web könnte das eine zukünftige Funktion von Wiki-Software sein: So an die Anwendungsschnittstellen hybrider Folksonomies anzuknüpfen, daÃ? Autoren mit wenigen Mausklicks Daten aus ihren Online-Bibliographien übernehmen können.

Die übergreifende Verwaltung unterschiedlichster Medien – seien es Webadressen, Literatur oder Filme – durch Folksonomies ist schon jetzt eine nützliche, durchaus „anwendungsreife“ Sache. Und sie könnte einmal Teil eines „Ã?kosystems“ werden, in dem Bibliotheken den gesamten Lebenszyklus wissenschaftlicher Informationen, von der Recherche über das Zitieren, Schreiben und den Review bis hin zur Publikation und der langfristigen Archivierung mit passenden, ineinander greifenden Diensten ausstatten.

Autor: Lambert Heller

Librarian 2.0, interested in knowledge management, publishing and communities on the web. Likes Open Access / Open Data. Hannover, Germany.

Ein Kommentar

  1. Danke, Lambert, für die wie immer interessanten Hinweise. Da wird man wohl ein Auge drauf werfen müssen.