netbib weblog

Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Klartext

Ich kenne das Beispiel eines sehr renommierten und alteingesessenen Verlages, beim der Autor jegliche Formatierung übernommen hat. Das Buch kostet mehr als 60 â?¬ (immerhin ein hübscher Leinenband) und der Autor hat einen DurckkostenzuschuÃ? von 5.000 â?¬ zahlen müssen, freilich ohne Gewinnbeteiligung. Natürlich macht der Verlag nun etwas Werbung. Aber das ist nicht der Rede wert. Mit einem Budget von 5000 â?¬ kann ich jedem einschlägig interessierten Wissenschaftler und einigen Dutzend Bibliotheken ein im Print on demand herstelltes Buch einfach schenken! Damit ist die Verbreitung erledigt. Was ist dann noch der Nutzen des Verlages? schrieb E. Steinhauer in INETBIB (Wed, 15 Mar 2006 11:23:36 +0100 CET).

3 Kommentare

  1. Sitzt der Verlag zufällig in Köln/Weimar/Wien? Da kenn ich nämlich einen, der druckt in Habilschriften Grammatikfehler mit ab, dass es einem die Fußnägel hochrollt.

  2. Wie sieht das eigentlich mit diesen „Book-on-Demand“-Anbietern aus? Die sind doch wesentlich billiger als so ein Kram, das Buch ist lieferbar solange man will und man behält sämtliche Rechte an seinem Werk (Parallelveröffentlichung im Internet …). Lagerhaltung, Versand und Vertrieb erübrigen sich.

    Wäre das nicht etwas für die Univerlage?

    Keine Ahnung, wie so eine Zusammenarbeit in der Praxis aussieht. Hat da jemand Erfahrungen?

  3. Ein Verlag lässt sich hier wohl 5.000 Euro zahlen, damit ein Wissenschaftler damit angeben kann, bei „XY“ veröffentlicht zu sein. Das ist einfach nur armselig. Wichtiger als darüber zu lamentieren wäre es allerdings, die Konsequenzen zu ziehen: wenn die wissenschaftliche Community darf in POD/Selbst-Verlagen erschieenes und Internetquellen wie so oft einfach als per se verdächtig abtut, dann muss sie dies in Zukunft eben auch bei XY tun, egal ob da „gegründet 1750“ oder sonstwas beim Verlagsnamen steht. Naja, wahrscheinlich gehört der Verlag ja eh keinem Verleger mehr, sondern ist nur irgendeine Marke eines Großkonzerns. Gerade in solchen Fällen, wo der Name das gesamte aktuelle Kapital eines Verlags darstellt, ist die Veröffentlichung solcher Praktiken und klare Kennzeichnung des Verlags als Vanity-Verlag wohl die beste Reaktion, da sie auf die Dauer wirtschaftlich wehtun könnte.